Hochwasser-Drama im Kreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz)

Verzweifelte Suche: Fünfköpfige Familie rettet sich auf Dach - dann stürzt Haus angeblich in die Fluten

Vater Mike und Mutter Svenja sollen mit ihren Kindern Yannik , Antonio und Isabel von den Fluten mitgerissen worden sein.
Vater Mike und Mutter Svenja sollen mit ihren Kindern Yannik , Antonio und Isabel von den Fluten mitgerissen worden sein.
© Facebook/Denise Festerling

22. Juli 2021 - 11:13 Uhr

Ist die fünfköpfige Familie aus dem Ahrtal in der Flut gestorben?

Acht Tage nach dem verheerenden Hochwasser mit mindestens 125 Toten in Rheinland-Pfalz ist die Lage im Ahrtal immer noch dramatisch. Über die Sozialen Medien versuchen verzweifelte Angehörige, ihre Liebsten zu finden. So auch Denise Festerling aus Bergheim an der Erft (Nordrhein-Westfalen). In einem dramatischen Post sucht sie in der Facebook-Gruppe "Hochwasserhilfe für den Großraum Eifel" nach ihren Freunden und deren Kindern. Die fünfköpfige Familie aus Ahrbrück (Kreis Ahrweiler) soll sich anfangs noch auf das eigene Hausdach gerettet haben, bevor dieses durch die Lasten der Sturzflut in sich zusammengebrochen sein soll. Seither gebe es von der jungen Familie kein Lebenszeichen mehr.

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Mama Svenja, Papa Mike und ihre Kinder Yannik, Antonio und Isabel von Flut mitgerissen

"Vermisst werden meine Freunde und Patenkinder aus dem Hochwassergebiet Ahrbrück in der Eifel", schreibt Denise Festerling in einem emotionalen Facebook-Post. Demnach hätten sich Papa Mike und Mama Svenja mit ihren Kindern Yannik, Antonio und Isabel auf das Dach ihres Hauses, in dessen Untergeschoss sich ein griechisches Restaurant befand, gerettet. Zeugen wollen jedoch beobachtet haben, dass dieses Haus unter den kräftigen Wassermassen zusammenbrach. In einem Update schreibt Denise Festerling: "Leider muss ich euch mitteilen, dass die Recherchen letztlich mit niederschmetternder Sicherheit ergeben haben, dass das Haus der Familie restlos in die Ahr gestürzt ist und jemand beobachtet hat, dass die gesamte Familie sich in diesem Moment auf dem Hausdach befunden hat."

THW: Opfer werde man wohl nur noch bergen können, nicht mehr retten

Die Hoffnung, in den Trümmern der völlig zerstörten Orte noch Lebende zu finden, schwindet mit jedem weiteren Tag. "Wir suchen aktuell noch nach Vermissten, etwa beim Räumen der Wege oder Auspumpen der Keller", erklärt Sabine Lackner, Vizepräsidentin des Technischen Hilfswerks (THW) gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Zu diesem Zeitpunkt ist es aber leider sehr wahrscheinlich, dass man Opfer nur noch bergen kann, nicht mehr retten."

Im Video: 15-Jähriger rettet Feuerwehrmann aus der Flut.

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Polizei sammelt weiter Vermissten-Hinweise über Portal

Die Polizei Rheinland-Pfalz bittet weiterhin darum, Video- und Foto-Hinweise über das eingerichtete Portal einzureichen. Es gibt außerdem Hotlines für die jeweiligen Landkreise:

Ahrweiler 0800 – 65 65 651
Bonn 0228 – 71 70
Rhein-Sieg-Kreis 02241 – 13 62 52
In akuten Notfällen 112

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