Klassenkameraden sollen Leiche gefilmt habenZwei Teenager begehen innerhalb weniger Tage Suizid – sie gingen zur selben Schule

Es sind Tode, die eine ganze Stadt schockieren.
Am Montagabend (30. März) begeht ein 16-Jähriger in einem Wohnhaus Suizid, nur einen Tag später wird auch die Leiche einer 14-Jährigen aufgefunden – und die lockt auch noch zahlreiche Mitschüler an, die den toten Körper filmen und in den sozialen Medien posten.
Mitschüler sollen Leiche gefilmt haben
Der Junge und das Mädchen besuchten beide das Emmaus-College in der niederländischen Stadt Rotterdam. Nach der Tragödie ist die Schule nun gezwungen, einen dringlichen Brief an alle Eltern zu verschicken. „Wir haben erfahren, dass Kinder in Anwesenheit von Rettungskräften Videos aufgenommen haben, darunter Aufnahmen von den Verstorbenen, die auf den Transport in die Leichenhalle warteten”, zitiert der Telegraaf aus dem Schreiben.
Die Eltern werden „eindringlich” gebeten, die Handys und Social-Media-Profile gemeinsam mit den Schülern durchzuschauen, und „alle Bilder dieser schrecklichen Ereignisse aus Respekt vor den Verstorbenen und ihren Familien zu löschen.”
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Anwohner des Gebäudes, in dem die Leiche des Mädchens gefunden wurde, berichten der Zeitung von zahlreichen herbeieilenden Jugendlichen. „Sie kamen von überall her“, habe auch ein Bewohner des gegenüberliegenden Wohnhauses wahrgenommen. „Ich konnte alles von meinem Zimmer im siebten Stock aus sehen. Sie standen unten, aber auch in den Stockwerken darüber. Alle hatten Handys in der Hand.“
Polizei untersucht Hintergründe der Suizide
Die Polizei untersucht die Hintergründe der beiden Tode, hält sich laut niederländischer Medien aber aufgrund der „Sensibilität” der Fälle bislang bedeckt. Bürgermeister Joost Manusama der Gemeinde Capelle aan den Ijssel, die östlich an Rotterdam angrenzt und in der die beiden Teenager lebten, spricht in einer Stellungnahme von einem „schmerzlichen Verlust.”

„Worte reichen angesichts dieses Dramas nicht aus“, zitiert die AD aus der Mitteilung. „Unsere Gedanken sind bei den Familien, Freunden, Klassenkameraden und allen, die sie liebten.” Die Gemeinde stehe in engem Kontakt mit der Polizei und der Schule, bietet Betroffenen Unterstützung in der schweren Zeit an.
Verwendete Quellen: DutchNews, AD, Telegraaf
Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen
Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über eure Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.
Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.


