Augenärzte warnen: Smartphones machen Kinder kurzsichtig

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23. September 2018 - 12:00 Uhr

Besser keine Handys für die Kleinsten

Den Verdacht hatten viele Eltern schon länger, aber jetzt gibt es wissenschaftliche Beweise – Computerbildschirme sind nicht gut für Kinderaugen. Vor allem bei jüngeren Kindern sehen Augenärzte Gefahren für die Entwicklung des Sehvermögens. Die Probleme, die daraus entstehen, sind oft weit schlimmer als Kurzsichtigkeit.

In Asien sind schon 95 Prozent der jungen Erwachsenen kurzsichtig

Eine übermäßige Nutzung von Smartphones, Tablets und Computern im frühen Kindesalter führt nach Angaben von Augenärzten zu mehr Kurzsichtigkeit. "Studien zeigen, dass Kurzsichtigkeit zu rund 50 Prozent vom Lebensstil beeinflusst wird", sagt die Augenärztin Professor Bettina Wabbels von der Universitäts-Augenklinik Bonn. Belege dafür gebe es bisher vor allem aus asiatischen Ländern. "Auf uns rollt diese Welle jetzt auch zu."

In den vergangenen Jahren ist die Anzahl kurzsichtiger Menschen in Industrieländern nach Angaben der Gesellschaft für Augenheilkunde gewachsen. In Deutschland seien es unter jungen Erwachsenen schon 50 Prozent. In asiatischen Ländern liege die Quote bei 95 Prozent. Die Zunahme ist Experten zufolge vor allem auf den sehr frühen Gebrauch von PCs, Smartphones und Tablets zurückzuführen.

So viel Zeit sollten Kinder höchstens vor Bildschirmen verbringen

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Eltern, nutzt Fernseher und Tablets nicht als Babysitter!
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Bei Kindern unter drei Jahren führe ein häufiges Starren auf nahe Bildschirme zu einem Wachsen des Augapfels und damit zu einem längeren Auge. "Ist ein Auge einmal so gewachsen, schrumpft es nicht mehr", sagt Augenärztin Wabbels. "Ab 12 Jahre sind die Weichen für die Augen gestellt." Kurzsichtigkeit sei die Folge. Für Vier- bis Sechsjährige empfiehlt Wabbels deshalb maximal 30 Minuten vor Computern. Grundschulkinder bis zehn Jahre sollten maximal eine Stunde davor sitzen.

"Ein Fernseher ist weniger schlimm, denn er ist weiter weg", sagt die Expertin aus Bonn. Wenn aber schon Kleinkinder häufig Spielchen auf Computerscreens verfolgten, leide nicht nur das Auge. "Beim Tablet ist alles platt", erläuterte sie. Damit könne auch die Entwicklung des räumlichen Seh- und Vorstellungsvermögen bei Kindern leiden – der Wechsel zwischen Nah- und Fernsicht zum Beispiel. Das befördere verschwommenes Sehen und Schielen.

Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen und die Welt drinnen und draußen erobern

Dazu kämen gereizte, müde, ausgetrocknete Augen. Der Blaulichtanteil in Bildschirmen hemme darüber hinaus die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin, sagt Dr. Nicole Eter, Präsidentin der Gesellschaft für Augenheilkunde. Vor dem Schlafengehen sollten deshalb bei Kindern ein bis zwei Stunden ohne Blick auf Computer liegen. Für Erwachsene gilt das übrigens auch. Ob Smartphone, Tablet oder PC - die Größe des Bildschirms spiele dabei keine Rolle. Ihr Tipp: Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen und die Welt drinnen und draußen erobern. Das sei in jedem Fall besser - auch für die Augen.

Vielen Kids fehle der Blick in die Ferne. Kurzsichtigkeit bedeutet nach Angaben der Gesellschaft für Augenheilkunde nicht nur das lebenslange Tragen von Brille oder Kontaktlinsen. Auch die Risiken für Netzhauterkrankungen oder Grünem Star seien größer.