Wie kann man sich schützen?

Lebensbedrohliche Gefahr durch Kriebelmücke

22. Mai 2019 - 16:13 Uhr

Die Kriebelmücke nähert sich lautlos und kann beißen

Eine besonders unangenehme Mückenart breitet sich gerade hierzulande aus. Und zwar eine, die nicht sticht, sondern beißt. Die Bisse der sogenannten Kriebelmücke verursachen nicht nur starke Schwellungen der betroffenen Hautstellen, sie können sogar Blutvergiftungen auslösen. Dr. Christoph Specht erklärt im Video, wie gefährlich die Kriebelmücke tatsächlich ist.

So erkennen Sie die Kriebelmücke

Im Gegensatz zur gemeinen Mücke nähert sich die Kriebelmücke ihrem Opfer geräuschlos. Und statt zu stechen beißt das nur etwa zwei bis sechs Millimeter große Insekt zu. Die Kriebelmücke hat eine blaugraue bis schwarze Farbe und erinnert an eine Fliege. Verantwortlich für die Schwellungen und den Juckreiz ist ihr giftiger Speichel.

Während die männlichen Kriebelmücken harmlos sind und sich ausschließlich von Pflanzen ernähren, ritzen die weiblichen Kriebelmücken mit ihrem säbelzahnartigen Mundwerkzeug weiche Hautstellen an. Das austretende Blut saugen die Insekten dann auf und injizieren ihrerseits ein Speicheldrüsensekret in die Wunde. Dieses hemmt zum einen die Blutgerinnung, zum anderen wirkt es schmerzbetäubend, sodass der Biss meist gar nicht bemerkt wird. Unser Körper schüttet nach einem Biss - ähnlich wie bei einer Allergie - Histamine aus, die eine Entzündungsreaktion verursachen. Die Folge: Die Haut um den Stich schwillt an.

Bevorzugte Opfer von Kriebelmücken sind eigentlich Wildtiere

Schwillt die Körperstelle nicht übermäßig an, genügt es, die Stelle ruhig zu stellen, zu kühlen und gegebenenfalls zu desinfizieren. Enthalten die Beißwerkzeuge der Kriebelmücken aber Bakterien, können sich die Beißwunden entzünden und extrem anschwellen. Es können Begleiterscheinungen wie Fieber auftreten. Schlimmstenfalls kann es zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung kommen. In diesem Fall sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, der Ihnen im Zweifel Antibiotika verschreiben wird.

Bevorzugte Opfer von Kriebelmücken sind Wild- und Weidetiere wie Rehe, Kühe und Pferde. Biologen vermuten, dass immer mehr Menschen von Kriebelmücken gestochen werden, weil der Wild- und Weidetierbestand in Deutschland im Laufe der letzten Jahre stetig zurückgegangen ist.

Wie andere Mückenarten auch sind Kriebelmücken nachtaktiv. Sie fühlen sich besonders in feucht-warmem Klima wohl und bevorzugen Feuchtgebiete und Wiesen. Vor allem in der Dämmerung und am Abend sollten Sie sich hier mit heller, langer Kleidung schützen. Nicht bedeckte Hautstellen sollten Sie mit Insektenschutzmitteln einsprühen. Am effektivsten sind Mittel, die DEET* oder Icaridin* enthalten. In Wohnungen oder Häuser dringt die Kriebelmücke jedoch in der Regel nicht ein.

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