Der Starkoch ist kaum noch wiederzuerkennenJohann Lafer kämpft mit heftigen Krebs-Folgen – warum er trotzdem positiv bleibt

von Ivana von Simson und Svenja Hoffmann

Die Diagnose stellte sein Leben von einem Tag auf den anderen auf den Kopf!
Seit rund zwei Jahren kämpft Johann Lafer gegen Lymphdrüsenkrebs – eine Zeit, die ihn nicht nur körperlich, sondern auch emotional an seine Grenzen brachte und noch immer bringt. Was dem Starkoch hilft, trotzdem positiv zu bleiben.

„Mensch Meier, irgendwann fällt dir das alles auf die Füße”

Im Podcast „Rolling Pin Talks“ erinnert sich Starkoch Johann Lafer an den Moment, als er von seiner Erkrankung erfuhr: „Das ist so brutal, das willst du erstmal nicht wahrhaben.”

Zunächst entscheidet sich Lafer bewusst dafür, die Diagnose für sich zu behalten. Immer wieder sagt er Termine und Auftritte kurzfristig ab. Doch mit jeder Ausrede wächst bei ihm das ungute Gefühl: „Ich hab’ schon so oft abgesagt [...] mit einer scheiß Ausrede. [...] Man lügt! Dafür können aber die anderen nichts. Und dann hab’ ich mir gesagt: Mensch Meier, irgendwann fällt dir das alles auf die Füße. Irgendwann wirst du dann so mit einem Beigeschmack behaftet sein, dass es besser ist: Geh ehrlich damit um.

Dass etwas nicht stimmt, bleibt vielen trotzdem nicht verborgen. Der Fernsehkoch verliert rund 25 Kilogramm und auch seinen markanten Schnurrbart, zeigt sich zudem häufig mit Basecap. Ende Mai macht er seine Krebserkrankung schließlich öffentlich.

Die größten Herausforderungen spielen sich beim Essen ab

Für jemanden, dessen Leben sich seit Jahrzehnten ums Kochen und Genießen dreht, trifft ihn die Therapie an einer besonders empfindlichen Stelle. Nicht die körperliche Schwäche belastet Johann Lafer am meisten, sondern der Verlust von Geschmack und Appetit.

„Ich habe keinen Geschmack und kann nichts essen und habe offene Finger. [...] Das ist verdammt hart, das wünsche ich niemandem. [...] Mit Strohhalm heute essen zu wollen oder zu jemandem zu sagen: ‘Kannst du mir das pürieren, weil ich das sonst nicht essen kann?’ Das ist verdammt schwer.

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Trotz dieser Rückschläge überwiegt inzwischen die Hoffnung. Vor wenigen Tagen teilte Lafer auf Instagram eine ermutigende Nachricht seiner behandelnden Ärzte: „Meine behandelnden Professoren bewerten den Verlauf der Behandlung sehr positiv.”

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„Es hat mich dann befreit“

Heute ist der 68-Jährige überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, als er seine Erkrankung öffentlich machte. Das Versteckspiel habe ihn mehr be- als entlastet: „Es hat mich dann befreit, weil ich jetzt einfach dazu stehe und nicht immer Verstecken spielen muss. [...] Vielleicht macht es auch Menschen Mut, weil millionenfach Menschen haben ja Krebs.”

Genau das ist inzwischen auch seine Motivation: Johann Lafer möchte zeigen, dass hinter jeder Krebsdiagnose ein Mensch steht – und dass Hoffnung auch in schweren Zeiten ihren Platz haben kann. Wenn seine Offenheit anderen Betroffenen Kraft gibt, hat seine Geschichte für Johann Lafer einen tieferen Sinn bekommen.

Verwendete Quelle: Rolling Pin Talks