Welle von Frauenmorden erschüttert Griechenland

Anna (31) und ihr Baby von Ex-Freund getötet – "sinnlos und unvorstellbar grausam"

Anna (31) und ihr Baby von Ziegenhirten erschossen Grausame Beziehungstat in Griechenland
00:56 min
Grausame Beziehungstat in Griechenland
Anna (31) und ihr Baby von Ziegenhirten erschossen

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"Am 30.9.2022 wurden Anna (31) und ihr Baby Stelios (10 Monate) in Griechenland sinnlos und unvorstellbar grausam aus dem Leben gerissen", schreibt Malena Wechsler Corres in ihrem Spendenaufruf. Sie sammelt Geld für die Beerdigung ihrer Schulfreundin Anna K. und deren kleinen Sohn. Der Ex-Freund (56) der 31-Jährigen tötete die beiden und nahm sich anschließend das Leben. Die Tat ereignete sich in einem Dorf im Norden Griechenlands – das Land wird seit letztem Jahr von einer Welle von Frauenmorden erschüttert.

Skateboarderin lernte ihren späteren Mörder in Griechenland kennen

Dieser Mann tötete sein Baby und dessen Mutter.
Dieser Mann tötete sein Baby und dessen Mutter.
RTL

Anna K., eine Deutsche mit griechischen Wurzeln, war eine international

bekannte Skateboarderin. Beruflich war sie unter anderem als Fotografin tätig, berichtet ihre Schulfreundin. Um eine Fotodokumentation über die Menschen in der Heimat ihrer Großeltern zu erstellen, reiste sie in ein kleines griechisches Bergdorf. Dort verliebte sich die Frau aus dem ostfriesischen Aurich in ihren späteren Mörder. Sie wanderte nach Griechenland aus und brachte ihren Sohn Stelios zur Welt.

Vier Jahre lang lebte Anna K. mit ihrem Freund zusammen. Im Juli zog sie mit dem Baby aus der gemeinsamen Wohnung aus. Medienberichten zufolge hatte sie das Sorgerecht für das Kind beantragt – ihr Ex-Freund drohte ihr für den Fall, dass sie mit Stelios Griechenland verlässt. Am 30. September brachte der 56-jährige Mann Anna K. und ihren Sohn in seinen Rinderstall und erschoss beide mit einem Jagdgewehr.

Schon 13 Femizide in Griechenland 2022

Anna K. ist bereits das 13. Opfer eines Femizids in Griechenland 2022. Im Vorjahr wurden mehr als 20 Frauen von ihren Partnern oder ehemaligen Partnern ermordet – so viele wie noch nie zuvor.

"Wir sind eine zutiefst sexistische und patriarchalische Gesellschaft", sagt Anna Vougiouka, Expertin für Geschlechterfragen. Patriarchat bedeute Kontrolle und dass ein Nein nicht akzeptiert werde. Zu Gewalt komme es vor allem dann, wenn eine Frau beschließt, einen patriarchalischen Mann zu verlassen. Strafrechtsprofessor Dimitris Kioupis von der Uni Athen fordert, den Begriff "Femizid" (Tötung von Frauen durch ihren Partner oder Ex-Partner) ins griechische Strafgesetzbuch aufzunehmen.

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Anna K. und ihr Baby beigesetzt

Bei Malena Wechsler Corres' Spendenkampagne kamen mehr als 24.000 Euro zusammen. Anna K. und ihr Baby wurden inzwischen beigesetzt. (bst)

Hier finden Sie Hilfe in schwierigen Situationen

Sollten Sie selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, suchen Sie sich bitte umgehend Hilfe. Versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über Ihre Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich. Hier finden Sie eine Übersicht über Hilfsangebote.

Wenn Sie schnell Hilfe brauchen, dann finden Sie unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.