Mann wegen Doppelmordes vor Gericht

Wegen verschmähter Liebe? 30-Jähriger lauerte Frauen auf und stach dann 38 Mal zu

Am Mittwoch hat der Mordprozess gegen einen 30-Jährigen in Itzehoe begonnen.
Am Mittwoch hat der Mordprozess gegen einen 30-Jährigen in Itzehoe begonnen.
RTL Nord

von Kai Ziemen und Nicole Ide

Er soll zwei Frauen in Elmshorn (Schleswig-Holstein) aufgelauert und danach mit dem Messer immer wieder auf die 19- und 23-Jährige eingestochen haben. Seit Mittwoch (4.1.2022) steht der mutmaßliche Täter wegen zweifachen Mordes vor dem Landgericht Itzehoe.

Angeklagter zeigt keine Regung

Am 9. Juli 2022 geschieht der Doppelmord in der Innenstadt von Elmshorn im Kreis Pinneberg.
Am 9. Juli 2022 geschieht der Doppelmord in der Innenstadt von Elmshorn im Kreis Pinneberg.
TV Newskontor

Mit Handschellen und Mütze betritt Hussein M. den Gerichtssaal, danach sitzt der 30-Jährige mit verschränkten Armen und versteinertem Gesichtsausdruck auf der Anklagebank, während die Anklageschrift verlesen wird. Am 9. Juli 2022 soll er eine junge Frau mit 18 und die zweite mit 20 Messerstichen in ihrer Wohnung getötet haben. Hussein M. wird noch in Tatortnähe von der Polizei festgenommen.

Opfer werden völlig überrascht

Am Mittwoch hat der Mordprozess gegen einen 30-Jährigen in Itzehoe begonnen.
Staatsanwältin Maxi Wantzen vom Landgericht Itzehoe im Interview mit RTL.
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Unter einem Vorwand habe sich Hussein M. Zugang zu dem Mehrfamilienhaus verschafft, in dem die 19- und die 23-Jährige gemeinsam wohnen. So kann er laut Anklage den Frauen vor der Wohnung auflauern und warten bis die Wohnungstür sich öffnet. Als das passiert, geschieht das Blutbad. Mit einem Klappmesser sticht er zu. Die Verletzungen der beiden Frauen sind so schwer, dass sie unmittelbar nach der Messerattacke sterben. „Dem Angeklagten wird vorgeworfen, heimtückisch getötet zu haben, weil er die Geschädigten überrascht hat“, erklärt die Staatsanwältin Maxi Wantzen im Interview mit RTL.

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Mord aus Heimtücke

Deshalb wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann aus Eritrea auch Heimtücke vor. „Die haben nicht mit einem Angriff gerechnet, die wussten nicht, dass der Angeklagte zu ihnen kommt und deswegen waren sie in dieser Situation wehrlos“, ergänzt Wantzen. Beide Opfer kommen ebenfalls aus Eritrea. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es eine Beziehung zu einer der Opfer gab und sich die junge Frau aber dieser Beziehung entzogen habe und die Beziehung nicht mehr wollte. „Und deswegen der Angeklagte sich verschmäht gefühlt hat“, so die Staatsanwältin.

Zeuge hört Schreie und entdeckt Blut im Treppenhaus

Habibullah Afif war der Nachbar der Ermordeten Frauen in Elmshorn. Er hat ihre Todesschreie gehört.
Habibullah Afif ist der Nachbar der Ermordeten Frauen in Elmshorn. Er hörte ihre Todesschreie,
RTL Nord

Am Tag der Tat im Sommer 2022 alarmiert ein Nachbar schließlich die Polizei, weil er eine Frau sehr laut schreien hört - dreimal. „Und danach ist es stumm. Danach ist alles stumm!", beschreibt Habibullah Afif das Geschehen am 9. Juli in einem Interview mit RTL. Dann sieht er den Mann rausgehen und danach das mit Blut verschmierte Treppenhaus. Mehrere Streifenwagen, Sanitäter und zwei Notärzte kommen zu dem Mietshaus mit Sozialwohnungen in der Elmshorner Innenstadt, aber jede Hilfe für die beiden Frauen ist zu spät.

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Angeklagter schweigt

Der erste Prozesstag endet nach Verlesung der Anklageschrift und bisher sagt der Angeklagte zu den Vorwürfen nichts. Erst zum kommenden Termin, am 23. Januar ist auch eine Erklärung der Verteidigung geplant. Hussein M., der zuletzt in Tuttlingen in Baden-Württemberg gemeldet war, droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.