Batteriezellenproduktion in Deutschland

So wollen die deutschen Autohersteller für eigenen Akku-Nachschub sorgen

07. Oktober 2020 - 14:33 Uhr

Batterien für Mobilität von morgen

Leistungsfähiger und effizienter soll sie sein, dabei die Umwelt nicht noch mehr schädigen – die Batterie von morgen. Im Autoland Deutschland läuft die Batterieforschung deshalb auf Hochtouren. Mit dem Aufbau einer eigenen Batteriezellenproduktion will Deutschland unabhängiger von asiatischen Zulieferern werden. Warum das so wichtig ist, zeigen wir im Video.

VW und Opel wollen unabhängiger von China werden

Um den Anschluss vor allem gegenüber China nicht zu verlieren, unterstützt auch die Bundesregierung die Finanzierung einer Batteriezellenfabrik in Schweden, an der auch VW und BMW beteiligt sind, mit einer millionenschweren staatlichen Garantie. Dabei geht es um eine Summe von 525 Millionen US-Dollar (443 Mio Euro). An dem Vorhaben sind Volkswagen und BMW maßgeblich beteiligt. Die deutschen Autobauer gehen mit dem schwedischen Unternehmen Northvolt eine strategische Kooperation für die gemeinsame Forschung und Entwicklung ein.

Volkswagen und BMW könnten sich über die Kooperation den langfristigen Bezug technologisch hoch entwickelter Batteriezellen auf Lithium-Ionen-Basis sichern, die für die künftigen Flotten von Elektrofahrzeugen dringend benötigt werden. Die Northvolt-Produktionsanlage in Schweden dient als Referenz- und Pilotprojekt für die Batteriezellfertigung "Northvolt Zwei", die als Gemeinschaftsfirma zwischen Northvolt und Volkswagen in Salzgitter von 2024 an in Betrieb gehen soll. 

In Kaiserslautern will Autohersteller Opel mit der Konzernmutter PSA und der französischen Total-Tochter Saft ebenfalls ab 2024 Batteriezellen für Elektroautos produzieren. Opel zufolge sollen rund zwei Milliarden Euro in die größte Batteriezellproduktion für Elektrofahrzeuge in Deutschland investiert werden. Rund 2000 Arbeitsplätze sind geplant.

Daimler und BMW kooperieren mit Zulieferern aus China

Der US-Elektroautohersteller Tesla will für seine geplante Fabrik in Grünheide bei Berlin die benötigten Batterien selbst am Ort herstellen. "Es wird eine lokale Zellproduktion geben, die den Bedürfnissen der Berliner Fabrik gerecht wird", sagte Tesla-Chef Elon Musk. Tesla will vom Sommer 2021 an Elektroautos in Grünheide in Brandenburg produzieren.

Daimler und BMW hingegen bleiben bei ihrer Linie, die Zellen bei Zulieferfirmen zu kaufen und daraus dann selbst ihre Batterien zu bauen. Auch diese Zellen sollen künftig allerdings in Deutschland produziert werden. Daimler hatte erst kürzlich einen Ausbau seiner Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Farasis angekündigt, der ein Werk in Sachsen-Anhalt baut. Zellen für BMW wiederum sollen künftig aus einem Werk des ebenfalls aus China stammenden Anbieters CATL in Thüringen kommen.

Packen wir’s an – für eine bewegte Zukunft

Mobilität heute, morgen und übermorgen: Unter dem Motto "Packen wir´s an – für eine bewegte Zukunft" widmet sich die Bertelsmann Content Alliance vom 5. bis 11. Oktober 2020 der Gegenwart und Zukunft der Mobilität. Die Mediengruppe RTL und Gruner + Jahr geben einen Ausblick auf Trends, Innovationen und wie wir uns in Zukunft klima- und umweltfreundlich fortbewegen können.

Quelle: DPA / RTL.de