Das war bei den Kundgebungen los

1. Mai-Demos trotz Corona: Kundgebung in Berlin eskaliert - Polizisten verletzt

03. Mai 2021 - 10:07 Uhr

Demonstration zum Tag der Arbeit in Berlin eskaliert

Linke und rechte Gruppierungen, Gewerkschaften und Gegner der Corona-Maßnahmen - überall in Deutschland wird zum Tag der Arbeit demonstriert. In Berlin kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demo-Teilnehmern und der Polizei. Auf der Sonnenallee hagelte es Flaschen und Steine gegen Beamte, wie dpa-Reporter beobachteten. Polizisten wurden angegriffen, als sie Störer aus der Menge ziehen wollten. Der Protest wurde daraufhin abgebrochen. Der Versammlungsleiter habe die Demonstration am Samstagabend für beendet erklärt, nachdem er selbst aus der Menge angriffen worden sei, teilte die Polizei mit.

 Auftaktkundgebung zur revolutionären 1. Mai Demonstration in Berlin-Neukölln
In Berlin-Neukölln haben sich Tausenden Demonstranten versammelt.
© imago images/Marius Schwarz, Marius Schwarz via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Berlin: Demonstranten strömen zum Hermannplatz

Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Müllcontainer und Paletten wurden angezündet. Sanitäter waren im Einsatz. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen. Auch in der Nähe der Neukölln Arcaden wurden Teilnehmer festgenommen. Die Polizei beschlagnahmte einen Lautsprecher der Demonstranten und räumte eine Kreuzung frei.

In Berlin versammelten sich am Abend Tausende Menschen um den Hermannplatz im Stadtteil Neukölln und warteten auf den Beginn der "Demonstration zum revolutionären 1. Mai". Die Polizei sprach vor Beginn von 5.000 Menschen, allerdings strömten zu dem Zeitpunkt noch zahlreiche weitere Demonstranten auf den Platz. Die Organisatoren gaben die Teilnehmerzahl mit mehr als 20.000 an.

Demonstration zum 1. Mai in Berlin
Die Demonstranten strömten zum Hermannplatz in Berlin.
© AP, Markus Schreiber, MS

Demonstranten zünden Feuerwerkskörper

Weil die Corona-Regeln nicht eingehalten wurden, verzögerte sich der Start des Zuges zunächst. In der Menge rund um den Platz schwenkten die Demonstranten Fahnen, Transparente waren zu sehen. Auch Feuerwerkskörper wurden gezündet. Straßen wurden abgesperrt, viele Mannschaftswagen der Polizei waren postiert.

Nach Angaben der Polizei wurden bislang drei Polizisten verletzt. Aus der Menschenmenge heraus seien Nebeltöpfe gezündet und vereinzelt Böller auf Einsatzkräfte geworfen worden, teilte die Polizei bei Twitter als vorläufigen Stand mit. Dabei seien die drei Polizisten verletzt worden.

Bereits tagsüber gab es in der Hauptstadt zahlreiche Kundgebungen. Unter anderem protestierten rund 10.000 Rad fahrende Kapitalismuskritiker im Villenviertel Grunewald. Am anderen Ende der Stadt - in Lichtenberg - versammelten sich rund 200 Gegner der Pandemiemaßnahmen. Im Bereich um den Ostbahnhof kamen Menschen "für die Wiederbelebung der Kultur- und Clubszene" zusammen. Nach Angaben der Polizei waren in der Hauptstadt 5.600 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz.

Demonstration in Berlin
In Berlin versammeln sich Tausende Menschen zu einer 1. Mai-Kundgebung.
© AP, Markus Schreiber, MS

Hamburg: Polizei nimmt 150 linke Demonstranten fest

In Hamburg löste die Polizei eine Versammlung vor der Roten Flora mit Wasserwerfern auf. Hunderte Menschen hatten sich am Nachmittag auf der Piazza vor dem linksautonomen Zentrum versammelt, ohne den Mindestabstand zu beachten. Nach mehrmaliger Aufforderung, den Platz zu verlassen, spritzten zwei Wasserwerfer die Straße frei. Am Abend stoppte die Polizei eine nicht genehmigte Demonstration von Linksradikalen gestoppt und setzte rund 150 Demonstranten am Lohmühlenpark in St. Georg fest.

Schon am Mittag wurde eine Demonstration mit laut Polizei rund 80 Linksextremisten zwischen Schanzenpark und U-Bahnhof Schlump gestoppt. Es kam vereinzelt zu Handgreiflichkeiten, als Beamte die Demonstranten aus der anarchistischen Szene von der Straße drängten. Eine Gruppe von mehr als 40 größtenteils schwarz gekleideten Demonstranten wurde wenig später in der Nähe der Messehallen von der Polizei eingekesselt. Sie seien in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Polizeisprecher.

Böller bei 1. Mai-Demo in Leipzig

In Leipzig berichtete die Polizei von Böllerwürfen auf ihre Einsatzkräfte. Demnach waren rund 200 Teilnehmer einer vorherigen Kundgebung in Richtung des Stadtteils Connewitz gezogen. Mobile Aufzüge seien derzeit allerdings nicht erlaubt, sagte ein Polizeisprecher. Daher habe die Polizei dort Kräfte zusammengezogen. Aus einer Gruppe von 20 bis 30 Menschen seien Pyrotechnik und Gegenstände auf die Polizisten geworfen worden. Daraufhin seien mehrere Verdächtige festgesetzt worden.

Auch rechte Demonstranten gehen am 1. Mai auf die Straße

An einem Autokorso in Erfurt, zu dem die Thüringer AfD am Tag der Arbeit aufgerufen hat, haben sich nach Polizeiangaben rund 240 Fahrzeuge beteiligt. An einem NPD-Aufzug in Greifswald nahmen laut Polizei etwa 170 Menschen teil, auch in Essen protestierte die Partei. Im sächsischen Plauen demonstrierte die rechtsextreme Kleinstpartei III. Weg, die Veranstalter mussten sich aber mit 25 Teilnehmern begnügen.

Demonstranten in Essen
1. Mai Demonstrationen in Essen
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In Bayern demonstrieren die Motorradfahrer

In Bayern fand die größte Demo des Tages auf Motorrädern statt. Rund 7.500 Motorradfahrer demonstrierten in Nürnberg gegen mögliche Wochenend-Fahrverbote. Der Bundesrat hatte diese vor einem Jahr der Bundesregierung für besondere Konfliktfälle nahegelegt - also in Gemeinden, in denen die Bürger stark unter Motorradlärm leiden.

Quelle: dpa, RTL.de

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