Rundgang_18

Welche Zahnzusatzversicherung kommt ohne Gesundheitsfragen aus?

Wie viele Anbieter verzichten wirklich auf jede Gesundheitsfrage? Von neun geprüften Tarifen tun das nur drei, ein weiterer stellt genau eine, entscheidend ist, welche.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Zählung: Von neun ausgewerteten Anbietern verzichten drei im regulären Zahnschutz vollständig auf Gesundheitsfragen, nämlich DFV in allen vier Tarifen, DA Direkt in den Haupttarifen und NÜRNBERGER in Basis und Komfort.
  • Die eine Frage: MAXCARE stellt in allen drei Tarifen genau eine Gesundheitsfrage, und zwar ob Zähne fehlen, die noch nicht dauerhaft ersetzt sind.
  • Volle Risikoprüfung: ottonova stellt drei Gesundheitsfragen, beim übrigen ausgewerteten Markt steht die Annahme unter einer vollständigen Risikoprüfung.
  • Reichweite der Annahmegarantie: Eine garantierte Annahme sichert nur zu, dass der Vertrag zustande kommt; bereits begonnene oder vom Zahnarzt angeratene Behandlungen bleiben bei DFV und in den Haupttarifen von DA Direkt ausgeschlossen.

Wenn Sie den Antrag bisher weggelegt haben, weil Sie eine der Fragen nicht sauber beantworten können, ist das Ihre Liste. Sie ist kurz, und das ist keine Auslassung, sondern der Befund. Zwischen null und voller Prüfung liegt allerdings eine Abstufung, und für Sie hängt an ihr mehr als an der Zahl: Es kommt darauf an, worauf die verbleibenden Fragen zielen.

DFV: Annahmegarantie in allen vier Tarifen

Bei der Deutschen Familienversicherung fällt die Gesundheitsprüfung in der ganzen Tarifpalette weg. Basis, Komfort, Premium und Exklusiv werden ohne eine einzige Frage zum Zahnstatus abgeschlossen, und DFV nennt das garantierte Annahme, ausdrücklich auch bei Zahnlücken und bei Vorbehandlungen. So weit reicht die Zusage sonst nur bei NÜRNBERGER; bei DA Direkt gilt sie für die Haupttarife. Für Sie heißt das, dass Sie hier nach Budget wählen und nicht nach Antragsformular.

Damit entscheiden Sie bei DFV nicht mehr über die Annahme, sondern nur noch über den Erstattungssatz. Die vier Stufen im Einzelnen:

Ab dem 49. Monat rechnen Sie in jeder Stufe ohne Deckel ab. Auf eine Wartezeit müssen Sie sich nicht einstellen, auf 24 Monate Mindestlaufzeit schon.

Unser Rat: Steigen Sie bei Komfort ein. Im Basis-Tarif tragen Sie die Hälfte jeder Zahnersatzrechnung selbst, und wer sich für eine fragefreie Versicherung interessiert, hat meist schon Zähne, die absehbar Arbeit machen.

DFV selbst verweist auf elf Testsiege in Folge und auf die Note 0,5 “sehr gut” aus 09/2026 bei 278 verglichenen Tarifen; das sind Angaben des Anbieters.

DFV: vier Tarife ohne Gesundheitsfragen
Garantierte Annahme in Basis, Komfort, Premium und Exklusiv, ab 9,10 Euro im Monat, ohne Wartezeit.

DA Direkt: der günstigste Einstieg ohne Fragen

Die Haupttarife von DA Direkt kommen ohne Gesundheitsfragen aus, und der Einstieg ist der niedrigste im ausgewerteten Feld: Für Zahnschutz Komfort zahlen Sie ab 6,90 Euro im Monat, für Premium ab 13,90 Euro, für Premium Plus ab 16,90 Euro. Warten müssen Sie auf Ihre erste Leistung nicht. Im ersten Jahr erstattet Ihnen der Versicherer je Tarif höchstens 750 Euro, 1.100 Euro oder 1.500 Euro, ab dem fünften Jahr rechnet DA Direkt ohne Deckel ab.

Der niedrige Beitrag hat im Komfort-Tarif eine Bedingung, die Sie vor der Zahnarztwahl kennen sollten: Zahnersatz wird mit 90 Prozent erstattet, wenn Sie einen Zahnarzt aus dem Netz des Versicherers aufsuchen, außerhalb dieses Netzes mit 75 Prozent, bei Zahnbehandlung entsprechend niedriger. Premium erstattet 100 Prozent im Netz und 90 Prozent außerhalb. Nur Premium Plus zahlt in jedem Fall 100 Prozent.

Achtung: Prüfen Sie vor dem Abschluss, ob Ihre Zahnärztin zum Netz gehört. Falls nicht, tragen Sie im Komfort-Tarif bei jeder Zahnersatzrechnung 25 Prozent statt 10 Prozent selbst, und diese 15 Prozentpunkte sind bei größeren Maßnahmen mehr wert als die 10 Euro Beitragsunterschied zu Premium Plus.

Wer bei der Zahnarztwahl flexibel ist, fährt mit Komfort für 6,90 Euro sehr gut. Wer seine Praxis behalten will, sollte gleich eine Stufe höher einsteigen.

DA Direkt Zahnschutz: ab 6,90 Euro ohne Gesundheitsfragen
Komfort, Premium und Premium Plus ohne Fragen zum Zahnstatus und ohne Wartezeit, Erstattung bis 100 Prozent.

NÜRNBERGER: Gesundheitsprüfung entfällt, Beitrag erst nach Abfrage

Der dritte fragefreie Anbieter ist der einzige, den Sie nicht über einen veröffentlichten Preis vergleichen können, und er gehört trotzdem in dieselbe Reihe. Auf den eigenen Seiten von NÜRNBERGER steht, dass die Gesundheitsprüfung vollständig entfällt, und zwar als Merkmal des Zahntarifs und nicht als Zugabe zu einer einzelnen Stufe. Die Palette umfasst vier Tarife, und die Zusage deckt alle ab: Basis, Komfort 80, Komfort 90 und Komfort 100. Eine Wartezeit läuft ebenfalls nicht, Sie können also ab Vertragsbeginn Rechnungen einreichen. Erstattet wird in den Komfort-Tarifen mit 80, 90 oder 100 Prozent, Sie bewegen sich damit in derselben Bandbreite wie bei den beiden Anbietern oben. Der Basis-Tarif rechnet anders: Er verdoppelt den Festzuschuss Ihrer Kasse einschließlich Bonus und ist dabei in den ersten drei Versicherungsjahren auf bis zu 500 Euro begrenzt, ab dem vierten fällt diese Grenze weg. Die professionelle Zahnreinigung erstattet NÜRNBERGER je Versicherungsjahr mit 100 Euro im Komfort 80, 150 Euro im Komfort 90 und 200 Euro im Komfort 100.w

Bezahlt wird der Verzicht auf die Prüfung auch hier über die Summe, gestaffelt nach Stufe. Im ersten Versicherungsjahr erhalten Sie bis zu 800 Euro im Komfort 80, bis zu 900 Euro im Komfort 90 und bis zu 1.000 Euro im Komfort 100; über die ersten vier Versicherungsjahre zusammen sind es 3.200, 3.600 beziehungsweise 4.000 Euro. Vom fünften Versicherungsjahr an rechnet der Versicherer ohne Obergrenze ab, und für Unfallbehandlungen gilt die Grenze nicht. Die 4.000 Euro, die in Vergleichen häufig auftauchen, sind also die Vierjahressumme des höchsten Komfort-Tarifs und keine Jahresgrenze. Neben die 875 Euro Erstjahresstaffel bei DFV Basis oder die 750 Euro bei DA Direkt Komfort gehören die 800 bis 1.000 Euro des ersten Versicherungsjahres.

NÜRNBERGER Zahnzusatzversicherung: Antrag ohne Gesundheitsprüfung
Die Gesundheitsprüfung entfällt vollständig, keine Wartezeit, Erstattung in den Komfort-Tarifen mit 80, 90 oder 100 Prozent.

MAXCARE: eine einzige Frage, und zwar zu fehlenden Zähnen

Bei MAXCARE steht im Antrag genau eine Gesundheitsfrage, in allen drei Tarifen dieselbe: ob Zähne fehlen, die noch nicht dauerhaft ersetzt sind. Trifft genau das auf Sie zu, hilft der Vergleich der Zahnzusatzversicherung bei fehlenden Zähnen weiter; ist die Behandlung bereits angeraten, lesen Sie nach, wann es für eine Zahnzusatzversicherung zu spät ist. Sonst wird nichts abgefragt, keine Parodontosehistorie, keine Wurzelbehandlung von 2021, kein angeratener Zahnersatz. Für ein vollständig versorgtes Gebiss ist das ein Kreuz bei Nein, und der Antrag ist durch. Für eine offene Lücke ist es die eine Stelle, an der es doch auf Ihren Befund ankommt. Deshalb steht MAXCARE hier hinter den drei Anbietern oben und nicht neben ihnen.

MAXCARE führt drei Stufen: Im Exklusiv bekommen Sie den vollen Rechnungsbetrag erstattet, im Premium 85 Prozent und im Komfort 75 Prozent. Träger des Tarifs ist die Münchener Verein Krankenversicherung. Die Begrenzung ist eng befristet: MAXCARE deckelt die Erstattung nur in den ersten vier Versicherungsjahren und hebt den Deckel darin an, im Exklusiv von 1.500 Euro im ersten Jahr auf kumuliert 3.000, 4.500 und 6.000 Euro; ab dem fünften Jahr fällt er weg, und auf eine Wartezeit stoßen Sie in keiner der drei Stufen. Was Sie monatlich zahlen, hängt vom Eintrittsalter ab; maxcare.de nennt als Beispiel 15,90 Euro für Komfort, 21,90 Euro für Premium und 28,90 Euro für Exklusiv. Als Testergebnis führt MAXCARE für ZahnGesund Exklusiv die Note 0,5 “sehr gut” aus Finanztest 07/2025 an, ebenfalls eine Angabe des Anbieters.

Achtung: Beantworten Sie diese eine Frage anhand Ihres Befunds und nicht nach Gefühl. Eine Lücke, die eine Brücke oder ein Implantat längst geschlossen hat, ist kein fehlender, unversorgter Zahn im Sinne der Frage; eine Extraktionslücke, die offen steht, ist es. Ob eine herausnehmbare Prothese als dauerhafter Ersatz gilt, steht nicht auf der Produktseite, sondern in den Versicherungsbedingungen; holen Sie diese Antwort vor dem Antrag schriftlich ein.

Für Sie heißt das: Ist Ihr Gebiss versorgt und wollen Sie trotzdem keinen Fragenkatalog beantworten, ist MAXCARE eine starke Wahl, weil Sie im Exklusiv die volle Erstattung bekommen und nur ein Kreuz dafür setzen. Steht bei Ihnen eine Lücke offen, greifen Sie besser zu einem der drei Tarife oben, bei denen auch diese Frage nicht gestellt wird.

MAXCARE ZahnGesund Exklusiv: 100 Prozent, eine Gesundheitsfrage
Nur eine Frage zu fehlenden Zähnen im Antrag, keine Wartezeit, Beispielbeitrag ab 28,90 Euro monatlich im Exklusiv.

Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen: wie viele Tarife wirklich nichts fragen

Eine Annahmegarantie ist keine gesetzliche Regel, sondern eine Zusage aus den Bedingungen des jeweiligen Tarifs. Kein Gesetz verpflichtet einen privaten Versicherer, Sie in eine Zahnzusatzversicherung aufzunehmen. Genau deshalb lohnt das Nachzählen: Die Zusage gilt so weit, wie der Anbieter sie schriftlich gibt, und sie gilt nicht bei jedem Anbieter für die ganze Tarifpalette.

Der Markt teilt sich dabei nicht in zwei Lager, sondern in drei Abstufungen, dazu kommt ein Sonderfall:

  • Keine Frage im regulären Zahnschutz: DFV in allen vier Tarifen, DA Direkt in den Haupttarifen, NÜRNBERGER in Basis und Komfort, also über seine ganze Palette.
  • Eine Frage: MAXCARE, in allen drei Tarifen dieselbe, zu fehlenden Zähnen, die noch nicht dauerhaft ersetzt sind.
  • Volle Risikoprüfung: der übrige Markt, mit den vier Fragebereichen aus dem nächsten Abschnitt; ottonova stellt drei davon, samt ausdrücklichem Ausschluss laufender und angeratener Behandlungen.
  • Sonderfall: ERGO mit dem Spezialtarif Zahnersatz Sofort, fragefrei, aber für eine andere Ausgangslage gebaut.
VersichererGesundheitsfragen im AntragGilt für
DFVkeinealle vier Tarife, Basis bis Exklusiv
DA Direktkeinedie Haupttarife Komfort, Premium, Premium Plus
NÜRNBERGERkeine, die Gesundheitsprüfung entfällt vollständigalle vier Stufen: Basis und Komfort 80, 90, 100
MAXCAREeine Frage zu fehlenden, noch nicht ersetzten Zähnenalle drei Tarife, Komfort bis Exklusiv
ERGOkeinenur den Spezialtarif Zahnersatz Sofort, nicht den regulären Zahnschutz
ottonovadrei Fragenalle Tarife

Diese Abstufung sagt Ihnen mehr als die reine Zahl, und der Grund liegt bei MAXCARE. Die eine Frage, die dort übrig bleibt, ist genau die, wegen der die meisten Menschen überhaupt nach einem fragefreien Tarif suchen: die offene Lücke. Wie Sie sie beantworten und was daran hängt, steht oben im MAXCARE-Abschnitt. Die drei Anbieter darüber fragen auch das nicht.

Bei allen Tarifen, die Fragen stellen, hängt Ihr Schutz an Ihren Antworten. Die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass Gesundheitsfragen unbedingt korrekt beantwortet werden müssen, weil Sie sonst Ihren Versicherungsschutz riskieren. Für Sie liegt darin der praktische Wert einer leeren Fragespalte: Wo Sie keine Antwort gegeben haben, kann Ihnen später niemand eine falsche vorhalten.

Dass NÜRNBERGER in dieser Zählung steht, liegt an der Quelle: Die Zusage findet sich auf den Seiten des Versicherers selbst und nicht nur in einem Vergleichsportal. Die Konditionen im Einzelnen stehen in unserem NÜRNBERGER-Überblick.

Ein Sonderfall ist ERGO Zahnersatz Sofort: auch dieser Tarif stellt keine Gesundheitsfragen, ist aber für den Fall gebaut, in dem der Zahnersatz schon feststeht, und gehört damit in die Situation mit laufender Behandlung. Für Allianz, Barmenia Gothaer und ARAG fanden wir in den öffentlichen Tarifangaben keine belastbare Zusage, die eine vollständige Annahmegarantie belegt, deshalb zählen wir sie nicht mit. Wenn Sie den aktuellen Stand über mehrere Anbieter hinweg sehen wollen, führt der Zahnzusatzversicherung-Vergleich die Konditionen nebeneinander.

Die Fragen, die andere Tarife stellen

Im Antrag einer Zahnzusatzversicherung mit Risikoprüfung stehen selten mehr als vier Fragen, und sie sind in einer Sprache formuliert, die im Alltag niemand benutzt. Abgefragt werden regelmäßig diese vier Bereiche:

  • fehlende Zähne, die nicht ersetzt sind und bei denen die Lücke offen steht, wobei Weisheitszähne meist ausgenommen bleiben
  • Zahnersatz, der für die Zukunft angeraten ist
  • Parodontosebehandlungen und Parodontoseuntersuchungen, ob laufend, in den vergangenen Jahren erfolgt oder für die Zukunft angeraten
  • bei Kindern und Jugendlichen zusätzlich kieferorthopädische Behandlungen

Der erste Bereich zielt auf die Lücke, nicht auf den Zahn: Wo eine Brücke oder ein Implantat die Lücke längst geschlossen hat, ist sie keine Lücke mehr im Sinne der Frage. Welche Zähne ein einzelner Versicherer dabei mitzählt und welche er ausnimmt, steht allerdings nicht auf der Produktseite, sondern in seinen Versicherungsbedingungen. Sind Sie sich bei einer Lücke nicht sicher, lassen Sie sich diese Stelle vor dem Antrag schriftlich geben.

Tipp: Zählen Sie Ihre Lücken erst, nachdem Sie die Einschränkungen der Frage gelesen haben. Viele Anträge scheitern an einer Zahl, die Antragsteller höher angeben, als die Frage sie überhaupt meint.

Der zweite Bereich ist der gefährliche. Angeraten ist eine Behandlung schon dann, wenn Ihre Zahnärztin sie im Behandlungsstuhl empfohlen hat. Ein Heil- und Kostenplan muss dafür nicht vorliegen, und ein Kostenvoranschlag auch nicht. Wer nach einem Kontrolltermin gehört hat, dass der Zahn hinten links irgendwann eine Krone braucht, hat eine angeratene Behandlung und muss sie im Antrag angeben.

Der dritte Bereich greift mehrere Jahre zurück, und daran scheitert das Gedächtnis. Ob eine Parodontosebehandlung 2023 abgeschlossen wurde oder 2022 begonnen hat, weiß kaum jemand aus dem Kopf.

ottonova führt genau diese Prüfung mit drei Fragen und schließt bereits laufende oder angeratene Behandlungen ausdrücklich aus. Das machen die meisten Versicherer so, und es spricht nicht gegen den Anbieter, es ist nur die andere Seite unserer Zählung: Wer diese Fragen beantworten kann, hat den ganzen Markt zur Auswahl. Wer es nicht kann, hat die drei fragefreien Anbieter aus der Tabelle und, mit einer einzigen Frage, MAXCARE.

Was passiert, wenn Sie eine Frage falsch beantworten

Ein “Nein” bei einer Frage, die Sie nicht sicher beantworten können, ist die teuerste Abkürzung auf dem ganzen Formular. Was der Versicherer dann darf, steht in § 19 VVG: Er kann vom Vertrag zurücktreten, wobei der Rücktritt ausgeschlossen ist, wenn die Anzeigepflicht weder vorsätzlich noch grob fahrlässig verletzt wurde. Er kann mit einer Frist von einem Monat kündigen. Und er kann den Vertrag rückwirkend anpassen, also im Nachhinein einen Risikozuschlag verlangen oder die betroffene Leistung ausschließen. Bei arglistiger Täuschung kommt die Anfechtung hinzu.

Der Punkt, der in Foren untergeht: Sie merken von diesen Rechten nichts, solange Sie keine Rechnung einreichen. Die Auseinandersetzung beginnt in dem Moment, in dem Sie das Geld brauchen, und bis dahin haben Sie den Beitrag von zwei Jahren längst gezahlt. Eine rückwirkende Anpassung trifft meist genau die Leistung, für die Sie den Vertrag abgeschlossen haben.

Bei einer Frage, die Sie nicht sicher beantworten können, ist Raten der schlechteste aller Wege.

Tipp: Antworten Sie mit der Dokumentation aus der Praxis und nicht aus dem Gedächtnis, auch wenn die Antwort unangenehm ist. Lassen Sie sich dafür einen Auszug aus Ihrer Patientenkartei für den erfragten Zeitraum geben, bevor Sie das Formular ausfüllen. Ein offengelegter fehlender Zahn führt oft nur zu einem Zuschlag oder zu einem Ausschluss für diesen einen Zahn, nicht zur Ablehnung Ihres Antrags.

Bleibt eine Frage auch mit den Unterlagen unklar, dann tragen Sie die Unsicherheit ein, statt sich für ein Ja oder ein Nein zu entscheiden. Ein Satz im Bemerkungsfeld, dass eine Wurzelbehandlung im Jahr 2021 oder 2022 stattgefunden hat und das genaue Datum nicht mehr feststellbar ist, verlagert die Bewertung dorthin, wo sie hingehört. Fragt der Versicherer nach, beantworten Sie die Rückfrage. Bekommen Sie den Vertrag danach, ist die Angabe geprüft und nicht mehr angreifbar.

Füllen Sie das Formular selbst aus. Unterschreiben Sie nichts, was jemand anderes “sinngemäß” für Sie eingetragen hat, und behalten Sie eine Kopie des ausgefüllten Antrags, damit später nachweisbar ist, was Sie angegeben haben.

Und wenn Ihre Zahngeschichte so unübersichtlich ist, dass jede Antwort ein Risiko bleibt, nehmen Sie einen Tarif, der nichts fragt. Das ist der praktische Wert der drei fragefreien Anbieter aus der Tabelle, und er ist größer als ein Beitragsunterschied von zwei Euro im Monat.

Falls Sie bereits eine Ablehnung im Briefkasten hatten oder ein Schaden in Ihren Unterlagen dokumentiert ist, greift eine andere Ausgangslage als die reine Antragsfrage. Diesen Fall behandeln wir bei der Zahnzusatzversicherung mit Vorschäden.

Was die Annahmegarantie nicht abdeckt

Angenommen zu werden und bezahlt zu bekommen sind zwei verschiedene Zusagen, und die Annahmegarantie gibt nur die erste. Die Deutsche Familienversicherung formuliert das auf der eigenen Seite unmissverständlich: “Versichert sind alle Zahnprobleme, die nach Vertragsabschluss neu entstehen. Behandlungen, die bei Vertragsabschluss bereits begonnen oder vom Zahnarzt angeraten wurden, sind ausgeschlossen.” Bei DA Direkt gilt für die Haupttarife dasselbe. Sie kommen also mit fehlenden Zähnen und mit einer Vorgeschichte in den Vertrag, aber der Zahn, für den Ihre Zahnärztin schon eine Krone empfohlen hat, kommt nicht mit hinein.

Diese Grenze kostet Leser regelmäßig Geld, weil sie im Marketing nicht vorkommt. Wenn Ihre Behandlung schon läuft oder schon empfohlen ist, brauchen Sie kein fragefreies Standardprodukt, sondern einen Tarif, der diesen Fall ausdrücklich einschließ.

Achtung: Eine Empfehlung im Gespräch ist schnell vergessen, und ob Sie in diese Gruppe fallen, wissen Sie deshalb oft selbst nicht genau. Fragen Sie in der Praxis nach, was für den betreffenden Zahn in Ihrer Kartei steht, bevor Sie einen Vertrag abschließen. Für einen Zahn mit dokumentierter Empfehlung ist ein Tarif mit Annahmegarantie das falsche Werkzeug, für alle anderen Zähne im Mund bleibt er die richtige Absicherung.

Die zweite Verwechslung betrifft die Wartezeit. Verzicht auf Gesundheitsfragen und Verzicht auf eine Wartezeit sind zwei getrennte Zusagen, die ein Anbieter unabhängig voneinander geben kann. In unserem Set fallen sie zusammen: DFV, DA Direkt und NÜRNBERGER verzichten auf beides, MAXCARE auf die Wartezeit und auf alle Fragen bis auf die eine, sodass der Schutz überall sofort mit Vertragsbeginn greift. Trotzdem müssen Sie beide Punkte im Antrag einzeln nachlesen, denn ein Anbieter kann ohne Gesundheitsfragen arbeiten und Ihnen dennoch eine Wartezeit setzen. Gebunden sind Sie ohnehin: Die Mindestlaufzeit von 24 Monaten bei DFV läuft unabhängig davon, wie schnell der Schutz greift. Wie Wartezeiten im Detail funktionieren, erklären wir bei der Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit.

Bezahlt wird die Annahme ohne oder fast ohne Prüfung an einer dritten Stelle, und die wird selten genannt: in der Summenbegrenzung der ersten Jahre. Bei DFV erhalten Sie im ersten Jahr zwischen 875 Euro in Basis und 3.500 Euro in Exklusiv, bei DA Direkt 750 bis 1.500 Euro je Tarifstufe, bei NÜRNBERGER 800 bis 1.000 Euro je Komfort-Stufe im ersten Versicherungsjahr, und bei MAXCARE stoßen Sie in den ersten vier Versicherungsjahren an einen Deckel. Am Beitrag lässt sich der Verzicht auf die Prüfung dagegen nicht ablesen: 6,90 Euro bei DA Direkt Komfort und 9,10 Euro bei DFV Basis sind Einstiegspreise für Tarife, die nichts fragen.

Unser Rat: Planen Sie die teure Maßnahme mit dem Kalender. Kann der Zahn ein Jahr warten, fällt die Rechnung in die nächste Stufe der Zahnstaffel, und Sie tragen weniger selbst. Kann er nicht warten, löst ein fragefreier Standardtarif Ihr Problem nicht.

Häufige Fragen

Wie viele Zahnzusatzversicherungen kommen ohne Gesundheitsfragen aus?

Drei Anbieter im ausgewerteten Feld verzichten im regulären Zahnschutz vollständig auf Gesundheitsfragen: DFV in allen vier Tarifen, DA Direkt in den Haupttarifen und NÜRNBERGER in Basis und Komfort, also in allen vier Stufen seiner Palette. Der Spezialtarif Zahnersatz Sofort von ERGO kommt ebenfalls ohne Fragen aus, gehört aber nicht zum regulären Zahnschutz und zählt hier deshalb nicht mit. MAXCARE kommt mit genau einer Frage dazu, die in allen drei Tarifen gleich lautet und fehlende, noch nicht dauerhaft ersetzte Zähne betrifft. ottonova stellt drei Fragen, der übrige Markt prüft vollständig.

Was wird bei einer Zahnzusatzversicherung normalerweise gefragt?

Vier Themen, in Textform gestellt: fehlende und nicht ersetzte Zähne (Weisheitszähne meist ausgenommen), angeratener Zahnersatz, Parodontosebehandlungen der letzten Jahre, und bei Kindern und Jugendlichen zusätzlich kieferorthopädische Behandlungen. Dass die Fragen schriftlich gestellt werden, ist juristisch der Kern: Die vorvertragliche Anzeigepflicht knüpft an die in Textform gestellten Fragen an, weshalb ein Antrag ohne Fragen Ihnen später nichts vorhalten kann.

Was passiert, wenn ich eine Gesundheitsfrage falsch beantworte?

Der Versicherer kann zurücktreten, mit einem Monat Frist kündigen oder den Vertrag rückwirkend anpassen, etwa mit einem Risikozuschlag oder einem Ausschluss für den betroffenen Zahn. Der Rücktritt ist ausgeschlossen, wenn Sie die Anzeigepflicht weder vorsätzlich noch grob fahrlässig verletzt haben; bei arglistiger Täuschung kann der Vertrag angefochten werden. Bemerkbar macht sich das meist erst bei der ersten größeren Rechnung.

Sind Tarife ohne Gesundheitsfragen automatisch ohne Wartezeit?

Nein, das sind zwei Zusagen, die getrennt im Antrag stehen. Bei DFV, DA Direkt und NÜRNBERGER trifft beides zu, bei MAXCARE gilt die Wartezeitfreiheit trotz der einen Gesundheitsfrage. Ein Automatismus ist das nicht, es ist in jedem einzelnen Fall so geregelt. Unabhängig davon bindet Sie die Mindestlaufzeit: Bei DFV sind es 24 Monate, in denen der Beitrag läuft, auch wenn Sie nach dem ersten Jahr keine Leistung mehr brauchen.

Sind Tarife ohne Gesundheitsfragen teurer?

Am Beitrag zeigt sich das nicht. Bei DA Direkt zahlen Sie für Komfort ab 6,90 Euro im Monat, bei DFV für Basis ab 9,10 Euro, beide ohne jede Frage zum Zahnstatus. Was Sie für die Annahme ohne Prüfung aufbringen, steht in der Summenbegrenzung der ersten Jahre: 750 Euro im ersten Jahr bei DA Direkt Komfort, 875 Euro bei DFV Basis. Brauchen Sie im ersten Vertragsjahr eine große Maßnahme, zahlen Sie darüber deutlich mehr, als ein höherer Monatsbeitrag gekostet hätte.

Zahlt ein Tarif ohne Gesundheitsfragen auch für fehlende Zähne?

Für die Lücke selbst ja, für die schon geplante Versorgung nein. DFV nimmt Sie mit Zahnlücken und Vorbehandlungen ausdrücklich an, schließt aber Behandlungen aus, die bei Vertragsabschluss bereits begonnen oder vom Zahnarzt angeraten waren. Solange für Ihre Lücke also nichts empfohlen und nichts begonnen ist, ist sie kein Hindernis. Liegt die Empfehlung schon vor, kommen nur Tarife infrage, die den bereits nötigen Zahnersatz ausdrücklich einschließen.

Bekomme ich eine Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen, wenn ich schon abgelehnt wurde?

Ja. Ein fragefreier Tarif fragt auch nicht nach früheren Anträgen oder Ablehnungen, es gibt also nichts, was eine Ablehnung bei einem anderen Versicherer weitertragen könnte. Die Ablehnung ändert nichts an Ihrer Ausgangslage, wohl aber der Grund dafür: Steht der abgelehnte Antrag im Zusammenhang mit einer bereits angeratenen Behandlung, bleibt genau diese Behandlung auch im neuen Vertrag außen vor.