RTL-Reporterin macht den Versuch

Behandlung auch ohne Corona-Test: So locker gehen Kosmetikstudios mit den neuen Corona-Regeln um

12. März 2021 - 18:45 Uhr

Körpernahe Dienstleistungen wieder erlaubt – unter strengen Auflagen

Seit Anfang der Woche wird wieder gecremt und gezupft: Kosmetikstudios, Massagepraxen & Co. dürfen nach dem langen Corona-Lockdown wieder öffnen, auch weitere sogenannte körpernahe Dienstleistungen sind wieder erlaubt. Weil bei einigen Anwendungen ein besonders hohes Ansteckungsrisiko besteht, müssen Kunden vorher einen negativen Corona-Test vorlegen. Aber halten sich auch alle Anbieter daran? Das hat unsere Reporterin in Berlin geprüft – und hätte eine Behandlung in drei von vier Fällen auch ohne Test bekommen. Was sie erlebt hat, sehen Sie im Video.

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Auch Mitarbeiter brauchen negativen Corona-Test

Auch Tattoostudios, Solarien und weitere "körpernahe Dienstleistungsbetriebe" dürfen wieder Kunden empfangen. Dort, wo nicht dauerhaft eine Maske getragen werden kann, müssen Kunden in Berlin einen tagesaktuellen Covid-19-Schnell- oder Selbsttest vorlegen. Das gilt zum Beispiel für kosmetische Behandlungen im Gesicht.

Für die Betreiber ist das eine große Herausforderung und nur ein Teil eines umfassendem Hygienekonzepts. So müssen sich zum Beispiel auch die Mitarbeiter der Betriebe regelmäßig testen lassen und während der gesamten Behandlung einen Mund- und Nasenschutz tragen.

Schaubild: Corona-Öffnungsschritte.
Nach dem jüngsten Bund-Länder-Treffen veröffentlichte die Bundesregierung ein Schaubild mit den Öffnungsschritten für die nächsten Wochen
© Bundesregierung

Empfindliche Strafen bei Verstößen

Aber: Wer gegen die Corona-Regeln verstößt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Betrieben, die Kunden ohne aktuellen Test behandeln, drohe ein Bußgeld zwischen 1.000 und 5.000 Euro, erklärt der Berliner Rechtsanwalt Jörg Thomas. Bei mehrfachen Verstößen könnten sie sogar ihre Zulassung verlieren. Und auch die Kunden könnten belangt werden – wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht.

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Nur ein Kosmetikstudio beachtete alle Regeln

Drei der vier von RTL getesteten Betriebe sind dieses Risiko eingegangen. Ein Kosmetikstudio allerdings stach positiv heraus: Alle Regeln wurden genau beachtet. Die Testpflicht sei zwar ein schwieriges Thema, "weil die Leute das zu viel finden", erklärt Betreiberin Simone Siebert. "Dadurch verlieren wir ja auch Kunden." Aber an die Vorgaben müsse man sich nun mal halten.

Außerdem hat sie Angst, sich anzustecken und in Quarantäne zu müssen. "Dann zwei, drei Wochen zuhause zu bleiben und noch mal 'ne Schließung" bedeute auch, kein Geld zum Leben zu haben. "Das will man ja auch nicht", sagt die Simone Siebert. Dennoch hofft sie, dass die Regeln bald gelockert werden – und ihre Kunden nicht vor jeder Behandlung einen negativen Corona-Test vorlegen müssen.