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Bartsch im Frühstart zu Verhandlungen mit der Taliban: "Wir sind erpressbar"

Linken-Politiker Bartsch im "Frühstart"

Verhandlungen mit der Taliban: "Wir sind erpressbar"

Bartsch im Interview RTL/ntv Frühstart
05:54 min
RTL/ntv Frühstart
Bartsch im Interview

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"Wird verdammt viel Steuergeld kosten, um Menschen lebend aus Afghanistan rauszuholen“

Nach dem Ende der Evakuierungsmission der Bundeswehr in Afghanistan schaut der Fraktionschef der Linken, Dietmar Bartsch, besorgt auf die übrigen Ortskräfte in Afghanistan: „Natürlich muss jetzt weiter gerettet werden. Alles Mögliche muss jetzt getan werden.“ Um weitere Menschen aus Afghanistan zu retten, hätte sich die Bundesregierung in eine fatale Situation gebracht. „Wir sind erpressbar, denn es gibt keine andere Möglichkeit als mit der Taliban zu verhandeln.“, so Bartsch und sagt weiter: „Das wird uns verdammt viel Steuergeld kosten, um Menschen lebend aus Afghanistan rauszuholen.“

Auf die Frage, warum die Linke sich bei der Abstimmung im Bundestag über die Evakuierungsmission größtenteils enthalten habe, weist Bartsch darauf hin, dass die Linken bereits im Juni einen Antrag für die sichere Evakuierung der Ortskräfte gestellt habe. Er betont, dass seine Fraktion die Evakuierung selbst befürworte aber er kritisiert das entsprechende Mandat: „Wir haben es deutlich befürwortet so viele Menschen wie möglich zu evakuieren, aber dieses Mandat ist schludrig.“ Bartsch kritisiert, dass es vor allem keine Erfassung der Ortskräfte geben würde. Darüber hinaus hält der Fraktionschef die Kritik an der Enthaltung der Linken für unangebracht: „Das ist ein gewaltiges Ablenkungsmanöver. Diejenigen, die für die letzten 20 Jahre Verantwortung tragen, tun jetzt so, als ob die Linke eine Entscheidung getroffen hätte.“

„Wir brauchen einen Untersuchungsausschuss"

Mit Blick auf die beendete Afghanistanmission sagt Bartsch: „Nach 20 Jahren sind wir jetzt in einer Situation, in der der Terrorismus blüht und die Menschen leiden.“ Der Linken-Politker schaut mit großer Sorge auf die weitere Entwicklung in Afghanistan und sagt, dass die Interventionspolitik des Westens grandios gescheitert sei. „Wir werden erst in einigen Jahren die Dimension dieses Scheiterns erkennen“, so Bartsch weiter und fordert schnellstmöglich Konsequenzen. „Wir brauchen einen Untersuchungsausschuss, weil wir dringend Schlussfolgerungen für unsere Außenpolitik ziehen müssen und eine Kurskorrekturen brauchen.“

Bartsch kritisiert, dass kein zuständiger Minister die Verantwortung für die Situation in Afghanistan übernehme. „Wir haben eine Unkultur der Verantwortungslosigkeit in Deutschland. Wer einmal Minister ist, bleibt es, weil Frau Merkel sich an keine neuen Gesichter gewöhnen will. Das ist falsch.“, so Bartsch zu RTL/ntv.