Qualität hat offenbar ihren Preis...

ADAC testet E-Tretroller: Diese Scooter sind gut und sicher

© Daniel CHETRONI (Daniel CHETRONI (Photographer) - [None], Daniel CHETRONI

14. November 2019 - 10:16 Uhr

Die drei teuersten Roller landen auf dem Treppchen

Keine Frage, am E-Tretroller scheiden sich die Geister. In Großstädten stehen oder liegen die Geräte von Verleihern wie Lime oder Tier an jeder Ecke herum - immer griffbereit und mietbar. Doch wer so einen Tretroller mit Elektromotor nicht nur mieten, sondern privat kaufen will, muss für gute Qualität tief in die Tasche greifen. Das hat der ADAC in einem Test von acht Modellen zwischen 549 und 2.399 Euro ermittelt. Die teuersten drei Roller stehen am Ende auf dem Treppchen. Sie schneiden wie noch ein weiterer "gut" ab. Ein Roller für 799 Euro ist "mangelhaft" und fällt durch. "Befriedigend" sind drei Scooter, darunter der billigste auf dem vorletzten Platz.

Punktsieg für den BMW-Tretroller

Der teuerste Roller ist auch der am besten bewertete: Für den ADAC ist der "BMW X2 City" für knapp 2.400 Euro der Testsieger (Note "gut", 1,9). Er punktet unter anderem mit seiner Verarbeitung, gut dosierbaren hydraulischen Bremsen und komfortablen Luftreifen mit 16 Zoll. Und als einziger im Test hat er einen austauschbaren Akku.

Die Nachteile des BMW-Scooters: Das gewöhnungsbedürftige Fußpedal zum "Gas geben". Zudem ist er mit 21,2 Kilo der zweitschwerste im Test. Bei der gemessenen Reichweite weicht er fast rund ein Drittel von den Herstellerangaben ab. Das verhinderte ein "sehr gut", so der ADAC.

Das ADAC-Roller-Ranking auf einen Blick

Platz 1 - "BMW X2 City", Preis knapp 2.400 Euro; Note "gut" (1,9)
Platz 2 - "Egret Ten V4"* für rund 1.650 Euro; Note "gut" (2,0)
Platz 3 - "Metz Moover"* für knapp 1.900 Euro und "IO Hawk Exit-Cross" für 1.199 Euro; beide Note "gut" (2,5).

Die Modelle im preislichen Mittelfeld von 549 bis 1.249 Euro schnitten "befriedigend" ab (3,3 bis 2,6).

Das Schlusslicht für immerhin 799 Euro ist "mangelhaft" (5,0). Warum? Recht kleine Vollgummireifen, abrupter Antrieb und eine schlecht dosierbare Trommelbremse am Vorderrad machen den Roller instabil. Im Test brach die Feder am Vorderraddämpfer und beim Überfahren eines Bordsteins versagte der Klappmechanismus.

Wie lassen sich die Roller vor Dieben sichern?
Einzig am Testsieger lässt sich mit Hilfe einer Pin der Antrieb sperren, was ein unbefugtes Losfahren verhindern soll. An fünf Modellen finden sich Haken. Damit lassen sie sich mit einem Schloss an festen Gegenständen sichern.

Im Test nennen die Hersteller zwischen 20 und knapp 50 Kilometer als Reichweite. Die gemessenen Werte wichen aber "teils drastisch" davon ab, so der ADAC. Und auch ein Blick auf die zulässigen Fahrergewichte ist wichtig: Sie reichen im Test von 88 bis 129 Kilo. Da kann es für schwere Menschen zum Teil schon eng werden.

Darauf sollten Sie beim Tretroller-Kauf achten

Zudem ist das Gewicht des Rollers selbst im Alltag wichtig: Vor allem Pendler sind auf ein geringes Eigengewicht der Roller und einen einfachen Klappmechanismus angewiesen. Zwei Roller im Vergleich wiegen über 20 Kilo. "Für einen Transport in Bus und Bahn eindeutig zu viel", resümiert der ADAC.

Wer einen Roller kaufen will, sollte nicht auf eine Probefahrt verzichten und sich ein Modell mit möglichst großen Rädern aussuchen. Sie sorgen für eine stabilere Fahrweise. Hydraulische Bremsen an beiden Rädern sind ein weiteres Plus für die Sicherheit.
Quelle: DPA

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