Hass gegen homosexuelles Paar in 500-Seelen-Dorf

Bedrohliche Botschaft: "Tötet die schwulen Schweine!"

Homosexuelles Paar wird seit Jahren bedroht "Tötet die schwulen Schweine"
02:17 min
"Tötet die schwulen Schweine"
Homosexuelles Paar wird seit Jahren bedroht

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Schlimme Hetzjagd auf schwules Paar in Rheinland-Pfalz

Eigentlich ist das kleine Thiergarten (Rheinland-Pfalz) ein friedlicher Ort. Doch seit vier Jahren ist's in dem 500-Seelen-Dorf bei Trier vorbei mit der Idylle: Als Stefan Tavernier und Tobias Geisen hierhin zogen, begann eine üble Hetzjagd auf das schwule Paar – bis hin zu Morddrohungen. Jetzt ist für die beiden das Maß voll: Sie wollen sich die Anfeindungen nicht länger bieten lassen, wie unser Video zeigt.

Schwulenhasser schreiben abscheuliche Botschaften

Wer Tobias und Stefan das Leben zur Hölle machen will, ist unklar. Aber sie glauben, dass die Schwulenhasser nur aus dem Dorf kommen können. Die zwei sehen sich immer wieder mit abscheulichen Botschaften konfrontiert. "Tötet die schwulen Schweine!" steht auf einer Sektflasche - "Warum hat Gott sie nicht sterben lassen?" auf einem Blatt Papier.

Beim Spazierengehen fand das Paar eine Thermoskanne am Wegesrand. "Stephan – fette Sau, schwule Sau" hatte jemand mit einem Stift draufgekritzelt. Unbekannte haben sogar schon Gegenstände gegen ihr Haus geschleudert.

Für eine Wohnung in der Stadt fehlt das Geld

Einfach wegziehen? Geht nicht, denn das Geld reicht bei Lokführer Stefan und Erzieher Tobias nicht für eine teure Wohnung in der Stadt. Stattdessen geht schwule Paar in die Offensive – mit Überwachungskameras vor dem Haus und einer Anzeige bei der Polizei nach einer Morddrohung.

Doch die Beamten kümmerten sich nicht wie erhofft, klagt Tobias. Es handele sich erst mal "nur" um eine Drohung, sei ihm erklärt worden. Auch gegenüber RTL gibt sich die Polizei Trier zurückhaltend, hofft auf Zeugen und Zivilcourage bei den Anwohnern.

Schwules Paar aus Thiergarten will weiterkämpfen

Tobias und Stefan hoffen, dass die Schwulenhasser bald gefasst werden und in Thiergarten endlich Ruhe einkehrt. Unterkriegen lassen wollen sie sich auf keinen Fall. "Wir leben unser Leben", sagt Stefan Tavernier entschlossen. Ganz egal, was andere über sie denken. (bst)