Höhere Impfquote bis zum Winter unrealistisch

Aktuelle Umfrage: Mehrzahl der Ungeimpften lässt sich nicht umstimmen

Die Mehrheit der Ungeimpften lässt sich nicht umstimmen - zumindest in den nächsten zwei Monaten nicht.
Die Mehrheit der Ungeimpften lässt sich nicht umstimmen - zumindest in den nächsten zwei Monaten nicht.
© iStockphoto, iStock, E. Ozkan

28. Oktober 2021 - 11:20 Uhr

Aktuelle Forsa-Studie im Auftrag des BMG

Je höher die Zahl der Geimpften in der Bevölkerung, desto größer der allgemeine Schutz vor dem Coronavirus Sars-CoV-2 - kein ernstzunehmender Wissenschaftler würde diese Aussage bestreiten. Dennoch gibt es in Deutschland immer noch sehr viele Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen. Wird es noch gelingen, sie vom Nutzen der Impfung zu überzeugen? Laut einer vom Gesundheitsministerium (BMG) beauftragten aktuellen Forsa-Studie, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorab vorlag, sieht es damit schlecht aus. Was sind die Gründe dafür?

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„Epidemische Lage“ soll trotz mauer Impf-Quote beendet werden

Die deutsche Impfkampagne stockt schon seit längerem. Von den Menschen ab mindestens 18 Jahren sind bislang mit nur 76,9 % erst dreiviertel der Bevölkerung vollständig geimpft. Trotzdem will auch die kommende Bundesregierung die "Epidemische Lage von nationaler Tragweite" weitestgehend zum Ende des Novembers auslaufen lassen. Wird es noch gelingen, das verbleibende Viertel zu einer Impfung zu bewegen?

65 Prozent der Ungeimpften sagen: No way!

Eine aktuelle Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa, die das BMG in Auftrag gegeben hat, zeigt: Das wird nicht zu erreichen sein. Denn im Ergebnis gaben dort zwei Drittel, nämlich 65 Prozent, der rund 3000 ungeimpften Befragten an, sich "auf keinen Fall" in den nächsten zwei Monaten impfen zu lassen. 23 Prozent tendierten zu "eher nein". Lediglich zwei Prozent der Befragten wollten sich "auf jeden Fall" impfen lassen. Die restlichen zehn Prozent zeigten sich unentschlossen oder hielten eine spätere Impfung "eher" für möglich, so der Bericht des RND.

Lese-Tipp: Experte – Infektionsrisiko für Ungeimpfte bald extrem hoch

Laut der Umfrage hätten die Befragten vielfältige Gründe, warum sie die Schutzimpfung gegen das Coronavirus bisher nicht wahrgenommen haben, so der Bericht. Besonders zentral sind dabei Zweifel an der Sicherheit der jetzt verfügbaren Impfstoffe: Mit 74 Prozent hält die große Mehrheit sie für zu wenig erprobt, 62 Prozent befürchten Impfschäden und Langzeitfolgen.

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Belohnungen wären ganz kontraprodukiv

Anreize wie die Aufhebung aller Maßnahmen, strenge 2G-Regeln oder gar Belohnungen für das Impfen können die bisher Ungeimpften demnach nicht umstimmen. Auch Intensivstationen, die an ihre Kapazitätsgrenzen kommen, richten nichts aus. 89 Prozent der Befragten gaben laut RND beispielsweise an, letzteres habe keinerlei Einfluss auf die eigene Impfbereitschaft. Nur fünf Prozent meinen, dieser Umstand werde ihre Bereitschaft zu einer Impfung erhöhen. Belohnungen für Geimpfte könnten sogar das Gegenteil bewirken: 18 Prozent gaben an, dass dadurch ihre Impfbereitschaft sogar sinken würde.

Lese-Tipp: Weltärztebund warnt – Ungeimpfte Corona-Kranke überlasten die Intensivstationen

Nur die Zulassung von Totimpfstoffen könnte etwas ändern

Nur Totimpfstoffe mit abgetöteten Krankheitserregern, so wie sie Fußball-Profi Joshua Kimmich bevorzugen würde, könnte an dieser Anti-Haltung eventuell etwas ändern. 56 Prozent der Befragten gaben an, dass sich dadurch ihre Impfbereitschaft erhöhen würde. Nur ein vergleichsweiser kleiner Anteil von 36 Prozent meint, dies würde ihre Haltung zu einer Corona-Impfung nicht beeinflussen, so der Bericht. Die Erhebung wurde Ende September und Mitte Oktober durchgeführt. (ija)

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