Ersatzgroßeltern können jetzt gebucht werden

Oma und Opa zum "Mieten"

21. September 2021 - 15:09 Uhr

Mütterzentrum vermittelt

Oft gelten sie als die Helden der Kindheit: Oma und Opa. Sich mittags das Lieblingsessen von Oma wünschen, nachmittags mit Opa in der Werkstatt basteln und zwischendurch mit beiden ganz viel Blödsinn machen. Doch was passiert, wenn es die beiden nicht mehr gibt oder sie ganz weit weg wohnen? Das Projekt "Wunschgroßeltern" vom Mütterzentrum Braunschweig vermittelt Senioren an Familien mit kleinen Kindern – sie stellen sozusagen Ersatzgroßeltern.

Wir haben eine Familie mit Ersatzgroßeltern begleitet. Wie das Zusammenleben funktioniert, sehen Sie im Video.

Lieblingsessen, Eis und Spielplatz

Wunschgroßeltern essen Eis mit Ersatzenkelkindern
Mit den "Wunschgroßeltern" gehen Elias und Frida gerne Eis essen.
© RTL Nord

Das Lieblingsessen gekocht bekommen, Eis essen gehen und ausgiebige Spielplatzbesuche. Für die Ersatzenkelkinder von Roswitha Meinert und Jürgen Scharna aus Braunschweig gehört das Großeltern-Verwöhnprogramm zum wöchentlichen Ritual. Das Rentner-Paar kümmert sich ehrenamtlich als "Wunschgroßeltern" um Kinder, die nicht mit ihnen verwandt sind.

Senioren bekommen Gefühl gebraucht zu werden

"Wenn die Kinder bei uns sind, geht es nur um sie", erzählt die 72-jährige Roswitha. "Wir sehen die Kinder aufwachsen und das streichelt die Seele", ergänzt ihr Partner Jürgen.

Mindestens einmal die Woche kommen der 5-jährige Elias und seine 2-jährige Schwester Frida zu ihren "Wunschgroßeltern" nach Hause. Roswitha und Jürgen werden von den Kindern genauso "Oma" und "Opa" genannt, wie ihre 400 Kilometer entfernt wohnenden leiblichen Großeltern.

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Eltern werden entlastet

Dirk Lau
Vater Dirk Lau freut sich über das Engagement der "Wunschgroßeltern".
© RTL Nord

"Die Eltern zuhause haben ihren Beruf, ihren Haushalt und müssen Sachen machen", erzählt Roswitha. Sie und ihr Partner können die Eltern durch ihr ehrenamtliches Engagement entlasten. Seit drei Jahren kümmern sie sich um ihre Ersatz-Enkelkinder.

Dirk Lau ist der Vater der Kinder und von den "Wunschgroßeltern" begeistert: "Das sind jetzt schon Leute die wir zu unserem engeren Familienkreis zählen, wo wir uns Rat holen wenn wir brauchen und wo man sich gegenseitig hilft."

Kein Unterschied zu leiblichen Enkeln

Roswitha Meinert (72) genießt die Zeit mit ihrem "Ersatzenkel" Frida.
Roswitha Meinert (72) genießt die Zeit mit ihrem "Ersatzenkel" Frida.
© RTL Nord

Das leibliche Enkelkind von Roswitha Meinert hat bis vor Kurzem noch weit entfernt in Österreich gelebt. Ob leibliche oder "Ersatzenkelkinder" spielt für die 72-Jährige und ihren Partner aber keine Rolle. Erst waren es fremde Kinder, aber wir gehen mit ihnen genauso um wie mit dem leiblichen Enkelkind und machen da keine Unterschiede, egal wann."

Wunschgroßeltern gesucht

In Braunschweig vermittelt das Mütterzentrum der Stadt Wunschgroßeltern mit Familien. Aber auch in anderen Städten suchen verschiedene Träger wie beispielsweise die Landeskirche noch Großeltern und Familien.

(tja)