Erleichterungen für Geimpfte und Genesene

Das dürfen Geimpfte ab Sonntag wieder

10. Mai 2021 - 8:20 Uhr

Seit Sonntag: Geimpfte und Genesene können wieder mehr Freiheiten genießen

Für Millionen Menschen, die gegen das Coronavirus vollständig geimpft oder von einer Erkrankung genesen sind, fallen viele Alltagsbeschränkungen weg. Einen Tag nach dem Bundestag stimmte am Freitag auch der Bundesrat einer Verordnung zu, die Grundrechtseinschränkungen für diese Gruppen aufhebt. Anschließend verkündet Bundesjustizministerin Christine Lambrecht: Die Beschlüsse werden ab Sonntag umgesetzt. "Das ist ein ganz wichtiger Schritt hin zu mehr Normalität", sagte die Ministerin. Was sich nun ändert, haben wir für Sie zusammengefasst.

7,4 Millionen Menschen vollständig gegen Corona geimpft

Die Erleichterungen gelten für die Betroffenen 14 Tage nach Erhalt der vollständigen Impfung. Bei drei der vier zugelassenen Vakzine sind dafür zwei Impfungen notwendig. Wer eine Coronavirus-Infektion hinter sich hat, braucht entsprechend einen Genesenennachweis. "Wenn die Infektionszahlen weiter sinken, werden zügig weitere Schritte folgen", sagte die Ministerin.

Vollständig mit der nötigen zweiten Spritze geimpft sind inzwischen knapp 7,4 Millionen Menschen und damit 8,8 Prozent der Bevölkerung. Mindestens eine erste Impfung haben dem Bundesgesundheitsministerium zufolge mittlerweile 26,2 Millionen (Stand 7. Mai). Dies entspricht einem Anteil von 31,5 Prozent.

Keine Grenze mehr für private Treffen

Für Treffen, an denen ausschließlich vollständig Geimpfte oder Genesene teilnehmen, gibt es laut Justizministerium keine Obergrenze mehr. Das bedeutet: Sie dürfen sich mit beliebig vielen anderen Geimpften und Genesenen treffen. Nehmen noch andere, nicht immunisierte Personen an dem Treffen teil, gelten die Geimpften und Genesenen nicht als weitere Personen.

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Keine Ausgangssperre mehr

Ausgangssperren gelten für Geimpfte und Genesene nicht mehr. Wie diese Regelung aber umgesetzt werden soll und wie zum Beispiel Polizisten bei Kontrollen überprüfen sollen, ob man das Haus verlassen darf, erläuterte die Ministerin zunächst nicht. Auch nicht, ob man seinen Impfpass ab Sonntag mitführen sollte, wenn man das Haus nach der Ausgangssperre verlässt.

Keine Corona-Tests mehr

Geimpfte und genesene Menschen werden ab Sonntag den Negativ-Getesteten gleichgestellt. Demnach brauchen diese Gruppen künftig keinen negativen Test mehr, wenn sie einkaufen oder zum Friseur gehen.

Keine Quarantäne mehr

Wer eine Immunisierung hat, wird zukünftig auch von der Quarantänepflicht ausgenommen. Das gilt sowohl für Kontaktpersonen von Infizierten als auch für Personen, die aus dem Ausland einreisen. Es gibt aber eine Ausnahme: Wer Kontakt zu einer Person hatte, die mit einer in Deutschland noch nicht verbreiteten, aber besorgniserregenden Mutation infiziert ist, muss weiterhin in Quarantäne.

Nicht alle Regeln außer Kraft

Auch wer geimpft oder genesen ist, muss sich weiterhin an einige Maßnahmen halten. Maskenpflicht und Mindestabstand gelten auch weiter für diese Gruppen. "Bei dem Gebot, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen oder einen Mindestabstand zu anderen Personen einzuhalten, handelt es sich um vergleichsweise wenig eingriffsintensive Schutzmaßnahmen, die aber dazu beitragen können, ein auch bei geimpften, genesenen oder getesteten Personen noch bestehendes Risiko einer Übertragung zusätzlich zu reduzieren", heißt es in einem entsprechenden Papier des Justizministeriums.

Außerdem gelten die Lockerungen ausdrücklich nicht für Menschen, die typische Corona-Symptome zeigen – egal ob geimpft oder nicht.

Wer gilt als genesen?

Als genesen gilt man, wenn man eine Corona-Infektion durchgemacht hat. Das Testergebnis muss dabei mindestens 28 Tage alt und maximal sechs Monate alt sein. Im Entwurf ist die Rede von einem "Genesenennachweis". Das ist ein "Nachweis hinsichtlich des Vorliegens einer vorherigen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache auf Papier oder in einem elektronischen Dokument wenn die zugrundeliegende Testung durch eine Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR) erfolgt ist".

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