Tragischer Todesfall in Rostock

Mädchen (2) stirbt nach Kita-Essen: Das sagen Eltern der Tagesstätte über den Vorfall

25. Februar 2021 - 14:38 Uhr

Mutter: "Man kann keinem wirklich die Schuld geben"

Nach dem Tod eines zweijährigen Mädchens in einer Kita im Rostocker Stadtteil Lütten Klein ist die Betroffenheit groß – auch bei den Eltern, die ihre Kinder jeden Tag der Obhut der Erzieher anvertrauen. RTL-Reporter Stefan Tretropp hat mit zwei Müttern gesprochen, die im Video über den Vorfall sprechen.

Kita hat Eltern noch nicht über den tragischen Vorfall informiert

Was genau sich am Freitagmittag in der Kindertagesstätte ereignet hat, ist noch nicht abschließend geklärt. Ergebnisse einer Obduktion werden für Mittwoch erwartet. Stand jetzt gehen die Ermittler jedoch von einem Unfall aus. Ein Todesermittlungsverfahren laufe, um die Umstände und die Ursache des Todes zu klären. "Wir haben derzeit keine Anzeichen vorliegen, dass ein Fremdverschulden vorliegen könnte", sagt Harald Nowack, Sprecher der Staatsanwalt Rostock.

Nach RTL-Informationen soll sich das Kind beim Mittagessen an einem Würstchen verschluckt haben. Erzieher und Ärzte hätten noch versucht, das Mädchen zu reanimieren. Nowack zufolge sei es jedoch kurz nach seiner Einlieferung in der Kinderklinik verstorben. "Es tut mir leid für die Eltern", sagt eine Mama, die gerade ihr Kind am Dienstagmorgen in die Kita gebracht hat. Die Leitung habe noch keine Info zu dem Vorfall herausgegeben, sie selbst habe aus dem Radio von dem Todesfall erfahren, wisse nicht einmal, in welcher Gruppe die Zweijährige war.

Doch sie betont: "Ich bin der Meinung, man kann keinem wirklich die Schuld geben kann. Es war ein unglücklicher Unfall." Es hätte ebenso ihrer Tochter passieren können, die im selben Alter wie das verstorbene Mädchen sei. Zwar suche man in einer solchen Situation einen Verantwortlichen, "aber wenn man genau darüber nachdenkt, kann man keinem wirklich die Schuld geben. Und die Erzieher sind hier alle sehr lieb. Ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass mein Kind hier nicht gut aufgehoben ist". Eine andere Mutter ist der gleichen Meinung. Was sie zu dem Vorfall sagt und mit welchem Gefühl die Eltern ihre Kinder nun in die Tagesstätte bringen – im Video.

Welche Snacks für kleine Kinder lebensgefährlich werden können, erfahren Sie hier. Und: Erste Hilfe beim Kind: Was Sie bei einem Erstickungsunfall tun sollten, können sie hier nachlesen.

Ersticken gehört zu den zehn häufigsten Todesursachen bei Kindern

Laut Statistischem Bundesamt gehört Ersticken zu den zehn häufigsten Todesursachen bei Kindern unter 15 Jahren. So auch beim kleinen Lilian, der 2014 auf einem Campingplatz in Frankreich an einem Stück Wurst erstickte. Die Eltern haben den deutschen Hersteller Herta verklagt, ein Urteil in dem Fall wird aber frühestens im Oktober erwartet. Auch die zwei Jahre alte Tochter von Countrysänger Ned LeDoux starb im Oktober 2019 bei einem "tragischen Erstickungsunfall" zu Hause.

Glimpflich davongekommen ist der einjährige Michael aus Florida. Er hatte sich an einem Keks verschluckt. Doch Polizisten schafften es in letzter Sekunde, sein Leben zu retten. Die heldenhafte Rettungsaktion – im Video.