Um Corona-Infektion zu vermeiden

Britische Organisation fordert: Sex bitte nur noch mit Maske!

Sex mit Mundschutz: Ob das nicht die Leidenschaft trübt?
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12. August 2020 - 9:04 Uhr

Gegen hohes Corona-Ansteckungsrisiko: Sind Masken beim Sex die Lösung?

Es wird niemanden überraschen, dass Sex in Zeiten von Corona grundsätzlich mit einem hohen Ansteckungsrisiko verbunden ist - schließlich kommt man sich hier richtig nahe. Aber was, wenn man die Finger doch nicht voneinander lassen kann? Die britische Wohltätigkeitsorganisation "Terrence Higgins Trust" fordert: Wenn schon Sex, dann bitte nur mit Maske!

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Sex mit Sicherheitsvorkehrungen: Kein Knutschen und bitte nur noch Doggy-Style

Masketragen beim Sex – hilft das wirklich, das Risiko einer Corona-Infektion zu minimieren? Die Gesundheitsexperten des "Terrence Higgins Trust" glauben: Ja – zumindest, wenn man die Sache mit dem Liebemachen nicht komplett sein lassen kann. "Jetzt, wo die Beschränkungen schon fast sechs Monate andauern und langsam gelockert werden, ist es nicht mehr realistisch, die Menschen weiterhin zu bitten, vom Sex abzusehen", heißt es in einer neuen Pressemeldung der Organisation. Was also tun, wenn einen die unbändige Lust überkommt? Dafür hat der "Terrence Higgins Trust" einige Sicherheits-Tipps herausgegeben: Neben dem Tragen einer Maske sei es ratsam, Positionen zu wählen, bei denen man sich nicht ins Gesicht schaue. Sexualpartner sollten zudem das Küssen nach Möglichkeit vermeiden. So weit, so sinnlich… Doch machen diese Tipps überhaupt Sinn?

Im Mai forderte der "Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen e.V.", Sexarbeiter*innen ihre Arbeit wieder zu ermöglichen und legte dazu ein umfassendes Hygiene-Konzept mit ähnlichen Empfehlungen vor. Bordell-Chef Armin Lobscheid nahm dazu im Interview mit RTL Stellung und bemängelte: Solche Vorschläge seien in der Praxis nur schwer umsetzbar.

Corona-Ansteckung beim Sex: Ist Küssen der Übeltäter?

Doch so skurril derartige Tipps auch klingen mögen, gänzlich unbegründet sind sie nicht. Denn auch wenn chinesische Forscher das Coronavirus bereits in menschlichem Sperma nachweisen konnten: Die Hauptansteckungsgefahr beim Sex geht – laut aktuellem Wissensstand – immer noch von der Tröpfcheninfektion durch Speichel und Aerosole aus. Auch Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, sagt: Ein Kuss ist nach wie vor viel gefährlicher als der Sex an sich. Ob Masken, Hündchen-Stellung und Knutsch-Verbot uns jedoch wirklich vor einer Ansteckung beim erotischen Nahkampf mit einem Covid-19-positiven Sexualpartner bewahren können – das bleibt trotz alldem mehr als fraglich.

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