Muss Baerbock nach Bundestagswahl zurückstecken?

Baerbock oder Habeck: Grüne offenbar schon einig, wer Vizekanzler werden soll

Die Grünen haben sich anscheinend schon entschieden, wer den Vizekanzlerposten übernehmen soll.
Die Grünen haben sich anscheinend schon entschieden, wer den Vizekanzlerposten übernehmen soll.
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27. September 2021 - 20:37 Uhr

Was bedeutet die Wahlniederlage für Annalena Baerbock?

Zur Kanzlerschaft hat es am Sonntag für die Grünen nicht gereicht, Platz drei wurde es aber dennoch und damit immerhin ein Rekordergebnis bei einer Bundestagswahl. Mit klaren Ambitionen für den Einzug in das Kanzleramt war Annalena Baerbock in den Wahlkampf gestartet, muss sich nun aber weit abgeschlagen mit Platz drei zufrieden geben. Den Posten des Parteivorsitzes teilt sie sich schon mit Kollege Robert Habeck. Was bedeutet die Wahlniederlage nun für die Spitzenkandidatin der Grünen? Übernimmt jetzt doch Habeck das Ruder?

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Medienberichte: Schon für Habeck entschieden

Fest steht: Die Grünen haben in jeden Fall Ambitionen auf den Posten des Vizekanzlers. Schon vor den Verhandlungen über eine Regierungsbildung steht offenbar fest, wer den Posten des Vizekanzlers übernehmen soll. "Gehen Sie davon aus, dass wir komplett sortiert sind", sagte Habeck am Montag auf eine entsprechende Frage. Für erste "Vorsondierungen" mit der FDP will man also schon gut vorbereitet sein.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Online) berichtete, dass die beiden sich schon vor längerer Zeit für den Fall eines schlechten Wahlergebnisses auf Habeck als Vizekanzler verständigt hätten. Baerbock habe ihre Chance gehabt, heiße es nun in der Partei. Mit den personellen Konsequenzen müsse man deutlich machen, dass die Grünen nicht einfach in der bisherigen Formation weitermachen könnten, sondern "verstanden haben". Der Deutschen Presse-Agentur wurden die Meldungen aus Parteikreisen bestätigt.

Die Königsmacher im Koalitions-Boxkampf – Grüne und FDP in Verhandlungen – Wie soll das klappen?

Grünes Wahlergebnis hinter Erwartungen

Die Grünen erzielten zwar ihr bestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl, blieben aber trotzdem hinter ihren Erwartungen.

In den Umfragen hatten sie in den Monaten vor der Wahl deutlich besser gelegen. Bis auf 28 Prozent schoss der Balken nach der Nominierung Baerbocks in die Höhe. Dann folgte Fehler auf Fehler: ein geschönter Lebenslauf, der Vorwurf, sie habe in ihrem Buch abgeschrieben. Danach war's vorbei mit dem Höhenflug. Baerbock landete als Kanzlerkandidatin schließlich weit abgeschlagen auf dem dritten Platz hinter ihren Konkurrenten Olaf Scholz (SPD) und Armin Laschet (CDU/CSU).

Baerbock räumte am Montag ein, dass das Ergebnis hinter den Erwartungen geblieben ist und sie zusammen mit Habeck Verantwortung dafür trage. Sie fügte aber auch hinzu, dass sie "in einer ganz besonderen Verantwortungsrolle" sei.

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Habeck nach Bundestagswahl deutlich präsenter

Jetzt stellt sich die Frage, ob das auch Auswirkungen auf ihre künftige Rolle haben wird. Aus der Wahl geht sie jedenfalls geschwächt hervor. Seit der Schließung der Wahllokale hat sich die Präsenz ihres Co-Vorsitzenden Habeck schon deutlich erhöht. Er macht auch oft die deutlicheren Ansagen.

Sollte Habeck als Vizekanzler in eine Regierung einziehen, würden aber in beiden möglichen Konstellationen drei Männer die Regierung anführen. Das könnte wiederum gegen Habeck sprechen. (dpa/khe)

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