Lockerungen für Geimpfte - Kritik an der Umsetzung

Ärzte warnen: Geimpfte müssen unbedingt weiter getestet werden!

05. Mai 2021 - 8:28 Uhr

Geimpfte sollen wieder ohne Tests in Geschäfte und Co. gehen dürfen

Wir alle sehnen uns nach einem Funken mehr Normalität nach diesen vielen Monaten kräftezehrender Pandemie. Und in dieser Woche scheint es Bewegung zu geben, zumindest für einen Teil der Bevölkerung: Für die Geimpften und Genesenen. Noch in dieser Woche entscheiden Bundestag und Bundesrat möglicherweise über Rechte für Geimpfte.

In dem Entwurf, der auch RTL vorliegt, heißt es unter anderem, dass Geimpfte und Genesene künftig auch ohne Tests wieder in Geschäfte, Zoos oder zum Friseur dürfen. Doch genau davor warnen nun die Amtsärzte.

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LESE-TIPP: Das ist für Geimpfte und Genesene geplant

Ärzteverband: "Fatal, wenn Geimpfte und Genesene von allen Testpflichten ausgenommen werden"

"Geimpfte müssen unbedingt weiterhin getestet werden. Es wäre fatal, wenn Geimpfte und Genesene künftig von allen Testpflichten etwa bei der Einreise ausgenommen würden", sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Ohne umfassende Tests verlieren wir den Überblick über das Infektionsgeschehen - gerade auch mit Blick auf Virusvarianten.", so Teichert. Wenn Reiserückkehrer nicht mehr getestet würden, wisse man nicht, ob sie Mutanten einschleppen.

Sie kritisierte zudem, dass die Bundesregierung Geimpften Rechte zurückgeben wolle, bevor ein einheitlicher Nachweis für den Impfstatus zur Verfügung stehe. "Die Politik darf nicht den zweiten Schritt vor dem ersten gehen: Bevor es bundesweit Erleichterungen für Geimpfte gibt, muss ein einheitliches Zertifikat als Impfnachweis eingeführt werden", sagte sie. Das Zertifikat müsse digital und in Papierform zur Verfügung stehen und unbedingt fälschungssicher sein.

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Könnten in Deutschland bereits mehr Menschen geschützt sein? Wer trägt die Schuld am Impf-Desaster? Die Bundesregierung? Die EU? Die Hersteller? Oder die Bundesländer? Die Dokumentation geht den Verantwortlichkeiten auf den Grund. Auf TVNOW: "Zwischen Hoffnung und Tod"

Polizei: Muss klar sein, welche Papiere mitgeführt werden sollen

In eine ähnliche Kerbe schlägt auch die Gewerkschaft der Polizei: Der stellvertretende Vorsitzende der GdP, Jörg Radek, sagte im ARD-"Nachtmagazin" mit Blick auf Kontrollen der Polizei, aus der geplanten Verordnung müsse klar hervorgehen, für wen was gelten solle. Ebenso müsse klar sein, welche Papiere die Menschen in Sachen Corona mit sich führen müssten. Gut 28 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sind inzwischen mindestens einmal gegen Corona geimpft, wie das Robert Koch-Institut am Montagmittag mitgeteilt hatte. Vollen Impfschutz haben demnach bislang acht Prozent der Bevölkerung.

Federführend bei den Plänen und Regelungen für die Impf-Freiheiten sei nun übrigens - ähnlich wie bei der Vorbereitung der Ministerpräsidenten-Konferenzen – Kanzleramts-Chef Helge Braun, erfuhr RTL aus Regierungskreisen. Man nehme das Thema sehr ernst: Auf keinen Fall dürfe "nun Murks passieren", heißt es. Lieber wolle man noch eine Woche länger warten als zu riskieren, dass die neue Verordnung wieder von Gerichten einkassiert würde. Braun hat am Montag Abend mit den Chefs der Staatskanzleien gesprochen. Nach RTL-Informationen sieht NRW den Lockerungen positiv entgegen und auch andere Länder seien froh, dass dieser Schritt jetzt beschleunigt wird.

Mehr zu den aktuellen Planungen der Politik berichtet Franca Lehfeldt. (s. Video oben)

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dpa/eku

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