Zwei Frauen, der gleiche Schicksalsschlag Ihre Männer starben am selben Tag – heute verbindet Verena Wriedt und Silke Telgen etwas ganz Besonderes
Zwei Frauen, derselbe Schicksalsschlag – und eine Freundschaft, die beiden neuen Lebensmut schenkt.
Moderatorin Verena Wriedt und Silke Telgen verlieren am 17. Juni 2021 ihre Ehemänner. Beide Männer sterben an einem Herzinfarkt. Heute sind Verena und Silke enge Freundinnen, beide wieder verliebt – und haben gemeinsam ein Buch über Trauer, Neuanfänge und einen „Club“ geschrieben, dem niemand freiwillig beitreten möchte. Mit Frauke Ludowig haben sie darüber gesprochen.
Verena Wriedt und Silke Telgen: Ihre Männer sterben am selben Tag
Es ist ein Datum, das das Leben von Verena Wriedt und Silke Telgen für immer verändert: der 17. Juni 2021. An diesem Tag verlieren beide ihre große Liebe. Beide Ehemänner sterben an einem Herzinfarkt. „Wir haben vor fünf Jahren unsere Männer am selben Tag verloren“, erzählt Verena im Gespräch mit Frauke Ludowig. Plötzlich seien sie Teil eines „Clubs“ gewesen, „in dem du einfach nicht sein willst. Weil das vermutlich so mit das Schlimmste sein kann, was dir überhaupt nur passieren kann.“ Heute haben die beiden genau diesem Gefühl einen Namen gegeben. Ihr gemeinsames Buch heißt „Der Club, dem niemand beitreten will“. Darin erzählen sie von Verlust und Trauer – aber vor allem auch davon, wie es gelingen kann, weiterzuleben.

Verena nennt ihren Mann Thomas liebevoll „Thomschu“. Er ist ihre große Liebe. 2013 werden die beiden Eltern ihres Sohnes Lio, ein Jahr später folgt die romantische Hochzeit auf Ibiza. Gemeinsam wollen sie alt werden. Doch dazu kommt es nicht. Thomas wird 2021 plötzlich aus dem Leben gerissen. Für Verena bricht eine Welt zusammen. Trotzdem versucht sie, stark zu bleiben – für sich selbst, für ihren Sohn und irgendwann auch für andere Menschen, die Ähnliches erlebt haben.
Zwei Jahre nach Thomas’ Tod spricht die Moderatorin bei „Exclusiv“ mit Frauke Ludowig offen über ihre Trauer. Schon damals erzählt sie, wie viele Betroffene sich bei ihr gemeldet haben. „Wenn ich eine Stimme habe, möchte ich die gerne nutzen, um diesen Menschen, anderen Angehörigen, die genau das erlebt haben wie ich, irgendwie zu helfen.“ Was Verena zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt: Genau dieses Interview wird eine besondere Freundschaft ins Rollen bringen.
Durch RTL-„Exclusiv“ finden Verena und Silke zueinander
Denn während die Sendung läuft, sitzt Silke Telgen zu Hause. Es ist auch für sie der zweite Todestag ihres Mannes. Als sie Verenas Geschichte im Fernsehen hört, wird sie hellhörig: „Und dann hörte ich plötzlich im Hintergrund Verena Wriedt, zweiter Todestag, Mann, Herzinfarkt. Und ich dachte: Was ist das denn? Also das ist ja eigentlich meine Geschichte.“

Silke recherchiert – und entdeckt immer mehr Parallelen. Verena in Berlin, Silke in Frankfurt. Zwei Frauen, die am exakt gleichen Tag ihre Ehemänner durch einen Herzinfarkt verloren haben. Silke schreibt Verena direkt an. Noch am selben Tag telefonieren sie miteinander. Nach wenigen Minuten fließen die ersten Tränen. Aus diesem Telefonat wird eine Freundschaft. Heute sind die beiden fast täglich in Kontakt.
„Das wünsche ich jedem, der so ein Schicksal erlebt, dass er jemanden kennenlernt, wie ich das mit Silke hatte“, sagt Verena. „Das ist wirklich ein Geschenk, weil diese Person dich wirklich durch die dunkelste Zeit trägt.“ Freunde und Familie hätten sie großartig aufgefangen. Doch einen Menschen zu haben, der exakt dasselbe erlebt hat, sei noch einmal etwas anderes.
„Das ist keine Wunde, das ist eine Komplett-Amputation gewesen“
Fünf Jahre nach dem Tod ihrer Männer haben sich Verena und Silke zurück ins Leben gekämpft. Beide haben wieder einen Partner an ihrer Seite. Doch das bedeutet nicht, dass ihre Trauer verschwunden ist. Auch mit einem Satz können beide deshalb wenig anfangen: „Zeit heilt alle Wunden.“
Silke beschreibt ihren Verlust drastischer: „Das ist keine Wunde, das ist eine Komplett-Amputation gewesen.“ Denn nicht nur der geliebte Mensch sei plötzlich verschwunden gewesen, sondern ein komplettes gemeinsames Leben, eine Zukunft, die eigentlich längst geplant war: „Wir mussten ja erst mal wieder gucken, dass wir uns selber zusammenpuzzeln.“
Vielleicht liegt genau darin die Botschaft ihrer Geschichte: Das fehlende Puzzleteil kommt nicht zurück. Und trotzdem kann aus den verbliebenen Teilen wieder ein Leben entstehen. Ihre verstorbenen Männer seien beide echte Lebemänner gewesen, erzählen Verena und Silke. Die Lebensfreude, die sie an ihnen so geliebt haben, wollen die beiden deshalb nicht verlieren. Sie trauern. Sie erinnern sich. Sie lieben wieder. Und sie leben weiter.
Verwendete Quellen: RTL


