KommentarTreten Sie sofort zurück, Herr Wegner! Dann haben Sie viel Zeit für Tennis

Berliner Senat informiert zur aktuelle Lagen nach Anschlag auf das Berliner Stromnetz
Berlins Regierender Bürgermeister hat viel zu erklären
IMAGO/Chris Emil Janßen

100.000 Menschen in Berlin ohne Strom. Ohne Heizung. Ohne Internet. Ohne Handyempfang. Senioren, die aus Heimen gerettet werden. Und Bürgermeister Kai Wegner (CDU) geht Tennis spielen und verschweigt das zunächst ganz bewusst.

Stromausfall Berlin
Ingeborg aus Lichterfelde wird während des großflächigen Stromausfalls im Südwesten Berlins aus einer Notunterkunft abgeholt. Zehntausende Menschen im Südwesten der Hauptstadt hatten tagelang keinen Strom.
Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Es ist ungeheuerlich! Während 100.000 Menschen in Berlin ohne Strom dastanden, griff der Regierende Bürgermeister Wegner vergangenen Samstag zum Tennisschläger. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU), um – wie er es formulierte – den Kopf freizukriegen. Und damit nicht genug!

Der Bürgermeister behauptete noch am Sonntag: „Ich habe mich gestern weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt, sondern ich war den ganzen Tag am Telefon und habe versucht zu koordinieren und mich bestmöglich zu informieren, weil ich denke, das hilft den Menschen noch mehr.” Er sei am Samstag zu Hause gewesen und habe sich in sein Büro eingeschlossen, sagte der CDU-Politiker weiter. Fakt ist: Das ist unwahr.

Um es klipp und klar zu sagen: Ja, in einer Krise muss auch ein Bürgermeister essen, trinken, schlafen. Und darf auch eine Pause machen. Aber er hat NICHTS, absolut nichts, auf einem Tennisplatz zu suchen, um eine Runde zu spielen.

Herr Wegner, Ihr Verhalten ist dem Amt nicht würdig. Für Sie gilt jetzt: Spiel, Satz, Rücktritt! Dann haben Sie viel Zeit für Tennis.