Offene Worte im Bushido-PodcastBushido spricht über Tumor-OP: „Ich konnte mir nichts Schlimmeres vorstellen“

Hinter Bushido liegen belastende Wochen.
Bei dem Rapper wurde ein Tumor an der Ohrspeicheldrüse entdeckt, der operativ entfernt werden musste. Im Podcast „Im Bett mit Anna-Maria und Anis Ferchichi“ erzählt der Familienvater nun, wie groß seine Angst vor dem endgültigen Befund tatsächlich war – und warum ihn die Ungewissheit so sehr belastete.
Tumor lag direkt am Gesichtsnerv
Eigentlich hatte alles mit einer kleinen Veränderung in Bushidos Gesicht begonnen. Ehefrau Anna-Maria Ferchichi bemerkte vor seinem Ohr eine leichte Erhebung. „Ich gucke dich den ganzen Tag an“, erklärt sie im Podcast. Deshalb sei ihr sofort aufgefallen, dass etwas anders war.
„Hey, ich würde das mal untersuchen lassen“, habe sie zu ihrem Mann gesagt. Bushido habe zunächst abgewiegelt: „Ist schon immer da.“ Schließlich ließ er die Stelle aber doch untersuchen und landete bei einer auf die Ohrspeicheldrüse spezialisierten Ärztin.
Schnell wurde klar: Der Eingriff würde komplizierter werden, als das Ehepaar angenommen hatte. „Wir dachten einfach, da wird ein Schnitt auf der Wange gemacht“, erinnert sich Anna-Maria. Doch der Tumor lag laut den beiden direkt am Gesichtsnerv. Bushido erklärt: „Die Seite zum Ohr, die lag relativ frei“ – zur Wange hin sei der Tumor hingegen bereits „relativ in den Nerv eingewachsen“.
Bushido: „Meine Mutter ist an Krebs gestorben“
Nach der Operation gab es zunächst vorsichtige Entwarnung. Die Ärztin ging laut Bushido weiterhin davon aus, dass der Tumor gutartig sei. Gewissheit konnte allerdings erst die Untersuchung im Labor bringen.
Lese-Tipp: Warum Bushido und Anna-Maria ihre Nannys verloren haben
Und genau dieses Warten setzte Bushido enorm zu. Denn das Thema Krebs ist für ihn eng mit seiner eigenen Familiengeschichte verbunden. „Meine Mutter ist an Krebs gestorben“, erzählt er zunächst. Kurz darauf ergänzt Bushido: „Beide Elternteile sind an Krebs gestorben.“
Im Podcast spricht er ungewöhnlich offen darüber, was in dieser Zeit in ihm vorging. Heute fühle er sich fest in seiner Familie verwurzelt. Gerade deshalb habe ihm die Vorstellung Angst gemacht, dass sich dieses Leben plötzlich komplett verändern könnte.
Dabei musste Bushido auch an seinen verstorbenen Vater denken. Dieser habe ihm am Ende seines Lebens gesagt: „Ich habe keine Angst vorm Sterben.“ Vielmehr habe sein Vater bedauert, dass er sich mit seiner Familie erstmals wirklich angekommen gefühlt habe und wusste, dass ihm nicht mehr viel Zeit blieb.
Lese-Tipp: Von Dubai nach Bayern! Bushido und Anna-Maria zeigen ihr neues Luxus-Zuhause
„Ich konnte mir nichts Schlimmeres vorstellen“
Gedanken, die Bushido während seiner eigenen Ungewissheit offenbar wieder einholten. Vor allem sein heutiges Leben mit Anna-Maria und den Kindern habe seine Perspektive verändert.„Ich konnte mir nichts Schlimmeres vorstellen“, sagt er über die Möglichkeit, „aus diesem Leben, das ich jetzt gerade habe, rausgerissen zu werden“.
Plötzlich standen für ihn all die Dinge im Raum, die sein Leben ausmachen: Kinder, gemeinsame Pläne, Freunde und die Zukunft. Bei einer ernsten Diagnose wäre all das erst einmal nebensächlich geworden.
Die Situation habe ihm außerdem gezeigt, wie sehr ihn seine Rolle als Familienvater verändert hat. „Deswegen sage ich, habe ich total gemerkt, wie sehr mich dieses Vatersein auch so selbstlos hat werden lassen“, sagt Bushido.
Nach außen ließ er sich seine Angst allerdings kaum anmerken. Anna-Maria erzählt, dass sie ihren Mann immer wieder gefragt habe, was ihn beschäftige. Doch Bushido behielt seine Sorgen weitgehend für sich.
Nach der Entwarnung bricht Bushido in Tränen aus
Die Gewissheit erreicht Bushido schließlich spät am Abend. Er und Anna-Maria liegen bereits im Bett, als er auf sein lautlos gestelltes Handy schaut – und drei verpasste Anrufe entdeckt. Seine Ärztin hatte außerdem eine Voicemail hinterlassen. Bushido erkennt, von wem sie stammt, und denkt sofort: „Oh, shit, sie ist es.“
Zunächst traut er sich nicht einmal, die transkribierte Nachricht vollständig zu lesen. „Ich wollte mit ihr sprechen“, erinnert er sich. Als er die Ärztin nicht mehr erreicht, beginnt er schließlich doch, den Text zu überfliegen. Dann bleibt sein Blick an einem Satz hängen: „Es tut mir leid.“ Für Bushido ein Schock. „Oh nein“, erinnert er sich an seine Reaktion. Doch er hatte den entscheidenden Teil noch gar nicht gelesen.
Denn die Ärztin entschuldigte sich lediglich für den späten Anruf. Danach folgte die Nachricht, auf die Bushido so lange gewartet hatte: „Es ist wie erwartet, ein gutartiger Tumor.“
In diesem Moment fällt die gesamte Anspannung von ihm ab. Anna-Maria erzählt, dass Bushido plötzlich stark zu weinen begann. „Du fingst so doll an zu weinen“, erinnert sie sich. Erst dadurch sei ihr vollständig bewusst geworden, wie sehr die Angst ihren Mann tatsächlich beschäftigt hatte. „Dein Weinen hat mir gezeigt: Du machst dir ganz schön viele Gedanken darum“, sagt sie.
Heute können Bushido und Anna-Maria erleichtert nach vorne schauen. „Wir sind mehr als froh, dass dieses Thema jetzt abgehakt ist“, sagt Anna-Maria. Gleichzeitig zieht Anna-Maria aus den vergangenen Wochen eine persönliche Konsequenz. Dinge, die einem wichtig sind, sollte man nicht immer weiter verschieben. Ihr Appell lautet deshalb: „Macht es jetzt und nicht später.“ Denn niemand wisse, wann eine Nachricht komme – „und an dem Tag verändert sich alles“.
Verwendete Quellen: Im Bett mit Anna-Maria und Anis Ferchichi – der Bushido-Podcast, RTL+



