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Zahnzusatzversicherung trotz fehlender Zähne: Das sollten Sie wissen

Drei offene Lücken im Antrag klingen nach Ablehnung, sind es aber meist nicht. So staffeln Anbieter den Risikozuschlag, und welche Tarife gar nicht erst nach der Zahl fragen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Über die Annahme entscheidet die Anzahl der fehlenden, nicht ersetzten Zähne, nicht der Zustand der übrigen Zähne.
  • Ein bereits ersetzter oder überkronter Zahn gilt bei der Allianz nicht als fehlender Zahn und ist mitversichert, sofern die Versorgung vor Vertragsbeginn nicht schon angeraten oder geplant war.
  • Die Allianz staffelt den Risikozuschlag nach Lückenzahl: 20 Prozent bei einem fehlenden Zahn, 40 Prozent bei zwei, 60 Prozent bei drei, jeweils in Tarifen mit Alterungsrückstellung (ohne Alterungsrückstellung 25, 50 und 75 Prozent).
  • Die DFV Deutsche Familienversicherung nimmt Sie in allen vier Tarifen ohne Gesundheitsfragen an und deckt mit ihrer Annahmegarantie ausdrücklich auch Zahnlücken und bereits ersetzte Zähne, schließt aber bereits begonnene oder vom Zahnarzt angeratene Behandlungen aus.
  • ERGO Zahnersatz Sofort versichert bereits fehlende Zähne und vorhandenen Zahnersatz unabhängig von der Anzahl, ohne Gesundheitsfragen und mit Leistung ab dem ersten Vertragstag.

Welche Tarife Sie mit offenen Lücken annehmen

Fünf Tarife sind hier relevant, und an jeden geht dieselbe erste Frage: Fragt er überhaupt nach Ihren Zähnen? Zwei verzichten vollständig auf Gesundheitsfragen, einer stellt genau eine, und einer rechnet Ihre Lücken in einen Beitragszuschlag um, statt den Antrag abzulehnen.

Sortiert ist deshalb nach der Annahme und erst danach nach der Leistung. Eine hohe Erstattung bringt Ihnen nichts, wenn der Antrag nicht durchgeht, und ein fragefreier Tarif bringt Ihnen wenig, wenn er für die Lücke, die Sie schon haben, nicht zahlt.

DFV Deutsche Familienversicherung: Annahme ohne eine einzige Gesundheitsfrage

Wenn Ihre Frage lautet, ob Sie mit offenen Lücken überhaupt noch angenommen werden, gibt die DFV die kürzeste Antwort im Markt: In allen vier Tarifen stellt sie keine Gesundheitsfrage, und die Annahmegarantie deckt Zahnlücken und bereits ersetzte Zähne ausdrücklich mit ein. Nach der Zahl Ihrer Lücken wird also gar nicht gefragt. Sie zahlen 9,10 Euro im Monat in Basis, 12,60 in Komfort, 14,30 in Premium und 17,80 in Exklusiv, ohne Risikozuschlag für Ihre Vorgeschichte.

Der Erstattungssatz ist bei der DFV einheitlich für Zahnersatz und Zahnbehandlung, und zwischen der Einstiegsstufe und der Spitze liegen 50 Prozentpunkte: Basis übernimmt die Hälfte Ihrer Rechnung, Exklusiv sie vollständig, Komfort und Premium liegen mit 70 und 80 Prozent dazwischen. Das Prophylaxe-Budget läuft separat und liegt zwischen 100 Euro im Jahr in Basis und 200 Euro in Exklusiv.

Eine Grenze müssen Sie kennen, bevor Sie unterschreiben: Behandlungen, die bei Vertragsabschluss bereits begonnen oder vom Zahnarzt angeraten wurden, sind laut DFV ausgeschlossen. Die Annahmegarantie holt Sie also in den Vertrag, sie holt die Brücke nicht mit hinein, über die Ihr Zahnarzt vergangene Woche gesprochen hat. Für alte, unversorgte Lücken, an denen aktuell nichts geplant ist, ist die DFV deshalb der direkteste Weg in einen Vertrag.

Vier Tarife mit Annahmegarantie, ab 9,10 Euro im Monat
Keine Gesundheitsfragen, Zahnlücken und ersetzte Zähne von der Annahme gedeckt. Tarifstufen vergleichen.

ERGO Zahnersatz Sofort: der Tarif, der Ihre Lücken nicht zählt

Angenommen zu werden ist die eine Hälfte der Frage. Die andere ist, ob für eine Lücke, die längst offen ist, auch Geld zurückkommt, und dafür ist ERGO Zahnersatz Sofort gebaut: Bereits fehlende Zähne und vorhandener Zahnersatz sind unabhängig von der Anzahl mitversichert, also genau dort, wo andere Versicherer anfangen zu zählen. Es gibt keine Gesundheitsfragen und keine Wartezeit, Sie müssen also weder eine Lückenzahl angeben noch sechs Monate warten, bis der Schutz greift. Mit mehr als drei offenen Lücken halten wir diesen Tarif für die erste Adresse im Markt.

Bezahlt wird diese offene Annahme über die Summenbegrenzung: 1.000 Euro im ersten Versicherungsjahr, 2.000 Euro in den ersten beiden Jahren zusammen, danach unbegrenzt. Die Mindestlaufzeit beträgt 24 Monate. Für Sie heißt das: Eine einzelne Brücke lässt sich damit sinnvoll angehen, eine Versorgung über mehrere Lücken gleichzeitig sprengt die Grenze im ersten Jahr.

Wichtig: Planen Sie die Reihenfolge Ihrer Behandlungen, bevor Sie den ersten Termin machen. Wer zwei Versorgungen ins erste Versicherungsjahr legt, verschenkt die 2.000-Euro-Stufe, die im zweiten Jahr ohnehin bereitsteht.

Fehlende Zähne unabhängig von der Anzahl mitversichert
Keine Gesundheitsfragen, keine Wartezeit, vorhandener Zahnersatz eingeschlossen. Beitrag für Zahnersatz Sofort direkt prüfen.

Allianz MeinZahnschutz: Annahme mit Risikozuschlag nach Lückenzahl

Die Allianz geht den anderen Weg und rechnet Ihre Lücken in Geld um. MeinZahnschutz gibt es in den Stufen 75, 90 und 100. Bis zu drei fehlende, nicht ersetzte Zähne führen zur normalen Annahme mit Risikozuschlag, und dieser Zuschlag ist nach Anzahl gestaffelt: ein fehlender Zahn kostet 20 Prozent Zuschlag in Tarifen mit Alterungsrückstellung und 25 Prozent ohne, zwei Zähne 40 beziehungsweise 50 Prozent, drei Zähne 60 beziehungsweise 75 Prozent.

Das ist die präziseste Staffel, die ein deutscher Versicherer öffentlich nennt, und sie ist der Grund, warum diese Seite überhaupt eine Zahl in den Mittelpunkt stellt. Bei vier bis fünf fehlenden Zähnen beschreibt die Allianz die Annahme als selten und teuer möglich. Jenseits davon wird es eng: Versicherer mit Gesundheitsprüfung lehnen dann fast immer ab. Die Allianz nennt auf zwei eigenen Seiten unterschiedliche Schwellen, weshalb wir hier keine feste Grenze für diesen Anbieter behaupten.

Bereits ersetzte und überkronte Zähne versichert die Allianz mit, solange die Versorgung nicht schon vor Vertragsbeginn angeraten oder geplant war.

Tipp: Rechnen Sie den Zuschlag auf die gesamte geplante Vertragsdauer hoch, bevor Sie ihn akzeptieren. 50 Prozent auf einen niedrigen Monatsbeitrag können günstiger sein als ein Tarif ohne Gesundheitsfragen mit schwächerem Erstattungssatz, und bei einem hohen Ausgangsbeitrag kippt dieselbe Rechnung in die andere Richtung.

MeinZahnschutz 75, 90 und 100 im Beitrag prüfen
Risikozuschlag nach Lückenzahl statt pauschaler Ablehnung. Angebot für Ihren Zahnstatus berechnen.

HanseMerkur: stark bei mehreren Lücken, mit einem Stückzahllimit

HanseMerkur ist der Anbieter, den Sie ansehen sollten, wenn mehrere Lücken auf einmal versorgt werden müssen. Im Tarif Zahnzusatz Luxus liegt die Erstattung für Zahnersatz auf allen Stufen bei 100 Prozent, in Komfort bei 90 Prozent für privatzahnärztliche und 100 Prozent für gesetzliche Versorgung. Beide Tarife haben keine Wartezeit, im Tarif Exklusiv gelten für Zahnersatz sechs Monate.

Entscheidend bei Mehrfachlücken ist eine Zahl, die kein anderer Anbieter in unserem Vergleich so deutlich ausweist: HanseMerkur erstattet maximal sechs Implantate im Oberkiefer und vier im Unterkiefer. Wenn Ihr Behandlungsplan darüber liegt, zahlen Sie den Rest selbst, unabhängig vom Erstattungssatz.

Rechnen Sie das an Ihrem eigenen Befund durch, denn dieses Limit entscheidet den Fall. Mit drei Lücken sind Sie weit davon entfernt und bekommen im Tarif Luxus jede davon zu 100 Prozent erstattet. Mit sieben fehlenden Zähnen im Oberkiefer zahlen Sie den siebten Implantatkörper und die zugehörige Suprakonstruktion vollständig selbst, egal welche Stufe Sie gewählt haben. In dieser Lage fahren Sie mit einer Brücke oder einer Teleskopprothese über einen Teil der Lücken günstiger als mit dem Versuch, jede einzelne Position implantologisch zu versorgen. Wer eine Vollversorgung eines Kiefers vor sich hat, sollte HanseMerkur deshalb genau gegen einen Tarif ohne Stückzahlgrenze rechnen.

Die Erstattung erfolgt außerdem unabhängig vom Festzuschuss der gesetzlichen Krankenkasse, also additiv und nicht nur auf Ihren Eigenanteil, was HanseMerkur bei großen Rechnungen deutlich vom Top-up-Modell anderer Anbieter unterscheidet. Was ein Tarif für ein einzelnes Implantat konkret zahlt, steht auf unserer Seite zur Zahnzusatzversicherung für Implantate.

Bis zu sechs Implantate im Oberkiefer, vier im Unterkiefer
Zahnersatz zu 100 Prozent im Tarif Luxus, Erstattung zusätzlich zum Festzuschuss der Kasse.

MAXCARE Exklusiv: eine einzige Gesundheitsfrage, und es ist genau diese

Beim Zahnersatz liegen die drei MAXCARE-Tarife 25 Prozentpunkte auseinander, von 75 Prozent im Einstieg bis zu den 100 Prozent in Exklusiv, dazwischen Premium mit 85. Zahnbehandlung erstatten alle drei mit 100 Prozent, eine Wartezeit gibt es nirgends, und in Exklusiv stehen im ersten Kalenderjahr 1.500 Euro bereit. Ab dem fünften Jahr rechnet der Tarif ohne Summengrenze.

Auf dieser Seite müssen Sie diesen Tarif trotzdem anders lesen als die DFV und ERGO weiter oben. MAXCARE stellt eine einzige Gesundheitsfrage, und zwar nach fehlenden, noch nicht ersetzten Zähnen. Das ist genau die Angabe, um die es bei Ihnen geht. Ein Anbieter mit einer Frage ist für Sie kein Anbieter ohne Fragen, sondern einer, dessen Frage Sie nicht umgehen können: Wer eine offene Lücke hat, muss sie hier angeben, und was MAXCARE aus dieser Angabe macht, veröffentlicht der Anbieter nicht.

Sind Ihre Lücken dagegen versorgt, also überkront, überbrückt oder implantiert, ist diese Frage für Sie eine Formalie, und dann bekommen Sie in Exklusiv 100 Prozent auf Zahnersatz ohne weitere Prüfung Ihres Gebisses.

Unser Rat: Fragen Sie vor dem Antrag schriftlich nach, was Ihre Antwort auf diese eine Frage auslöst, und zwar mit Ihrer Lückenzahl im Text. Zuschlag, Ausschluss der betroffenen Position oder normale Annahme sind drei völlig verschiedene Verträge, und welcher es wird, sollten Sie vor der Unterschrift wissen und nicht danach.

100 Prozent für Zahnersatz in der Stufe Exklusiv
Drei Tarife mit 75, 85 und 100 Prozent Zahnersatz und 100 Prozent Zahnbehandlung, mit einer einzigen Gesundheitsfrage im Antrag.

Zahnzusatzversicherung bei fehlenden Zähnen: die drei möglichen Ergebnisse

Der Antrag kennt keine Grauzone. Ihre Lückenzahl führt zu einem von drei Ergebnissen, und welches es ist, können Sie vorher selbst bestimmen, wenn Sie richtig zählen. Gezählt werden fehlende Zähne, die nicht ersetzt sind. Weder ein sanierter Zahn noch eine gute Mundhygiene verschieben Sie in eine andere Kategorie.

Ergebnis 1: Annahme zum normalen Beitrag

Diesen Ausgang bekommen Sie, wenn kein Zahn fehlt oder jede Lücke bereits versorgt ist und diese Versorgung nicht kurz vor Vertragsbeginn angeraten wurde. Sie zahlen den ausgeschriebenen Beitrag, ohne Zuschlag und ohne Ausschluss einzelner Zähne. Wer ohnehin nur ein oder zwei alte Kronen im Mund hat, landet fast immer hier und überschätzt sein Risiko.

Ergebnis 2: Annahme mit Risikozuschlag

Bei einem bis drei offenen Lücken bleibt die Annahme der Regelfall, aber der Beitrag steigt. Die Allianz-Staffel oben zeigt die Größenordnung: Aus einem fehlenden Zahn werden 20 bis 25 Prozent mehr Beitrag, aus drei Zähnen 60 bis 75 Prozent. Andere Versicherer schlagen stattdessen einen Zahn als Ausschluss aus dem Vertrag heraus, versichern also alles außer dieser einen Position. Beides ist eine Annahme, und beides ist besser als die Ablehnung, die viele Leser hier erwarten.

Ergebnis 3: Ablehnung oder Annahme nur im Spezialtarif

Ab etwa vier bis fünf offenen Lücken wird der Markt zurückhaltend, darüber lehnen Versicherer mit Gesundheitsprüfung meist ab. Für sechs oder acht fehlende Zähne finden Sie in einem klassischen Tarif mit Gesundheitsfragen realistisch keinen Abschluss mehr. Das ist die ehrliche Antwort, und sie ist nicht das Ende des Themas.

Diese Sortierung greift nämlich nur dort, wo überhaupt gefragt wird. Tarife ohne Gesundheitsfragen kennen keine Lückenzahl, weil sie sie nie erheben, und genau deshalb stehen sie auf dieser Seite oben. Wer im dritten Ergebnis landet, wechselt nicht das Ergebnis, sondern das Verfahren.

Fehlender Zahn, ersetzter Zahn, Zahn in Behandlung: was im Antrag wirklich zählt

Drei Zustände werden im Antrag völlig unterschiedlich behandelt, und Leser verwechseln sie regelmäßig, weil sie im Mund gleich unangenehm aussehen.

  • Ein fehlender, nicht ersetzter Zahn ist eine offene Lücke. Er zählt für die Staffel und kostet Zuschlag.
  • Ein ersetzter Zahn, also eine Brücke, ein Implantat oder eine Krone, zählt bei der Allianz nicht als fehlender Zahn und ist mitversichert, wenn die Versorgung vor Vertragsbeginn nicht schon angeraten war.
  • Ein Zahn, der aktuell in Behandlung ist, ist der teuerste Fall. Zähne, mit denen Sie bereits in Behandlung sind, sind laut Verbraucherzentrale meist nicht oder nur gegen Aufpreis zu versichern.

Der Unterschied zwischen Zeile eins und Zeile drei entscheidet mehr als jede Tarifwahl. Eine Lücke, die seit vier Jahren offen ist und über die niemand spricht, ist ein kalkulierbares Risiko. Dieselbe Lücke mit einem Termin für nächsten Monat ist ein bereits eingetretener Fall, und den versichert niemand mehr rückwirkend.

Achtung: Sagen Sie im Antrag nichts weg. Wer eine Lücke nicht angibt, verliert bei der ersten größeren Rechnung den Leistungsanspruch, weil die vorvertragliche Anzeigepflicht verletzt ist. Der Risikozuschlag ist der günstigste Teil dieser ganzen Geschichte. Wie Versicherer mit dokumentierten Befunden umgehen, steht ausführlich auf unserer Seite zur Zahnzusatzversicherung bei Vorschäden.

Dieselbe Lücke, zwei Anträge: was der Unterschied kostet

Nehmen wir einen Mund, der bei Zahnärzten alltäglich ist: Ein Backenzahn im Unterkiefer fehlt seit zwei Jahren, die Lücke ist offen, alles andere ist in Ordnung. Derselbe Mensch stellt zwei Anträge, einmal mit der offenen Lücke und einmal, nachdem eine Brücke die Lücke geschlossen hat.

Antrag A, Lücke offen: Bei der Allianz kommt die Annahme mit 20 Prozent Risikozuschlag in Tarifen mit Alterungsrückstellung, 25 Prozent ohne. Die DFV und ERGO Zahnersatz Sofort nehmen ihn ohne Zuschlag, weil beide nach der Lücke nicht fragen. MAXCARE Exklusiv fragt genau nach ihr, und zwar in seiner einen Gesundheitsfrage. Drei Zusagen, eine davon teurer, und eine Antwort, die Sie geben müssen.

Antrag B, Lücke mit einer Brücke geschlossen: Der Zahn zählt jetzt als ersetzt. Bei der Allianz fällt der Zuschlag für diese Position weg, sofern die Brücke nicht kurz vor Antragstellung angeraten wurde, denn sonst greift die Ausschlussklausel für geplante Versorgungen. Bei ERGO und der DFV ändert sich nichts, weil sich dort vorher schon nichts geändert hatte. Bei MAXCARE ändert sich die Antwort auf die eine Frage: Ein ersetzter Zahn ist kein fehlender, noch nicht ersetzter Zahn mehr.

Der Haken steckt im Weg von A nach B. Um die Lücke zu schließen, brauchen Sie eine Behandlung, und sobald diese angeraten ist, ist sie in jedem neuen Vertrag ausgeschlossen. Die Brücke zahlen Sie in diesem Fall selbst, abzüglich des Festzuschusses, den die gesetzliche Krankenkasse beim Zahnersatz übernimmt. Eine Brücke kostet je nach Praxis, Region und Versorgung grob zwischen 1.000 und 2.000 Euro.

Unser Rat: Erst schließen, dann beantragen lohnt sich fast nie. Sie sparen einen Risikozuschlag von 20 bis 25 Prozent auf den Monatsbeitrag und tragen dafür eine vierstellige Rechnung allein. Umgekehrt ist es richtig: erst den Vertrag, dann die nächste Versorgung. Nur wenn die Behandlung bereits angeraten ist, gilt diese Reihenfolge nicht mehr, und dann brauchen Sie einen Soforthilfe-Tarif statt eines normalen Abschlusses.

Wenn die Lücke zur Ablehnung führt

Wer mit fünf oder mehr offenen Lücken einen Antrag mit Gesundheitsfragen stellt, bekommt eine Ablehnung. Das ist unangenehm, aber es ist keine Marktentscheidung, sondern die Entscheidung eines Verfahrens. Drei Dinge sind dann noch möglich, und zwar in dieser Reihenfolge.

  1. Wechseln Sie zu einem Tarif ohne Gesundheitsprüfung. Die vier DFV-Tarife und ERGO Zahnersatz Sofort erheben Ihre Lückenzahl nicht, eine Ablehnung bei einem prüfenden Versicherer schließt Sie dort nicht aus. MAXCARE Exklusiv gehört an dieser Stelle nicht dazu, denn seine eine Gesundheitsfrage betrifft genau die offenen Lücken.
  2. Rechnen Sie mit der Summenbegrenzung, nicht gegen sie. Bei vielen Lücken ist nicht die Annahme das Problem, sondern die Reihenfolge: Eine Versorgung pro Versicherungsjahr bleibt innerhalb der Staffel, zwei oder drei gleichzeitig nicht.
  3. Prüfen Sie den Weg über die gesetzliche Krankenkasse, wenn das Einkommen niedrig ist. Der Festzuschuss ist unabhängig von jeder Zusatzversicherung, und für die Regelversorgung gibt es einkommensabhängige Entlastungen.

Achtung: Ein abgelehnter Antrag ist kein Grund, den nächsten ohne Angaben zu stellen. Die Ablehnung selbst kostet Sie nichts, die Falschangabe im zweiten Antrag kostet Sie den Vertrag. Wenn Ihr Zahnarzt bereits eine Behandlung angeraten hat, ist die Ausgangslage eine andere. Was dann noch geht, klären wir in unserem Ratgeber dazu, ob eine Zahnzusatzversicherung zu spät ist.

Angenommen, und wann ist das Geld für die Lücke da?

Die Annahme ist die erste Hürde, die Auszahlung die zweite, und für einen Menschen mit einer bestehenden Lücke ist die zweite die wichtigere. Sie können nach dem Abschluss nicht sofort die volle Versorgung abrufen, weil jeder Tarif die Erstattung der ersten Vertragsjahre über eine Zahnstaffel begrenzt. Wie diese Staffel technisch aufgebaut ist, erklären wir bei den Leistungen einer Zahnzusatzversicherung, hier zählt nur, was sie für Ihre Lücke bedeutet.

Das ist die Grenze, die im ersten Versicherungsjahr insgesamt für Sie bereitsteht:

  • DFV: 875 Euro in Basis, 1.225 Euro in Komfort, 1.400 Euro in Premium, 1.750 Euro in Exklusiv.
  • DA Direkt: 750 Euro in Komfort, 1.100 Euro in Premium, 1.500 Euro in Premium Plus.
  • BarmeniaGothaer Mehr Zahn 100: 1.500 Euro.
  • ERGO Zahnersatz Sofort: 1.000 Euro, im ersten und zweiten Jahr zusammen 2.000 Euro.

Legen Sie eine Brücke für 1.500 Euro daneben, also die Mitte der Marktbandbreite. In DFV Basis erhalten Sie 50 Prozent, das sind 750 Euro und damit weniger, als die Staffel mit 875 Euro im ersten Jahr überhaupt zuließe: Hier bremst der Erstattungssatz, nicht die Grenze. In Exklusiv bekommen Sie 100 Prozent, also die vollen 1.500 Euro, und bleiben mit 250 Euro Abstand knapp unter der Jahresgrenze von 1.750 Euro.

Zwei Lücken gleichzeitig reißen diese Grenze dagegen in jeder Stufe, auch in der teuersten. Zweimal 1.500 Euro sind 3.000 Euro Rechnung: In Exklusiv wären 100 Prozent davon 3.000 Euro Erstattung, die Staffel zahlt im ersten Jahr aber höchstens 1.750 Euro. In Basis wären es 1.500 Euro, ausgezahlt werden 875. Die Stufe entscheidet also, wie viel im ersten Jahr bei Ihnen ankommt, nicht mehr, ob Sie gegen die Grenze laufen.

Für Sie heißt das eine einfache Planungsregel: Eine Lücke pro Versicherungsjahr ist das, wofür diese Staffeln gebaut sind. Alles darüber ist in jeder Stufe ein Zwei-Jahres-Plan und keine Frage der Tarifwahl. Wenn Ihr Gebiss mehrere Versorgungen braucht, gewinnen Sie deshalb mehr, indem Sie die Termine über zwei Versicherungsjahre verteilen, als indem Sie eine Stufe höher gehen.

Welcher Erstattungssatz dann auf Krone, Brücke oder Prothese läuft, ist eine eigene Rechnung, die wir auf der Seite zur Zahnzusatzversicherung für Zahnersatz mit den Kostenbereichen der einzelnen Versorgungen durchgehen.

Ein Punkt geht dabei oft verloren: Prophylaxe zahlt Ihr Tarif ab dem ersten Tag, unabhängig von jeder Lücke und jedem Zuschlag. Wer eine offene Lücke im Mund hat, hat meist auch ein erhöhtes Interesse daran, die Nachbarzähne zu behalten, und dafür ist das Budget für die professionelle Zahnreinigung der am schnellsten wirksame Teil des Vertrags. Bei der DFV sind das 100 bis 200 Euro im Jahr je Stufe, bei HanseMerkur Komfort und Luxus 130 Euro.

Vor dem Antrag: was dokumentiert ist und was Sie schriftlich brauchen

Bei fehlenden Zähnen entscheidet nicht Ihr Gefühl über die Annahme, sondern das, was in Ihrer Patientenakte steht. Deshalb lohnt sich ein Anruf in der Praxis, bevor Sie den ersten Tarifrechner öffnen. Fragen Sie dort drei Dinge ab, und zwar in dieser Form:

  • Welche Zähne sind in der Akte als fehlend dokumentiert, und welche davon gelten als ersetzt? Diese Zahl gehört so in den Antrag, wie die Praxis sie führt, nicht so, wie Sie sie im Spiegel zählen.
  • Steht zu einem dieser Zähne schon eine empfohlene Versorgung im Befund? Dann ist genau diese Position im neuen Vertrag ausgeschlossen, und Sie brauchen einen anderen Tarif als jemand mit einer unauffälligen Akte.
  • Bitten Sie um einen Kostenvoranschlag, der die Positionen je Zahn getrennt ausweist. Nur dann können Sie zwei Praxen und zwei Tarife tatsächlich vergleichen, und nur dann kann Ihr Versicherer verbindlich antworten.

Beim Versicherer brauchen Sie danach eine einzige Zusage schriftlich: den Annahmebescheid samt Höhe eines Risikozuschlags und samt jeder ausgeschlossenen Position. Ein Angebot, das nur den Monatsbeitrag nennt, sagt Ihnen nicht, welcher Ihrer Zähne mitversichert ist. Reichen Sie später vor jeder größeren Behandlung den Kostenvoranschlag ein und lassen Sie sich die Erstattungshöhe bestätigen, denn bei einem Vertrag mit Zuschlag oder Zahnausschluss ist das der einzige Weg, den Eigenanteil vor der Behandlung zu kennen.

Tipp: Stellen Sie den Antrag mit der offenen Lücke, aber vor dem nächsten Kontrolltermin. Der Zuschlag für einen fehlenden Zahn ist kalkuliert und bleibt kalkuliert, ein frischer Befund verschiebt Sie dagegen in die Gruppe, für die nur noch Soforthilfe-Tarife leisten.

Häufige Fragen zur Zahnzusatzversicherung bei fehlenden Zähnen

Ab wie vielen fehlenden Zähnen wird es schwierig?

Bei bis zu drei fehlenden, nicht ersetzten Zähnen ist eine Zahnzusatzversicherung meist noch möglich, dann aber mit einem Risikozuschlag auf den Beitrag. Ab vier bis fünf offenen Lücken wird die Annahme selten und teuer, darüber lehnen Versicherer mit Gesundheitsprüfung überwiegend ab. Tarife ohne Gesundheitsfragen kennen diese Schwelle nicht.

Zählt ein bereits ersetzter Zahn als fehlender Zahn?

Nein. Eine Lücke, die mit Brücke, Krone oder Implantat versorgt ist, gilt bei der Allianz nicht als fehlender Zahn und wird mitversichert. Die Bedingung: Die Versorgung darf nicht schon vor Vertragsbeginn angeraten oder geplant gewesen sein. Ein überkronter Zahn verschlechtert Ihre Ausgangslage im Antrag also nicht.

Werde ich abgelehnt oder nur teurer?

Bei einem bis drei offenen Lücken ist der Risikozuschlag der Regelfall, nicht die Ablehnung. Die Allianz staffelt ihn in Tarifen mit Alterungsrückstellung mit 20, 40 und 60 Prozent nach Anzahl der fehlenden Zähne, ohne Alterungsrückstellung mit 25, 50 und 75 Prozent. Manche Versicherer nehmen stattdessen einen einzelnen Zahn per Ausschluss aus dem Vertrag.

Soll ich die Lücke vor dem Antrag schließen lassen?

Nein, in den meisten Fällen nicht. Sobald der Zahnarzt die Versorgung angeraten hat, ist genau diese Behandlung im neuen Vertrag ausgeschlossen, und Sie tragen eine Brücke von grob 1.000 bis 2.000 Euro je nach Praxis und Region selbst. Der Risikozuschlag auf den Monatsbeitrag ist dagegen deutlich günstiger als die eingesparte Behandlung.

Zahlt eine Versicherung Zahnersatz für eine Lücke, die ich schon habe?

Nur wenige Tarife tun das. ERGO Zahnersatz Sofort deckt bereits fehlende Zähne und vorhandenen Zahnersatz unabhängig von der Anzahl, begrenzt auf 1.000 Euro im ersten und 2.000 Euro in den ersten zwei Versicherungsjahren. Bei Tarifen mit Annahmegarantie wie der DFV sind bereits begonnene oder angeratene Behandlungen dagegen ausgeschlossen.