Rundgang_18

Welche Zahnzusatzversicherung kommt ohne Gesundheitsfragen aus?

Wie viele Anbieter verzichten wirklich auf jede Gesundheitsfrage? Im regulären Zahnschutz sind es fünf, MAXCARE stellt genau eine, und die betrifft fehlende Zähne.

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Ohne Gesundheitsfragen schließen Sie eine Zahnzusatzversicherung unter anderem bei DFV, DA Direkt, ERGO und NÜRNBERGER ab, im regulären Zahnschutz und ohne Wartezeit. Angenommen werden Sie dort unabhängig von Ihrem Zahnstatus, versichert ist aber nur, was nach Vertragsabschluss neu entsteht: Bestehende Lücken und bereits angeratene Behandlungen bleiben bis auf wenige Ausnahmen draußen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ganz ohne Fragen: Im regulären Zahnschutz verzichten DFV in allen vier Tarifen, DA Direkt in den Haupttarifen, NÜRNBERGER in Basis und Komfort, ERGO im Dental-Schutz und Universa mit uni-dent|Top vollständig auf Gesundheitsfragen.
  • Die eine Frage: MAXCARE stellt laut Anbieter genau eine Gesundheitsfrage, und sie betrifft fehlende Zähne.
  • Volle Risikoprüfung: ottonova stellt drei Gesundheitsfragen, beim übrigen ausgewerteten Markt steht die Annahme unter einer vollständigen Risikoprüfung.
  • Reichweite der Annahmegarantie: Eine garantierte Annahme sichert nur zu, dass der Vertrag zustande kommt; bereits begonnene oder vom Zahnarzt angeratene Behandlungen bleiben bei DFV und in den Haupttarifen von DA Direkt ausgeschlossen, und bei DFV gilt das auch für offene Zahnlücken.
Unsere Empfehlung für den Antrag ohne Gesundheitsfragen: DFV
Die DFV nimmt Sie in allen vier Tarifen ohne eine einzige Frage zum Zahnstatus und ohne Wartezeit auf. Im Exklusiv erstattet sie bis zu 100 Prozent, laut DFV mit der Finanztest-Note 0,5 aus 09/2026.

Welche Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen passt zu Ihnen?

Für die meisten Antragsteller ist DFV der richtige Anbieter, weil Sie dort nach Budget zwischen vier fragefreien Stufen wählen. DA Direkt lohnt sich, wenn Sie bei der Zahnarztwahl flexibel sind, ERGO, wenn es Ihnen vor allem um Zahnersatz geht.

Soll eine offene Lücke gegen Risikozuschlag mitversichert werden, führt der Weg zum Basis-Tarif von NÜRNBERGER. MAXCARE stellt eine Frage zu fehlenden Zähnen und passt deshalb zu einem Gebiss ohne offene Lücke. Ist eine Behandlung schon angeraten, bleiben ohne Gesundheitsfragen zwei Sondertarife: die AKUT-Soforthilfe von DA Direkt und ERGO Zahnersatz Sofort.

DFV: kein Wort zum Zahnstatus im Antrag

Die Deutsche Familienversicherung (DFV) ist unsere Empfehlung, wenn Ihr Zahnstatus im Antrag gar keine Rolle spielen soll: Alle vier Tarife, Basis, Komfort, Premium und Exklusiv, schließen Sie ohne eine einzige Frage dazu ab. DFV nennt das garantierte Annahme; Voraussetzung ist, dass Sie gesetzlich krankenversichert sind. Versichert ist allerdings nur, was nach Vertragsabschluss neu entsteht; bestehende Zahnlücken bleiben ausgenommen.

Damit entscheiden Sie bei DFV nicht mehr über die Annahme, sondern nur noch über den Erstattungssatz. Die vier Stufen im Einzelnen:

  • Basis: 50 Prozent, ab 9,10 Euro, 875 Euro im ersten Jahr
  • Komfort: 70 Prozent, ab 12,60 Euro, 1.225 Euro im ersten Jahr
  • Premium: 80 Prozent, ab 14,30 Euro, 1.400 Euro im ersten Jahr
  • Exklusiv: 100 Prozent, ab 17,80 Euro, 1.750 Euro im ersten Jahr

Ab dem 49. Monat rechnen Sie in jeder Stufe ohne Deckel ab. Auf eine Wartezeit müssen Sie sich nicht einstellen, auf 24 Monate Mindestlaufzeit schon.

Unser Rat: Steigen Sie bei Komfort ein. Im Basis-Tarif tragen Sie die Hälfte jeder Zahnersatzrechnung selbst, und wer sich für eine fragefreie Versicherung interessiert, hat meist schon Zähne, die absehbar Arbeit machen.

DFV selbst verweist auf elf Testsiege in Folge und auf die Note 0,5 “sehr gut” für den Tarif Exklusiv aus 09/2026 bei 278 verglichenen Tarifen; das sind Angaben des Anbieters.

DFV: vier Tarife ohne Gesundheitsfragen
Garantierte Annahme in Basis, Komfort, Premium und Exklusiv, ab 9,10 Euro im Monat, ohne Wartezeit.

DA Direkt: keine Fragen, aber auf das Zahnarztnetz achten

Sind Sie nicht an eine bestimmte Praxis gebunden, holen Sie bei DA Direkt für wenig Beitrag viel heraus. Die Haupttarife kommen ohne Gesundheitsfragen aus, und auf Ihre erste Leistung warten Sie nicht. Die drei Stufen unterscheiden sich im Beitrag, im Deckel des ersten Jahres und darin, wie viel sie außerhalb des Zahnarztnetzes des Versicherers erstatten:

  • Komfort: ab 6,90 Euro im Monat, mit 25 Jahren 10,90 Euro; 90 Prozent im Netz, 75 Prozent außerhalb; höchstens 750 Euro im ersten Jahr
  • Premium: ab 13,90 Euro; 100 Prozent im Netz, 90 Prozent außerhalb; höchstens 1.100 Euro im ersten Jahr
  • Premium Plus: ab 16,90 Euro; 100 Prozent in jeder Praxis; höchstens 1.500 Euro im ersten Jahr

Die Sätze gelten für Zahnersatz, im Komfort-Tarif auch für Zahnbehandlung. Ab dem fünften Jahr rechnet DA Direkt ohne Deckel ab.

Achtung: Der niedrige Komfort-Beitrag hat eine Bedingung. Ob Ihre Zahnärztin zum Netz gehört, sollten Sie vor dem Abschluss wissen. Falls nicht, tragen Sie im Komfort-Tarif bei jeder Zahnersatzrechnung 25 Prozent selbst statt 10 Prozent im Netz, während Premium Plus auch außerhalb des Netzes voll erstattet. Bei größeren Maßnahmen ist dieser Unterschied mehr wert als die 10 Euro, die Premium Plus im Monat mehr kostet.

Können Sie eine Praxis im Netz nutzen, fahren Sie mit Komfort ab 6,90 Euro sehr gut. Wer seine Praxis behalten will, ist mit Premium Plus am sichersten bedient.

DA Direkt Zahnschutz: ab 6,90 Euro ohne Gesundheitsfragen
Komfort, Premium und Premium Plus ohne Fragen zum Zahnstatus und ohne Wartezeit, Erstattung bis 100 Prozent.

ERGO: Dental-Schutz für Zahnersatz, halber Beitrag im ersten Halbjahr

Wer nur Zahnersatz absichern will, zahlt bei ERGO nicht für Leistungen mit, die er nicht braucht. Den Dental-Schutz schließen Sie in drei Stufen ohne Gesundheitsfragen und ohne Wartezeit ab. Jede Stufe zahlt auch über den GOZ-Höchstsatz hinaus; die Beiträge sind ERGOs Beispiel für 26 Jahre:

  • Dental-Schutz 75: 75 Prozent für Zahnersatz, bis zum 3,5-fachen Satz, 5,45 Euro im Monat
  • Dental-Schutz 90: 90 Prozent, bis zum 3,5-fachen Satz, 6,90 Euro im Monat
  • Dental-Schutz 100: 100 Prozent, bis zum 5,0-fachen Satz, 8,75 Euro im Monat

Der Haken liegt im Umfang. Der Dental-Schutz deckt nur Zahnersatz, für die Zahnerhaltung führt ERGO einen eigenen Tarif. Zähne, die bei Vertragsabschluss fehlen, sind nicht mitversichert, intakter Zahnersatz dagegen schon, und in den ersten vier Versicherungsjahren gilt laut ERGO eine Leistungsbegrenzung, deren Beträge nicht auf der Produktseite stehen.

Abschließen können Sie den Tarif, wenn Sie gesetzlich versichert sind, und das Risiko eines Fehlgriffs bleibt klein: In den ersten sechs Vertragsmonaten zahlen Sie die Hälfte, kündigen können Sie monatlich.

ERGO Dental-Schutz: Zahnersatz ohne Gesundheitsfragen
Der Dental-Schutz nimmt Sie ohne Gesundheitsfragen auf, leistet ohne Wartezeit und erstattet Zahnersatz zu 75, 90 oder 100 Prozent. Beispielbeitrag mit 26 Jahren 5,45 bis 8,75 Euro im Monat, in den ersten sechs Monaten zahlen Sie nur die Hälfte.

NÜRNBERGER: fragefrei, aber ohne veröffentlichten Preis

Bei einer offenen Lücke kommen Sie an NÜRNBERGER kaum vorbei. Im Basis-Tarif lassen sich fehlende Zähne gegen Risikozuschlag mitversichern, das bietet unter den fragefreien Tarifen dieser Auswahl sonst keiner. Dafür ist NÜRNBERGER auch der einzige Anbieter hier, den Sie nicht über einen veröffentlichten Preis vergleichen können.

Auf den eigenen Seiten des Versicherers steht, dass die Gesundheitsprüfung in allen vier Tarifen entfällt: Basis, Komfort 80, Komfort 90 und Komfort 100.

Die Komfort-Tarife erstatten 80, 90 oder 100 Prozent. Der Basis-Tarif rechnet anders: Er setzt auf den Festzuschuss Ihrer Kasse auf und ist laut NÜRNBERGER in den ersten drei Versicherungsjahren auf bis zu 500 Euro begrenzt, ab dem vierten fällt diese Grenze weg. Die professionelle Zahnreinigung erstattet NÜRNBERGER mit mindestens 100 Euro je Versicherungsjahr.

Gedeckelt ist auch hier die Summe der ersten Jahre: Im ersten Versicherungsjahr zahlt NÜRNBERGER je nach Komfort-Stufe bis zu 800, 900 oder 1.000 Euro, über die ersten vier Jahre zusammen bis zu 3.200, 3.600 beziehungsweise 4.000 Euro. Ab dem fünften Versicherungsjahr und bei Unfällen gilt keine Grenze. Die 4.000 Euro, die in Vergleichen häufig auftauchen, sind also die Vierjahressumme des höchsten Komfort-Tarifs und keine Jahresgrenze.

NÜRNBERGER Zahnzusatzversicherung: Antrag ohne Gesundheitsprüfung
Die Gesundheitsprüfung entfällt vollständig, keine Wartezeit, Erstattung in den Komfort-Tarifen mit 80, 90 oder 100 Prozent.

MAXCARE: nur die Frage nach fehlenden Zähnen bleibt

Solange keine Lücke offen ist, kommen Sie bei MAXCARE fast so leicht in den Vertrag wie bei einem fragefreien Tarif. Laut Anbieter gibt es genau eine Gesundheitsfrage, zu fehlenden Zähnen; den genauen Wortlaut finden Sie im Antrag. Fehlt nichts, dürfte das ein Kreuz bei Nein sein; bei einer offenen Lücke kommt es dagegen auf Ihren Befund an. Deshalb steht MAXCARE hinter den Anbietern oben und nicht neben ihnen.

MAXCARE führt drei Stufen: Im Exklusiv werden bis zu 100 Prozent erstattet, einschließlich des Kassenanteils, im Premium 85 Prozent und im Komfort 75 Prozent; zahlt Ihre gesetzliche Kasse keinen Festzuschuss, kürzt MAXCARE die Leistung pauschal um 35 Prozent. Träger des Tarifs ist die Münchener Verein Krankenversicherung.

Die Begrenzung ist eng befristet: MAXCARE deckelt die Erstattung nur in den ersten vier Versicherungsjahren und hebt den Deckel Jahr für Jahr an, im Exklusiv von 1.500 Euro im ersten Jahr auf kumuliert 3.000, 4.500 und 6.000 Euro; ab dem fünften Jahr fällt er weg.

Was Sie monatlich zahlen, hängt vom Eintrittsalter ab; maxcare.de nennt als Beispiel 15,90 Euro für Komfort, 21,90 Euro für Premium und 28,90 Euro für Exklusiv. Als Testergebnis führt MAXCARE für ZahnGesund Exklusiv die Note 0,5 “sehr gut” aus Finanztest 09/2026 bei 278 verglichenen Tarifen an, ebenfalls eine Angabe des Anbieters.

Beantworten Sie diese eine Frage anhand Ihres Befunds und nicht nach Gefühl. Ob MAXCARE eine Lücke, die eine Brücke, ein Implantat oder eine herausnehmbare Prothese schließt, als fehlenden Zahn wertet, steht nicht auf der Produktseite; klären Sie das vor dem Antrag schriftlich.

Steht bei Ihnen eine Lücke offen, ist der Basis-Tarif von NÜRNBERGER die bessere Adresse; weitere Wege zeigt der Vergleich der Zahnzusatzversicherung bei fehlenden Zähnen.

Ist Ihr Gebiss versorgt, ist MAXCARE eine starke Wahl: Im Exklusiv bekommen Sie bis zu 100 Prozent erstattet, für eine einzige Frage im Antrag.

MAXCARE ZahnGesund Exklusiv: bis zu 100 Prozent, eine Gesundheitsfrage
Nur eine Frage zu fehlenden Zähnen im Antrag, keine Wartezeit, Beispielbeitrag 28,90 Euro monatlich im Exklusiv, je nach Alter.

Welche Zahnzusatzversicherungen gibt es ohne Gesundheitsfragen?

Fünf Anbieter verzichten im regulären Zahnschutz vollständig auf Gesundheitsfragen, MAXCARE stellt genau eine, der übrige Markt prüft vollständig. Eine Annahmegarantie ist dabei keine gesetzliche Regel, sondern eine Zusage aus den Tarifbedingungen: Sie gilt so weit, wie der Anbieter sie schriftlich gibt, und nicht bei jedem für die ganze Tarifpalette.

Auf den ganzen Markt gesehen gibt es drei Abstufungen und einen Sonderfall:

  • Keine Frage im regulären Zahnschutz: DFV in allen vier Tarifen, DA Direkt in den Haupttarifen, NÜRNBERGER in Basis und Komfort, ERGO mit Dental-Schutz 75, 90 und 100 sowie Universa mit uni-dent|Top.
  • Eine Frage: MAXCARE, laut Anbieter zu fehlenden Zähnen.
  • Volle Risikoprüfung: der übrige Markt mit den vier Fragebereichen aus dem nächsten Abschnitt, darunter ottonova mit drei Fragen.
  • Sonderfall: ERGO Zahnersatz Sofort und die AKUT-Soforthilfe von DA Direkt, fragefrei und für eine Behandlung gebaut, die schon feststeht.

Die Konditionen der Anbieter aus unserer Auswahl, laut Versicherer und Stand Oktober 2026:

Anbieter und TarifeGesundheitsfragenErstattung ZahnersatzGrenze im 1. JahrWartezeitBeitrag ab
DFV: Basis, Komfort, Premium, Exklusivkeine50 / 70 / 80 / 100 Prozent875 / 1.225 / 1.400 / 1.750 Eurokeine9,10 Euro (Basis)
DA Direkt: Komfort, Premium, Premium Pluskeineim Netz 90 / 100 / 100 Prozent, außerhalb 75 / 90 / 100 Prozent750 / 1.100 / 1.500 Eurokeine6,90 Euro (Komfort)
ERGO: Dental-Schutz 75, 90, 100keine75 / 90 / 100 Prozentbegrenzt, Beträge nicht veröffentlichtkeineBeispiel 5,45 Euro (DS 75, mit 26 Jahren)
NÜRNBERGER: Basis, Komfort 80, 90, 100keineKomfort 80 / 90 / 100 ProzentKomfort 800 / 900 / 1.000 Euro; Basis bis 500 Euro in den ersten drei Jahrenkeinekein veröffentlichter Preis
MAXCARE: Komfort, Premium, Exklusiveine Frage zu fehlenden Zähnen (laut Anbieter)75 / 85 / 100 ProzentExklusiv 1.500 EurokeineBeispiel 15,90 Euro (Komfort), je nach Alter

Bei allen Tarifen, die Fragen stellen, hängt Ihr Schutz an Ihren Antworten. Die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass Gesundheitsfragen unbedingt korrekt beantwortet werden müssen, weil Sie sonst Ihren Versicherungsschutz riskieren. Darin liegt der praktische Wert einer leeren Fragespalte: Wo Sie keine Antwort gegeben haben, kann Ihnen später niemand eine falsche vorhalten.

Die Zusage steht jeweils beim Versicherer selbst. Universa etwa bewirbt uni-dent|Top mit einem Abschluss ohne Gesundheitsprüfung. Die Konditionen von NÜRNBERGER stehen in unserem NÜRNBERGER-Überblick.

Für Allianz, Barmenia Gothaer und ARAG fanden wir in den öffentlichen Tarifangaben keine belastbare Zusage, die eine vollständige Annahmegarantie belegt, deshalb zählen wir sie nicht mit. Den aktuellen Stand über mehrere Anbieter hinweg zeigt der Zahnzusatzversicherung-Vergleich.

Welche Gesundheitsfragen stellen andere Zahnzusatzversicherungen?

Zahnzusatzversicherungen mit Risikoprüfung fragen typischerweise vier Bereiche ab, in einer Sprache, die im Alltag niemand benutzt:

  • fehlende Zähne, die nicht ersetzt sind und bei denen die Lücke offen steht, wobei Weisheitszähne meist ausgenommen bleiben
  • Zahnersatz, der für die Zukunft angeraten ist
  • Parodontosebehandlungen und Parodontoseuntersuchungen, ob laufend, in den vergangenen Jahren erfolgt oder für die Zukunft angeraten
  • bei Kindern und Jugendlichen zusätzlich kieferorthopädische Behandlungen

Der erste Bereich zielt auf die Lücke, nicht auf den Zahn. Welche Zähne ein einzelner Versicherer dabei mitzählt und welche er ausnimmt, steht allerdings nicht auf der Produktseite, sondern in seinen Versicherungsbedingungen. Sind Sie sich bei einer Lücke nicht sicher, lassen Sie sich diese Stelle vor dem Antrag schriftlich geben.

Der zweite Bereich ist der gefährliche. Bei DFV etwa gilt eine Behandlung schon dann als angeraten, wenn Ihre Zahnärztin einen konkreten Grund in der Patientenkartei festgehalten hat, auch bevor ein Behandlungsplan existiert.

Wer nach einem Kontrolltermin gehört hat, dass der Zahn hinten links irgendwann eine Krone braucht, kann damit schon eine angeratene Behandlung haben: In einem Tarif mit Fragen gehört sie in den Antrag, bei DFV fällt sie aus dem Schutz.

Bei der Parodontose greift die Frage mehrere Jahre zurück, und daran scheitert das Gedächtnis. Ob eine Behandlung 2023 abgeschlossen wurde oder 2022 begonnen hat, weiß kaum jemand aus dem Kopf.

ottonova führt genau diese Prüfung mit drei Fragen durch und schließt bereits laufende oder angeratene Behandlungen ausdrücklich aus. So halten es die meisten Versicherer: Wer diese Fragen beantworten kann, hat den ganzen Markt zur Auswahl. Wer es nicht kann, hat die fragefreien Anbieter aus der Tabelle und, mit einer einzigen Frage, MAXCARE.

Was passiert, wenn Sie eine Gesundheitsfrage falsch beantworten?

Der Versicherer kann vom Vertrag zurücktreten, so steht es in § 19 VVG. Ein “Nein” bei einer Frage, die Sie nicht sicher beantworten können, ist deshalb die teuerste Abkürzung auf dem ganzen Formular. Der Rücktritt ist ausgeschlossen, wenn die Anzeigepflicht weder vorsätzlich noch grob fahrlässig verletzt wurde; dann bleibt ihm die Kündigung mit einer Frist von einem Monat.

Hätte er den Vertrag auch in Kenntnis der Umstände geschlossen, nur zu anderen Bedingungen, kann er diese rückwirkend durchsetzen, also im Nachhinein einen Risikozuschlag verlangen oder die betroffene Leistung ausschließen. Alle diese Rechte setzen voraus, dass er Sie in Textform gesondert auf die Folgen hingewiesen hat. Bei arglistiger Täuschung kommt die Anfechtung hinzu.

Von diesen Rechten merken Sie nichts, solange Sie keine Rechnung einreichen. Die Auseinandersetzung beginnt, wenn Sie das Geld brauchen, oft nach Jahren mit Beitrag, und eine rückwirkende Anpassung kann dann genau die Leistung treffen, für die Sie den Vertrag abgeschlossen haben.

Tipp: Antworten Sie mit der Dokumentation aus der Praxis und nicht aus dem Gedächtnis, auch wenn die Antwort unangenehm ist. Lassen Sie sich dafür einen Auszug aus Ihrer Patientenkartei für den erfragten Zeitraum geben, bevor Sie das Formular ausfüllen. Ein offengelegter fehlender Zahn kann auch nur zu einem Zuschlag oder zu einem Ausschluss für diesen einen Zahn führen statt zur Ablehnung Ihres Antrags.

Bleibt eine Frage auch mit den Unterlagen unklar, dann tragen Sie die Unsicherheit ein, statt sich für ein Ja oder ein Nein zu entscheiden. Ein Satz im Bemerkungsfeld, dass eine Wurzelbehandlung im Jahr 2021 oder 2022 stattgefunden hat und das genaue Datum nicht mehr feststellbar ist, verlagert die Bewertung dorthin, wo sie hingehört.

Bekommen Sie den Vertrag danach, kann sich der Versicherer für diese Angabe später nicht mehr auf eine Anzeigepflichtverletzung berufen, weil er sie kannte (§ 19 Abs. 5 VVG).

Und wenn Ihre Zahngeschichte so unübersichtlich ist, dass jede Antwort ein Risiko bleibt, nehmen Sie einen Tarif, der nichts fragt: Diese Sicherheit wiegt mehr als ein Beitragsunterschied von zwei Euro im Monat.

Wurden Sie bereits abgelehnt oder ist ein Schaden in Ihren Unterlagen dokumentiert, lesen Sie bei der Zahnzusatzversicherung mit Vorschäden weiter.

Was zahlt eine Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen nicht?

Eine Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen zahlt nicht für Behandlungen, die bei Vertragsabschluss schon begonnen haben oder angeraten sind, und für offene Lücken nur in Ausnahmen. Die Deutsche Familienversicherung formuliert das auf der eigenen Seite unmissverständlich: Versichert sind alle Zahnbehandlungen, die nach Vertragsabschluss neu entstehen; Behandlungen, die bei Vertragsabschluss bereits begonnen oder vom Zahnarzt angeraten wurden, sind nicht versichert. Bei DA Direkt gilt für die Haupttarife dasselbe.

Die Annahmegarantie entscheidet über den Vertrag, die Bedingungen entscheiden über die Rechnung. Angenommen werden Sie auch mit fehlenden Zähnen, aber für eine Lücke, die bei Vertragsabschluss schon offen ist, zahlen die fragefreien Standardtarife meist nicht:

  • DFV schließt bestehende Lücken aus; Zähne, die eine Krone, Brücke oder ein Implantat schon ersetzt hat, gelten dabei nicht als fehlend.
  • DA Direkt versichert in den Haupttarifen nur Zähne, die bei Antragstellung gesund und unbeschädigt waren.
  • NÜRNBERGER versichert Zähne nicht, die vor Vertragsbeginn fehlen und noch nicht ersetzt sind; nur im Basis-Tarif lassen sie sich gegen Risikozuschlag einschließen.
  • ERGO schließt im Dental-Schutz Zähne aus, die bei Vertragsabschluss fehlen; intakter Zahnersatz ist mitversichert.

Bei einer offenen Lücke kann sogar ein Tarif mit Gesundheitsfragen der bessere Kauf sein. Die Bayerische etwa fragt nach fehlenden Zähnen und versichert in ihren ZAHN-Tarifen bis zu drei davon mit, gegen 40 Prozent Risikozuschlag je Zahn. Und wer alle Fragen sauber mit Nein beantworten kann, findet nach Einschätzung von Vergleichsportalen oft Tarife mit Fragen, die bei gleicher Leistung etwas günstiger sind.

Die Annahme ohne oder fast ohne Prüfung bezahlen Sie mit der Summenbegrenzung: DFV, DA Direkt, ERGO, NÜRNBERGER und MAXCARE deckeln die Erstattung in den ersten Versicherungsjahren, die Grenzen stehen in der Tabelle oben. Am Beitrag lässt sich der Verzicht auf die Prüfung dagegen nicht ablesen: 6,90 Euro bei DA Direkt Komfort und 9,10 Euro bei DFV Basis (altersabhängig) sind Einstiegspreise für Tarife, die nichts fragen.

Faustregel: Planen Sie die teure Maßnahme mit dem Kalender. Kann der Zahn ein Jahr warten, fällt die Rechnung in die nächste Stufe der Zahnstaffel, und Sie tragen weniger selbst. Kann er nicht warten, löst ein fragefreier Standardtarif Ihr Problem nicht.

DA Direkt AKUT-Soforthilfe: Schutz für die Behandlung, die schon feststeht

Läuft Ihre Behandlung schon oder ist sie bereits empfohlen, brauchen Sie einen Tarif, der genau diesen Fall einschließt. Ohne Gesundheitsfragen gibt es dafür zwei Wege:

  • DA Direkt AKUT-Soforthilfe: nur im Kombitarif mit Zahnschutz Komfort, zahlt auch für begonnene oder angeratene Behandlungen.
  • ERGO Zahnersatz Sofort: zahlt für eine Behandlung, die höchstens sechs Monate vor Versicherungsbeginn begonnen hat und noch läuft, schließt fehlende Zähne ein und deckelt die Leistung auf 1.000 Euro im ersten und 2.000 Euro in den ersten beiden Versicherungsjahren zusammen.

Welcher Weg zu Ihrem Befund passt, zeigt unser Ratgeber, wann es für eine Zahnzusatzversicherung zu spät ist.

Wichtig: Fragen Sie in der Praxis nach, was für den betreffenden Zahn in Ihrer Kartei steht, bevor Sie einen Vertrag abschließen. Genau diese Kartei fordert der Versicherer häufig an, wenn kurz nach Vertragsbeginn eine größere Rechnung eingeht, und prüft darin, ob die Behandlung schon angeraten war.

Für einen Zahn mit dokumentierter Empfehlung ist ein fragefreier Standardtarif das falsche Werkzeug, für alle anderen Zähne im Mund bleibt er die richtige Absicherung. Beides verbindet DA Direkt in einem Vertrag: Zahnschutz Komfort sichert die übrigen Zähne ab, die AKUT-Soforthilfe den Zahn mit Befund.

DA Direkt AKUT-Soforthilfe: auch wenn die Behandlung schon feststeht
Im Kombitarif mit Zahnschutz Komfort, ohne Gesundheitsfragen und ohne Wartezeit. Laut DA Direkt leistet der Tarif auch für Behandlungen, die schon begonnen haben oder angeraten sind.

Gibt es eine Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen und ohne Wartezeit?

Unter den fragefreien Anbietern ist diese Kombination sogar die Regel: DFV, DA Direkt, NÜRNBERGER und ERGO mit dem Dental-Schutz verzichten auf beides, MAXCARE auf die Wartezeit und auf alle Fragen bis auf die eine.

Der Umkehrschluss trägt allerdings nicht: ottonova verzichtet auf die Wartezeit und stellt trotzdem drei Gesundheitsfragen. Wie Wartezeiten im Detail funktionieren, erklären wir bei der Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit.

DA Direkt Premium Plus: ohne Fragen, ohne Wartezeit, ohne Netzbindung

Premium Plus von DA Direkt nimmt Sie ohne Fragen auf und leistet ab Vertragsbeginn, ohne dass Sie dafür in eine Praxis des Zahnarztnetzes wechseln müssen.

DA Direkt Premium Plus: 100 Prozent in jeder Praxis
Premium Plus fragt nicht nach Ihrem Zahnstatus, leistet ohne Wartezeit und erstattet 100 Prozent, ob Ihre Praxis zum Netz gehört oder nicht. Im ersten Jahr bis 1.500 Euro, ab dem fünften Versicherungsjahr ohne Begrenzung, ab 16,90 Euro im Monat.

Häufige Fragen

Wie viele Zahnzusatzversicherungen kommen ohne Gesundheitsfragen aus?

Fünf: DFV in allen vier Tarifen, DA Direkt in den Haupttarifen, NÜRNBERGER in allen vier Stufen, ERGO im Dental-Schutz und Universa mit uni-dent|Top. Für eine Zahnersatzbehandlung, die schon läuft, kommt ERGO Zahnersatz Sofort ohne Fragen dazu. MAXCARE stellt laut Anbieter genau eine Frage, zu fehlenden Zähnen, ottonova drei; der übrige Markt prüft vollständig.

Was wird bei einer Zahnzusatzversicherung normalerweise gefragt?

Typischerweise vier Themen: fehlende, nicht ersetzte Zähne, angeratener Zahnersatz, Parodontose der letzten Jahre und bei Kindern und Jugendlichen die Kieferorthopädie. Juristisch zählt, dass der Versicherer die Fragen in Textform stellt: Nur daran knüpft die vorvertragliche Anzeigepflicht an, deshalb gibt es nach einem Antrag ohne Fragen später nichts, was der Versicherer Ihnen vorhalten könnte.

Was passiert, wenn ich eine Gesundheitsfrage falsch beantworte?

Je nach Verschulden kann der Versicherer zurücktreten, mit einem Monat Frist kündigen oder den Vertrag rückwirkend anpassen, etwa mit einem Risikozuschlag oder einem Ausschluss für den betroffenen Zahn. Das setzt voraus, dass er Sie vorher in Textform auf diese Folgen hingewiesen hat. Bemerkbar macht sich das meist erst bei der ersten größeren Rechnung.

Sind Tarife ohne Gesundheitsfragen automatisch ohne Wartezeit?

Nein, das sind zwei getrennte Zusagen. Bei DFV, DA Direkt, NÜRNBERGER und ERGO im Dental-Schutz trifft beides zu, bei MAXCARE gilt die Wartezeitfreiheit trotz der einen Gesundheitsfrage. Unabhängig davon bindet Sie die Mindestlaufzeit: Bei DFV sind es 24 Monate, in denen der Beitrag läuft, auch wenn Sie nach dem ersten Jahr keine Leistung mehr brauchen.

Sind Tarife ohne Gesundheitsfragen teurer?

Am Beitrag zeigt sich das nicht: DA Direkt Komfort beginnt bei 6,90 Euro im Monat, DFV Basis bei 9,10 Euro (altersabhängig). Der Preis steckt in der Summenbegrenzung, im ersten Jahr 750 Euro bei DA Direkt Komfort und 875 Euro bei DFV Basis. Fällt eine große Maßnahme ins erste Vertragsjahr, tragen Sie alles über der Grenze selbst, und das ist deutlich mehr, als ein höherer Monatsbeitrag gekostet hätte.

Zahlt ein Tarif ohne Gesundheitsfragen auch für fehlende Zähne?

Meist nicht. Angenommen werden Sie auch mit Zahnlücken, aber DFV etwa schließt Lücken aus, die bei Vertragsabschluss bestehen und nicht dauerhaft ersetzt sind; Zähne, die eine Krone, Brücke oder ein Implantat schon ersetzt hat, gelten dort nicht als fehlend. Mitversichern lässt sich eine offene Lücke im Basis-Tarif von NÜRNBERGER, gegen Risikozuschlag.

Bekomme ich eine Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen, wenn ich schon abgelehnt wurde?

Ja. Ein fragefreier Tarif fragt auch nicht nach früheren Anträgen oder Ablehnungen, eine Absage bei einem anderen Versicherer wirkt also nicht nach. Die Ablehnung ändert nichts an Ihrer Ausgangslage, wohl aber der Grund dafür: Steht der abgelehnte Antrag im Zusammenhang mit einer bereits angeratenen Behandlung, bleibt genau diese Behandlung auch im neuen Vertrag außen vor.