RTLZWEI TV-Doku "Armes Deutschland - Dürfen die das?"

Altenpfleger Uwe (52) und Sohn Miguel (12) leben am Existenzminimum

14. Oktober 2019 - 11:41 Uhr

Trotz Job kaum genug Geld

Udo und sein Sohn Miguel (12) wohnen an der niederländischen Grenze und leben am Existenzminimum. Beide zusammen haben nur 1045 Euro im Monat zum Leben - und das, obwohl der 52-Jährige Altenpflegehelfer ist. Als alleinerziehender Vater arbeitet Udo nur 30 Wochenstunden in Teilzeit, deswegen ist er trotz seines Jobs auf staatliche Unterstützung angewiesen. Wie die beiden mit ihrem Schicksal umgehen und was ihr größter Wunsch trotz Geldarmut ist, verraten wir im Video.

Uwe möchte seinem Sohn die richtigen Werte beibringen

Dieses Mal bei Bei "Armes Deutschland -Dürfen die das?": Uwe war vorher als technischer Zeichner lange arbeitslos und hat sehnlichst nach einer neuen Beschäftigung gesucht - und nun als Altenpfleger endlich seine Berufung gefunden. Der 52-Jährige ist stolz darauf, seinen Job auszuüben - egal wie wenig Geld auch zur Verfügung steht - er lebt seinem Sohn die richtigen Werte vor. "Ich möchte Miguel zeigen, dass es wichtig ist, das man arbeitet und zweitens, weil ich was tun wollte, weil ich meinem Sohn zeigen wollte: Jung, geh arbeiten, auch wenn du wenig verdienst. Mach was für dein Selbstvertrauen, für dein Selbstwertgefühl."

Dennoch leidet sein Sohn Miguel sehr unter der Armut. Nicht nur das fehlende Geld bedrückt ihn, der 12-Jährige hat durch eine Erbkrankheit auch noch Übergewicht - dadurch wird er von Mitschülern immer wieder gemobbt und muss sich oft bei seinem Vater ausweinen.

Existenzminimum, was heißt das?

Das sächliche Existenzminimum für einen Alleinstehenden beträgt aktuell 9.168 Euro. Für das Jahr 2020 steigt dieser Wert auf 9.408 Euro. Bis zu dieser Höhe müssen Einnahmen steuerfrei sein.

Bereits im Juli forderte Gesundheitsminister Jens Spahn, dass Pflegekräfte mindestens 2.500 Euro im Monat verdienen sollten. Aktuell sei der Mindestlohn in der Pflege zu niedrig. 11,05 Euro gibt es im Westdeutschland, 10,55 Euro im Osten der Bundesrepublik. Spahn fordere 14 Euro pro Stunde.

Zu viele Kinder leben hierzulande in Armut

Der prozentuale Anteil der Kinder und Jugendlichen in Hartz-IV-Haushalten ist in den letzten Jahren stetig angestiegen, so das Deutsche Kinderhilfswerk. Nach aktuellen Berechnungen erhöhte sich der Anteil der unter 18-Jährigen in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften auf jetzt 33,4 Prozent. Vor fünf Jahren hatte dieser Wert noch bei 31,3 Prozent gelegen. Zum Jahresende 2018 waren von 5.865.234 Personen in Bedarfsgemeinschaften 1.961.052 Kinder und Jugendliche. Deshalb braucht es aus Sicht der Kinderrechtsorganisation dringend eine Gesamtstrategie zur Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland und eine bedarfsgerechte Kindergrundsicherung.

Pläne des Arbeitsministeriums sehen unter anderen eine Art "Kindergrundsicherung light" in Form eines einheitlichen und einkommensabhängigen Kindergelds in Höhe von 389 Euro vor sowie die Einführung eines Rechtsanspruchs auf Teilhabe im Kinder- und Jugendhilfegesetz.

„Armes Deutschland -Dürfen die das?" bei TVNOW

"Armes Deutschland - Dürfen die das?": Altenpfleger Uwe und sein Sohn Miguel müssen mit 1045 Euro im Monat überleben.
"Armes Deutschland - Dürfen die das?": Altenpfleger Uwe und sein Sohn Miguel müssen mit 1045 Euro im Monat leben.
© RTLZwei

Seit Jahren ist "Armes Deutschland - Stempeln oder abrackern?" fester Bestandteil der Programmvielfalt bei RTLZWEI. Dabei begleitet die Dokumentation die Protagonisten hautnah in ihrem Alltag. Der Ableger "Armes Deutschland - Dürfen die das?" zieht nun erstmals Experten zu Rate und lässt sie anhand verschiedener Gesichtspunkte beurteilen, wie die aufsehenerregendsten Fälle der letzten Jahre zu werten sind.

Die Sendung mit Uwe und Miguel können Sie am Dienstag, den 15. Oktober 2019, um 20:15 Uhr bei RTLZWEI sehen. Danach kann die Folge auch bei TVNOW abgerufen werden.