Wie kann man sich schützen?

Lebensbedrohliche Gefahr durch Kriebelmücke

04. August 2020 - 19:06 Uhr

Die Kriebelmücke nähert sich lautlos und kann beißen

Eine besonders unangenehme Mückenart breitet sich hierzulande aus. Und zwar eine, die nicht sticht, sondern beißt. Die Bisse der sogenannten Kriebelmücke verursachen nicht nur starke Schwellungen der betroffenen Hautstellen, sie können sogar Blutvergiftungen auslösen. Dr. Christoph Specht erklärt im Video, wie gefährlich die Kriebelmücke tatsächlich ist.

Wie Sie die Kriebelmücke erkennen und was bei einem Biss passiert

Im Gegensatz zur gemeinen Mücke nähert sich die Kriebelmücke ihrem Opfer geräuschlos. Und statt zu stechen, beißt das nur etwa zwei bis sechs Millimeter große Insekt zu. Die Kriebelmücke hat eine blaugraue bis schwarze Farbe und erinnert an eine Fliege. Verantwortlich für die Schwellungen und den Juckreiz ist ihr giftiger Speichel.

Während die männlichen Kriebelmücken harmlos sind und sich ausschließlich von Pflanzen ernähren, ritzen die weiblichen Kriebelmücken mit ihrem säbelzahnartigen Mundwerkzeug weiche Hautstellen an. Das austretende Blut saugen die Insekten dann auf und injizieren ihrerseits ein Speicheldrüsensekret in die Wunde. Dieses hemmt zum einen die Blutgerinnung, zum anderen wirkt es schmerzbetäubend, sodass der Biss meist gar nicht bemerkt wird. Unser Körper schüttet nach einem Biss - ähnlich wie bei einer Allergie - Histamine aus, die eine Entzündungsreaktion verursachen. Die Folge: Die Haut um den Stich schwillt an.

Was tun bei einem Kriebelmücken-Biss? Das sagt die Dermatologin

Wie lässt sich so ein fieser Biss der Kriebelmücke nun behandeln? "Im Regelfall ist es völlig ausreichend, mit kühlenden Maßnahmen und Schonung der Körperpartie zu behandeln. Es reichen auch kühlende Cremes aus", sagt Dermatologin Dr. med. Nina Bunert. Gegebenenfalls können Sie die Körperstelle auch desinfizieren.

"Erst wenn der Stich nach 3 bis 4 Tagen nicht abheilt und es wirklich zu einer langandauernden Rötung und Schwellung kommt, sollte der Patient den Arzt aufsuchen", so Dr. Bunert. 

Denn wenn die Beißwerkzeuge der Kriebelmücken Bakterien enthalten, können sich die Beißwunden entzünden und extrem anschwellen. Es können Begleiterscheinungen wie Fieber auftreten. Schlimmstenfalls kann es zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung kommen. In diesem Fall sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, der Ihnen im Zweifel eine Therapie mit Antibiotika verschreiben wird.

Eigentlich bevorzugen Kriebelmücken Wildtiere

Bevorzugte Opfer von Kriebelmücken sind Wild- und Weidetiere wie Rehe, Kühe und Pferde. Biologen vermuten, dass immer mehr Menschen von Kriebelmücken gestochen werden, weil der Wild- und Weidetierbestand in Deutschland im Laufe der letzten Jahre stetig zurückgegangen ist.

Wie kann ich mich vor Kriebelmücken schützen?

Wie andere Mückenarten auch sind Kriebelmücken nachtaktiv. Sie fühlen sich besonders in feucht-warmem Klima wohl und bevorzugen Feuchtgebiete und Wiesen. Vor allem in der Dämmerung und am Abend sollten Sie sich hier mit heller, langer Kleidung schützen. Nicht bedeckte Hautstellen sollten Sie mit Insektenschutzmitteln einsprühen. Am effektivsten sind Mittel, die DEET* oder Icaridin* enthalten. In Wohnungen oder Häuser dringt die Kriebelmücke jedoch in der Regel nicht ein.

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