Nur 105 Euro pro Operation

Ärzte bestreiken Mandel-OPS wegen mieser Bezahlung - was das für Eltern und Kinder bedeutet!

Mandel-OP: Wann ist sie wirklich sinnvoll? Tipps für die Erkältungszeit
01:46 min
Tipps für die Erkältungszeit
Mandel-OP: Wann ist sie wirklich sinnvoll?

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von Lauren Ramoser

105 Euro für eine Mandel-Operation bei einem Kind – das ist den niedergelassenen Hals-Nasen-Ohren-Ärzten zu wenig und deswegen bestreiken sie diese Routine-Operationen aktuell. Hier erklärt Mediziner Dr. Christoph Specht, was das jetzt für Eltern und deren kranke Kinder bedeutet.

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Im Video: Wann eine Mandel-OP wirklich sinnvoll ist!

Ärzte wollen bessere Bezahlung

„Die Kosten für alles steigen und die Vergütung sinkt“, erklärt Dr. Christoph Specht die Situation der operierenden Ärzte. „Die haben den Kaffee auf!“ Und das für eine Operation, die laut Specht, „nicht so ganz ohne“ sei. Denn auch wenn die Entfernung der Mandeln ein Routineeingriff sei, komme es immer wieder zu schweren Blutungen – auch Tage nach der Operation.

Für einen solchen ambulanten Eingriff bekommen die Mediziner 105 Euro von den Kassen. Davon müssen sie dann Personal, Ausrüstung und laufende Kosten für die Praxis stemmen. Für den Arzt selbst bleibt da nicht viel übrig.

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Um über eine bessere Bezahlung zu verhandeln, setzen die eigentlich operierenden Ärzte diese OPs aktuell aus. Doch was bedeutet das für Eltern mit kranken Kindern?

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Wie häufig sind Mandeloperationen bei Kindern notwendig?

Laut Dr. Specht ist eine Entfernung der Mandeln immer dann sinnvoll, wenn ein Kind wirklich häufig krank ist. „Es gibt Kinder, die haben alle drei, vier Wochen eine Erkältung oder Mandelentzündung“, stellt Dr. Specht klar. „Dann sind die Mandeln sehr zerklüftet.“

Da die Operationen aber sowieso nur dann durchgeführt werden könnten, wenn die Mandeln gerade nicht entzündet seien, ließen sich die Mandel-OPs gut planen, erklärt der Mediziner. Akut notwendig seien sie daher nur selten.

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Was bedeutet das für Eltern und Kinder?

Bislang wurden diese Eingriffe von niedergelassenen HNO-Ärzten durchgeführt. Sollten die sich aber weiter weigern, müssten die OPs in Kliniken gemacht werden. „Das wollen die Kassen auch nicht, weil das teurer wird“, so Dr. Specht. Und auch für die Kliniken wäre das ein deutlicher Mehraufwand, da die kleinen Patienten dann stationär aufgenommen werden müssten.

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Daher glaubt der erfahrene Mediziner: „Ich gehe davon aus, dass man da eine Lösung finden wird.“ Schließlich sei das Ziel des Streiks, eine fairere Bezahlung der Ärzte auszuhandeln.