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Blinder Passagier! Haustier wurde versehentlich mit der Post verschickt

Sanny reist über 500 Kilometer im Paket

Katze im Karton! Mann verschickt sein Haustier versehentlich per Post

Katze Sanny im Karton.
Sanny liebt Kartons! So sehr, dass sie jetzt sogar in einem verreist ist. Aus Versehen versteht sich.
ATP Autoteile GmbH

von Vera Dünnwald

Briefe, Warensendungen mit Kleidung oder Spielzeug oder sonstige Kleinigkeiten – eines dieser Dinge haben Sie mit Sicherheit schon mal per Post verschickt oder selbst erhalten. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch ein lebendes Tier dabei war, ist vermutlich recht gering. Aber kein Ding der Unmöglichkeit! Dem Team von „ATP Autoteile“ ist an Ostern nämlich genau das passiert: Sie öffneten eine Retoure und drin saß Katze Sanny, die von ihrem Besitzer schon schmerzlich vermisst wurde. Aus einem anfänglichen Schock wurde eine Riesenüberraschung mit Happy End.

Katze Sanny hält Nickerchen im Karton, ihr Besitzer bemerkt nichts und das Unheil nimmt seinen Lauf

Tagelang galt Sanny als vermisst; ihr Besitzer machte sich bereits große Sorgen und malte sich vermutlich schon die schlimmsten Horror-Szenarien aus. Dass seine Katze mit dem roten Fell sich – unwissentlich – auf ein echtes Abenteuer begeben hatte, an dem er auch noch irgendwie Schuld war, kam ihm vermutlich eher nicht in den Sinn.

Denn eigentlich begann die verrückte Geschichte ganz normal: Der Katzenbesitzer bestellte sich, so „ATP Autoteile“, einen neuen Kotflügel im Internet, der in einem geräumigen Karton bei ihm zu Hause eintraf. Und worauf stehen Katzen unter anderem besonders? Auf Kisten und Kartons, in denen man es sich so richtig schön gemütlich machen kann. Das dachte sich vermutlich auch Katze Sanny, die prompt im bequemen Polstermaterial ein Nickerchen hielt. Doch genau das sollte dem Tier zum Verhängnis werden: Ihr Versteck blieb nämlich gänzlich unentdeckt, der Kotflügel musste zurückgeschickt werden und so nahm das Unheil seinen Lauf. Der Besitzer bereitete das Paket daraufhin auf die DHL-Retoure vor. Dass er seine eigene Katze im Karton verschlossen hatte, bemerkte er nicht.

500 Kilometer und drei Tage später: Katze Sanny wird entdeckt

Und so reiste Sanny als blinder Passagier von Hagen bis ins bayerische Pressath – und legte stolze 500 Kilometer Strecke zurück. Am 4. April wurden sowohl Katze als auch Kotflügel in einer Postfiliale in Hamm eingeliefert. Dort verbrachte das Tier fast 48 Stunden (!), bis die Reise schließlich weiter ging. Am 6. April verließ Sanny – beziehungsweise das Paket – dann offiziell ihr Heimat-Bundesland Nordrhein-Westfalen. In der Nacht traf die ungewöhnliche Fracht im mittelfränkischen Örtchen Feucht ein. Wenig später war die Endstation Pressath erreicht. Bis die Katze gefunden wurde, vergangen jedoch weitere 30 Stunden.

Die Mitarbeiter der Retoure-Abteilung von „ATP Autoteile“ staunten schließlich nicht schlecht, als sie den Karton öffneten: „Als ich die Kartonage aufgeschnitten habe und wie aus dem Nichts eine Katze rausgehüpft ist, war ich zunächst geschockt. Dann gingen die Emotionen mit uns allen durch – wir waren total aufgeregt und auch sehr besorgt um die Katze“, erinnert sich zum Beispiel „ATP“-Mitarbeiterin Anna.

Sanny, der von seinem Karton-Abenteuer womöglich etwas verstört war und seine neugewonnene Freiheit genießen wollte, ließ sich erst mal nicht einfangen. Der Abteilungsleiter der Technik, Daniel, erzählt im RTL-Interview: „Um die Katze zu fangen, sind wir zu zweit ganz oben auf die Kartonage gekrabbelt.“ Doch das Unterfangen gelingt glücklicherweise und Sanny wurde liebevoll von den Mitarbeitern in Empfang genommen; durfte sogar echte Büro-Luft schnuppern.

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Sanny bekommt ihr Happy End!

Katze Sanny im Büro von Brian von "ATP Autoteile".
Die Arbeit im Büro scheint Sanny jedenfalls zu gefallen.
ATP Autoteile GmbH

„Ich hatte einen sehr originellen Nachmittag und habe dreieinhalb Stunden mein Büro mit Sanny geteilt. Die Qualitätssicherung und das Tagesgeschäft mussten erst mal warten – zu groß war das Interesse der Kollegen und Kolleginnen, die die Katze begutachten wollten. Am liebsten hätten wir sie als Logistik-Katze adoptiert“, sagt Brian, der als Abteilungsleiter für „ATP Autoteile“ arbeitet.

Um auch Sanny einen schönen Nachmittag zu bescheren, musste aber vor allem eines her: Nahrung! Denn schließlich hatte das arme Tier schon seit mehr als drei Tagen nichts mehr gegessen und getrunken. Dies – und die Kotflügel-Begleitung – schienen der Katze aber soweit wenig ausgemacht zu haben; sie erlitt keinerlei Verletzungen.

Auch wenn die Freude über den blinden Passagier riesig war, stellten sich die Mitarbeiter dennoch einige Fragen: Wie war die Katze überhaupt in den Karton gekommen? Wem gehört die Katze? Dank den Informationen auf dem Retoure-Paket konnte der Besitzer schnell ausfindig gemacht werden. Dieser machte sich bereits große Sorgen um Sanny und hatte den Katzenversand selbstverständlich nicht geplant. Er machte sich sofort auf den Weg, um dem Katzen-Abenteuer das gewünschte Happy End zu bescheren. Bis er eintraf kümmerte sich eine weitere „ATP“-Kollegin und Katzen-Liebhaberin namens Karin um Sanny: „Kaum waren wir bei mir zu Hause, hat sich Sanny oben auf dem Kühlschrank eingenistet. Durch ihre zutrauliche süße Art habe ich die Katze direkt liebgewonnen. Am liebsten hätte ich sie gar nicht mehr hergeben müssen.“

Am 8. April waren sowohl Besitzer als auch Sanny endlich wieder vereint.

Dass dem Tier bei seiner langen Reise im Karton nichts passiert ist, grenzt an ein Wunder. Deswegen appelliert das Unternehmen an alle Katzenbesitzer: „Solltest du Autoteile oder andere Ware zurückschicken wollen und Katzen daheim haben, solltest du vor dem Verschließen des Pakets prüfen, ob deine Katze nicht im Karton spielt oder schläft. Denn Katzen lieben Kartons und können schnell ungewollt verschwunden sein. Und ein Katzenversand per DHL ist nicht ohne Grund untersagt. “ In Sannys Fall bleibt nur eines zu sagen: Ende gut, alles gut.