57-Jähriger bestreitet den Missbrauch und legt ärztliches Dokument vor

Bonner Lehrer hatte Sex mit 14-jähriger Schülerin - jetzt muss er sich vor Gericht verantworten

10. Januar 2020 - 10:24 Uhr

Bonn: Schülerin warf ihm vor, trotz Syphilis mit ihr Sex gehabt zu haben

Ein 57-jähriger Lehrer aus Bonn musste sich wegen sexuellen Missbrauchs einer 14-jährigen Schülerin in acht Fällen vor dem Landgericht verantworten. Außerdem wurde dem Pädagogen versuchte Körperverletzung in sieben Fällen vorgeworfen. Obwohl er angeblich wusste, dass er an der hoch ansteckenden Geschlechtskrankheit Syphilis litt, habe er ohne Kondome Sex gehabt. Vor Gericht kommt jedoch heraus: Das war offenbar eine Lüge, die sich die Schülerin ausgedacht hatte.

Mit wertvollen Geschenken habe der Bonner Lehrer das Mädchen manipuliert

Die Schülerin und ihre Mutter stellten das Ganze in ihrer Anzeige so dar: Die Beziehung der beiden soll am 15. Mai 2018 angefangen haben, als die Schülerin den Lehrer zu Hause besucht habe, weil er krankgeschrieben war. Bei der ersten Begegnung soll er sie direkt umarmt und versucht haben, sie zu küssen. Die 14-Jährige, die sich wegen Liebeskummer Rat von ihrem Vertrauenslehrer erhofft habe, soll den ersten Übergriff noch abgewehrt haben. Bei weiteren Besuchen der Jugendlichen kam es laut Anklage dann zum Geschlechtsverkehr. Mit wertvollen Geschenken - wie Smartphone, Markenschuhen, Brosche oder Dessous - habe der Lehrer das Mädchen manipuliert, heißt es in der Anklage. Dem Lehrer sei klar gewesen, dass die Schülerin mit so einer Beziehung emotional überfordert gewesen sei.

Der Sex sei einvernehmlich gewesen

Der Angeklagte Stefan K. betrat den Gerichtssaal und packte seine Unterlagen aus. Laut RTL-Reporterin Sina Lampe wirkte der 57-Jährige sehr vorbereitet. Den Missbrauch bestritt er. Der Sex sei einvernehmlich gewesen, die Initiative sei von dem Mädchen ausgegangen, das seine liebste und beste Schülerin gewesen sei. Bis dahin habe er als Homosexueller ein generelles sexuelles Desinteresse an Frauen gehabt. Wegen der Beziehung zu der Schülerin habe er sich auch vom Schuldienst beurlauben lassen, um "rechtlich auf der sicheren Seite" zu sein, sagte der Angeklagte.

Außerdem legte er ein ärztliches Dokument vor. Am 25. Mai letzten Jahres wurde er untersucht, es konnte keine Geschlechtskrankheit erkannt werden. Das war laut seiner Aussage vor dem ersten Geschlechtsverkehr mit der 14-Jährigen. Zwischen den beiden sei es ein Liebesverhältnis gewesen, dass von dem Mädchen ausging. Sie sei zu ihm gekommen, um ihm zu erzählen, dass sie auf ältere Männer stehe. Beim zweiten Treffen soll die Schülerin Stefan K. das erste Mal geküsst haben. "Sie hat mich überwältigt. Es war, als wäre ein Blitz eingeschlagen, als würde sich plötzlich mein ganzes Leben verändern", beschreibt der Lehrer.

"Sie bestimmte die Positionen beim Sex"

Am 19. Mai legten sie wohl fest, dass sie ein Paar sind. Daraufhin soll er sich beurlauben lassen und nicht mehr unterrichtet haben. Entsprechende Dokumente legte er vor. Anfang Juni sollen sie das erste Mal Sex gehabt haben. "Ich klärte sie über Geschlechtskrankheiten auf und fragte sie mehrmals, ob sie für den Schritt bereit wäre. Sie sagte, dass sie es aus tiefster Überzeugung wolle. Sie bestimmte die Positionen beim Sex. Mir ist das unangenehm, darüber zu sprechen, ich finde das auch nicht lustig", so der Angeklagte vor Gericht. Laut seiner Aussage haben die beiden immer Kondome genutzt. Zur Verhandlung brachte er auch einen Liebesbrief, welchen er im Saal vorlas. Das Mädchen soll ihm darin "Ich liebe dich" geschrieben haben.

Mutter soll Tochter unter Druck gesetzt haben, zu lügen

Es soll zudem auch zu einem Treffen zwischen dem Mädchen, ihrer Mutter und dem Lehrer gekommen sein. Dabei soll die Mutter so getan haben, als sei die Beziehung für sie okay. Nach dem Treffen soll sie ihrer Tochter allerdings untersagt haben, Stefan weiterhin zu treffen. Die Mutter zeigte Stefan wohl an. Sie soll ihre Tochter unter Druck gesetzt haben, eine falsche Aussage zu machen.

Stefan erzählt, dass er nach Bayern zu einer Freundin nach München geflüchtet sei. Er litt wohl an einer Depression und ging in eine Klinik, nachdem er den Kontakt zu seiner Schülerin abbrechen musste. "Ich war am Tiefpunkt angekommen. Unsere Liebe wurde vom Staat bekämpft.", sagt Stefan vor Gericht. In einem weiteren Brief soll die Schülerin ihm geschrieben haben: "Du hast mich nie zu etwas gezwungen. Du warst so zärtlich. Das liebe ich so an dir. Totaler Quatsch, dass du mich zu etwas gezwungen hast." Als Stefan den Brief vorlas, fing er an zu weinen und stockte währenddessen, schildert RTL-Reporterin Sina Lampe.

Am Freitag will das Gericht das Mädchen selbst anhören. Dem Lehrer drohen bis zu 10 Jahre Haft.