Er ist kaum wiederzuerkennen. Sein Markenzeichen, der Schnurrbart, fehlt. Johann Lafer wiegt 25 Kilo weniger, trägt auf dem neuesten Foto ein Basecap.
„Das ist so brutal, das willst du erst mal nicht wahrhaben."
Erzählt er jetzt in einem Podcast über den Lymphdrüsenkrebs, mit dem er seit zwei Jahren zu kämpfen hat. Lange versteckt der Fernsehkoch seine Krankheit vor der Öffentlichkeit, sagt Auftritte ab, möchte, dass seine Diagnose privat bleibt. Doch das geht nicht ewig gut.
„Ich habe schon so oft abgesagt, mit einer scheiß Ausrede. Man lügt. Dafür können aber die anderen nichts. Und dann habe ich mir gesagt, Mensch, Meier, irgendwann fällt dir das alles auf die Füße. Irgendwann wirst du dann so mit einem Beigeschmack behaftet sein, dass es besser ist. Geh ehrlich damit um."
Der Öffentlichkeit fällt sein verändertes Aussehen auf, das verlorene Gewicht, die ungewohnte Optik mit Mütze wie hier bei unserer Punkt-12-Kochrubrik „Unter Sternen".
Ende Mai beendet der Starkoch alle Spekulationen, veröffentlicht seine Krebsdiagnose und spricht jetzt offen darüber, was die Chemotherapie mit ihm macht.
„Das Schlimmste für mich ist nicht die körperliche Konstitution, sondern ich habe keinen Geschmack und kann nichts essen und habe offene Finger. Das ist verdammt hart. Das wünsche ich niemandem. Mit Strohhalm essen zu wollen oder zu jemandem zu sagen: Kannst du mir das pürieren, weil ich das sonst nicht essen kann? Das ist verdammt schwer."
Doch, das ist es wert. Vor kurzem gibt der 68-Jährige ein positives Update, schreibt auf seiner Instagram-Seite.
„Meine behandelnden Professoren bewerten den Verlauf der Behandlung sehr positiv."
Heute ist der zweifache Vater erleichtert, dass er seine Krebserkrankung öffentlich gemacht hat, erzählt er im Rolling PIN Talks Podcast.
„Es hat mich befreit, weil ich jetzt einfach dazu stehe und nicht immer Verstecken spielen muss. Vielleicht macht es auch Menschen Mut, weil Millionenfach Menschen haben Krebs."
Und wenn der Lafer das schafft, schaff ich das auch. Ist seine Botschaft, die er Menschen in einer ähnlichen Situation senden möchte, um ihnen zumindest ein kleines bisschen Hoffnung zu machen.