Andrew Mountbatten-Windsor festgenommenDer tiefe Fall des Lieblingssohns der Queen
Von seinem früheren Ansehen ist nichts mehr übrig.
Der ehemalige Prinz Andrew (66) war mal die Nummer 2 der britischen Thronfolge, überaus beliebt beim Volk, ein gefeierter Kriegsheld. Und er galt als Lieblingssohn seiner Mutter, Queen Elizabeth II. Doch dann wurde seine Verwicklung in den Skandal um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein offenkundig und der Skandal-Royal verlor quasi sein Leben, inklusive Titel und Wohnsitz. Nun ein neuer Tiefpunkt: Die britische Polizei nahm Andrew Mountbatten-Windsor fest.
Prinz Andrew wird Fehlverhalten im Amt vorgeworfen
Der Bruder des britischen Königs Charles, Andrew Mountbatten-Windsor, ist einem Medienbericht zufolge am Donnerstag (19. Februar) in London festgenommen worden. Ihm werde Fehlverhalten im Amt vorgeworfen, berichtete der Sender BBC. Eine offizielle Bestätigung der Polizei oder des Buckingham-Palasts lag zunächst nicht vor. Der Straftatbestand des „misconduct in public office” bezieht sich im britischen Recht auf Amtsträger, die ihre öffentliche Stellung vorsätzlich missbrauchen oder vernachlässigen.
Die Festnahme erfolgt ausgerechnet am 66. Geburtstag des Briten. Geboren wurde der damalige Prinz Andrew am 19. Februar 1960 als drittes Kind und zweiter Sohn von Queen Elizabeth II., die damals bereits dreizehn Jahre Königin war, und Prinz Philip im Buckingham Palace. Andrew Albert Christian Edward wuchs quasi mit dem goldenen Löffel im Mund auf, war damals hinter seinem älteren Bruder Charles zweiter der britischen Thronfolge. Seine Mutter soll für ihn und seinen jüngeren Bruder Edward in der Kindheit mehr Zeit gehabt haben als für Charles und Schwester Anne. Andrew soll im Laufe der Jahre sogar zum Lieblingssohn der Königin avanciert sein, heißt es übereinstimmend in britischen Medien. Richard Fitzwilliams, ein Experte für das Königshaus, sagte CNN: „Andrew war jemand, zu dem sie eine besondere Zuneigung hatte.“

Lese-Tipp: Wo leben die Corgis der Queen nach Andrews und Sarahs Auszug aus der Royal Lodge?
„Randy Andy” sorgt für Schlagzeilen
Als junger Erwachsener stand Andrew Mountbatten-Windsor vor allem wegen seines ausschweifenden Partylebens und seines Einsatzes im Falkland-Krieg im Fokus der Berichterstattung. „Randy Andy” (zu deutsch: „Geiler Andy”) nannte ihn die britische Presse in den 80er Jahren, auch wegen seiner zahlreichen Liebschaften, mit denen der Prinz nicht hinter dem Berg hielt. Die Affäre mit Model Koo Stark beispielsweise sorgte für zahlreiche Schlagzeilen.

Der Prinz entschied sich für eine berufliche Laufbahn bei der Royal Navy. Anfang der 80er Jahre kämpfte er im Krieg um die Falkland-Inseln gegen Argentinien und kehrte als gefeierter Held in seine Heimat zurück.
Lese-Tipp: Nachbarschaft warnt vor ihm! Ungemütlicher Empfang für Andrew Mountbatten-Windsor
Andrew heiratet Sarah Ferguson
1986 heiratete der Herzog von York Sarah Ferguson. Ein Medienspektakel, die Briten jubelten. Das Paar bekam zwei Kinder, die Prinzessinnen Beatrice und Eugenie. Das Familienglück schien zunächst perfekt, doch dann zerbrach die Ehe. Trotzdem blieben die gleichaltrige Sarah und Andrew zusammen in der Royal Lodge wohnen, kümmerten sich gemeinsam um die Kinder. Und Andrew setzte sein Playboy-Leben fort. Zehn Jahre nach der Scheidung im Jahr 1996 kam er auf mindestens 15 Liebschaften, zählt der Independent zusammen.

Lese-Tipp: Epstein-Mail enthüllt! Sarah Ferguson schockt mit derber Bemerkung über Tochter Eugenie
Ende der 90er-Jahre soll Ghislaine Maxwell den damaligen Prinzen mit dem Amerikaner Jeffrey Epstein bekannt gemacht haben, berichtet die BBC. Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt er damals aber nur eine 18-monatige Haftstrafe.


Gegen den britischen Royal wurden Vorwürfe laut. Epstein-Opfers Virginia Giuffre behauptet in ihren Memoiren, der damalige Prinz Andrew habe Sex mit ihr gehabt, als sie erst 17 Jahre alt war. 2019 gab Andrew der BBC ein Interview und nahm dazu Stellung - und demontierte sich selbst. Er habe Giuffre nie getroffen, behauptet Andrew, ein Foto sei eine Fälschung. Den Kontakt zu Epstein habe er nach der Verurteilung abgebrochen. Emails widerlegen das. So zitiert die BBC aus einem Mailverkehr von 2011, wo es unter anderem heißt: „Bleib in Kontakt, wir spielen bald wieder zusammen!!!!“ Im BBC-Interview meint er auf die Frage, ob ihm bei Besuchen nicht aufgefallen sei, wie viele sehr junge Frauen für seinen Freund arbeiteten, verneinte Andrew und fügte hinzu: Er interagiere nicht „mit Angestellten”.
Video-Tipp: Palast-Insider packt in RTL-Interview über Andrews Sex-Reisen aus
Prinz Andrew in never ending Skandal verwickelt
Andrew stritt den sexuellen Missbrauch von Virginia Giuffre zwar ab, eine Zivilklage in den USA endete jedoch in einem angeblich millionenschweren Vergleich. Doch vom Tisch war das Thema damit nicht. Und immer mehr Details aus Andrews Leben drangen an die Öffentlichkeit. Ian Proud, ehemaliger Diplomat aus Thailand, erinnerte sich im Gespräch mit RTL im November 2025: „Er hatte so einen großen Appetit auf Frauen.” Historiker Andrew Lownie beschreibt in einem Buch eine Sex-Orgie aus dem Jahr 2006, an der Andrew teilgenommen haben soll. Damals soll der Bruder von König Charles in Bangkok mehr als 40 Frauen in sein Hotelzimmer gebracht haben.
Als Konsequenz verlor er sowohl seine Rolle als offizieller Vertreter des Königshauses als auch alle Ehren, militärische Ränge und Titel. Zuletzt wurde ihm von König Charles auch der durch Geburt erworbene Titel „Prinz” aberkannt. Er heißt nun nur noch Andrew Mountbatten-Windsor. Zudem musste er aus dem luxuriösen Anwesen Royal Lodge auf dem Gelände von Schloss Windsor ausziehen.
Lese-Tipp: Alles ausgeprinzt! Wie es jetzt für Andrew Mountbatten Windsor weitergeht
Nun der nächste Tiefpunkt im Leben des Königsbruders: die Festnahme. Die Thames Valley Police teilte mit, sie würde Durchsuchungen an Adressen in Berkshire und Norfolk durchführen. Andrew wird vorgeworfen, in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an den 2019 gestorbenen Epstein weitergeleitet zu haben. Bis zu einer Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Wie tief aber der ehemalige Prinz im Rahmen dieser neuen Ermittlungen noch fallen wird, bleibt abzuwarten.
Verwendete Quellen: Reuters, CNN, Independent, BBC, Stern, RTL-eigene Recherche, dpa



