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Bayern will Grundschulen auch bei höherer Inzidenz öffnen

Söder verspricht Erleichterung für Familien

Bayern will Grundschulen auch bei höherer Inzidenz öffnen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder
Markus Söder will Grundschulen auch bei höherer Inzidenz öffnen - mit Maske und Test.
mbk fdt, dpa, Matthias Balk

Bayern hatte strengere Regeln

Ab kommenden Montag dürfen Grundschüler in Bayern wieder zur Schule gehen – auch wenn die Inzidenz bei über 100 liegt. Bayern Ministerpräsident Söder kündigte heute an, die Grenze für Distanzunterricht erst bei 165 festzusetzen. Diese Grenze gilt laut der Bundes-Notbremse, Bayern hatte aber eigene, strengere Regeln für Schüler.

„Relativ große Kollateralschäden“

In weiterführenden Schulen klappe der Distanzunterricht relativ gut, sagte Söder. Er höre auch wenig Klagen darüber. In Grundschulen sei die Situation aber eine andere. Die „Kollateralschäden“ von Schulschließungen bei jüngeren Kindern seien recht groß. Die Betreuungsrelevanz sei eine andere als „bei jemandem, der in der siebten oder achten Klasse ist.“

Keine Lockerungen für weiterführende Schulen

Für weiterführende Schulen plant Bayern erstmal keine Lockerungen. Dort soll es beim Grenzwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bleiben. Ab dieser Inzidenz müssen Schüler in den Distanzunterricht, für Abschlussklassen gibt es Ausnahmen. Bei Grundschülern sei die Inzident auch deutlich niedriger als bei den 10- bis 19-Jährigen. Nach Pfingsten hoffe man aber, dass die Inzidenz in einem großen Teil der Landkreise unter 100 liegen könnte. „Somit ergeben sich auch für alle weiterführenden Schulen mehr Perspektiven“, sagte Söder.

Söder will Impfungen auch in Schulen

Ab Juni will Söder Impfungen auch in Schulen. Dann solle insbesondere den Abschlussklassen ein Angebot gemacht werden, sagt der CSU-Chef. Ziel müsse sein, das nächste Schuljahr gut auf den Weg zu bringen. Sobald der Biontech-Impfstoff ab einem Alter von zwölf Jahren zugelassen sei, seien großflächig Schulimpfungen vorzusehen. "Das wäre genau das richtige, so wie es in meiner Jugend so üblich war."

Streit in der bayerischen Koalition

Um die Schulöffnungen schwelte schon länger eine Debatte in der bayerischen Koalition. Während die CSU eigentlich an dem strengen Grenzwert von 100 festhalten wollte, sprechen sich die Freien Wähler dafür aus, ihn auf 165 anzuheben, so wie es in der Bundes-Notbremse beschlossen wurde. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger von den Freien Wählern sagte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, Grundschulen zu öffnen, sei schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Es könne aber "noch nicht das letzte Wort sein". Es gelte, möglichst viele Kinder und Jugendliche wieder in die Schulen zu bringen.