the-surprising-health-benefits-of-regular-dental-cleanings

Was die Zahnzusatzversicherung bei der Zahnreinigung übernimmt

Zweimal im Jahr zur PZR, und jedes Mal stellt sich dieselbe Frage: Reicht das Budget für beide Termine? Ein Vergleich der Tarife mit dem höchsten Prophylaxe-Zuschuss.

* Wir verlinken mit sog. 'Affiliate-Links' auf Online-Shops und Partner, von denen wir unter Umständen eine Vergütung erhalten.

Eine Zahnzusatzversicherung für Zahnreinigung deckt den einzigen Posten ab, den Sie über Jahrzehnte zweimal im Jahr wirklich abrufen. Die professionelle Zahnreinigung zahlen Sie grundsätzlich selbst, und die höchsten Prophylaxe-Budgets der Zahnzusatzversicherungen liegen bei 200 Euro pro Kalenderjahr. Wer regelmäßig zur PZR geht, merkt deshalb in jedem einzelnen Jahr, ob der eigene Tarif beide Sitzungen trägt oder nur die erste. Wie weit das Budget reicht, entscheiden zwei Dinge: was Ihre Praxis pro Sitzung verlangt, und ob der Tarif pro Kalenderjahr oder pro Sitzung rechnet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Prophylaxe-Budgets der Zahnzusatzversicherungen liegen 2026 überwiegend zwischen 100 und 200 Euro pro Kalenderjahr, bei der DFV gestaffelt nach Tarifstufe mit 100, 140, 160 und 200 Euro; ERGO Dental-Vorsorge Premium liegt in den ersten beiden Vertragsjahren mit 100 Euro für beide Jahre zusammen darunter.
  • Eine professionelle Zahnreinigung kostet marktüblich 80 bis 150 Euro pro Sitzung, je nach Praxis und Region.
  • Die gesetzlichen Kassen zahlen für eine Zahnreinigung typischerweise 20 bis 100 Euro Zuschuss, einzelne die vollen Kosten, weil die PZR eine freiwillige Satzungsleistung und keine Regelleistung ist.
  • Eine “Zahnreinigung-Flatrate” gibt es bei ERGO nicht als Produktnamen; Dental-Vorsorge Premium erstattet jede PZR zu 100 Prozent, begrenzt auf 100 Euro in den ersten zwei Jahren und danach 250 Euro pro folgendem Zwei-Jahres-Zeitraum.

Die Tarife für die Zahnreinigung, sortiert nach dem Jahresbudget

Fünf Tarife lohnt es sich für die PZR anzusehen, und sie unterscheiden sich in zwei Dingen: in der Höhe des Budgets und in der Art, wie sie es zählen. Manche geben Ihnen einen Betrag pro Kalenderjahr, andere einen pro Sitzung, und einer rechnet über zwei Jahre statt über eines. Wenn Sie zweimal im Jahr zur Zahnreinigung gehen, merken Sie diesen Unterschied sofort.

Sortiert ist nach dem, was pro Jahr tatsächlich für die Zahnreinigung abrufbar ist. Wo ein Tarif daneben Zahnersatz und Zahnbehandlung abdeckt, steht das jeweils dabei.

DFV Deutsche Familienversicherung: das Budget, das mit der Tarifstufe wächst

Bei der Deutschen Familienversicherung sehen Sie am deutlichsten, was Sie für Ihren Beitrag an Prophylaxe bekommen, weil das Budget als eigene Zahl ausgewiesen ist und mit jeder Stufe steigt: 100 Euro im Jahr in Basis, 140 in Komfort, 160 in Premium, 200 in Exklusiv. Dafür zahlen Sie 9,10 Euro monatlich in Basis, 12,60 in Komfort, 14,30 in Premium und 17,80 in Exklusiv. Gesundheitsfragen stellt die DFV in keiner der vier Stufen, es gilt eine Annahmegarantie für alle.

Wir halten Premium für den Punkt, an dem die Rechnung aufgeht: 160 Euro Budget kosten Sie 14,30 Euro im Monat und tragen den größten Teil von zwei Sitzungen. Wer die Zahnreinigung wirklich zweimal jährlich wahrnimmt, sollte Basis nicht wählen, weil 100 Euro im Jahr in vielen Praxen noch nicht einmal die erste Sitzung vollständig abdecken.

Hinweis: Die Annahmegarantie der DFV betrifft die Aufnahme, nicht die Leistung. Was bei Vertragsabschluss schon läuft oder vom Zahnarzt bereits empfohlen wurde, nimmt die DFV nach ihren Bedingungen nicht mit in die Deckung. Für die Prophylaxe spielt das selten eine Rolle, für eine bereits geplante Sanierung sehr wohl.

Prophylaxe-Budget bis 200 Euro im Kalenderjahr
Vier Stufen von 9,10 bis 17,80 Euro im Monat, Annahmegarantie ohne Gesundheitsfragen. Stufe und Budget direkt vergleichen.

ERGO Dental-Vorsorge Premium: jede Sitzung voll, der Euro-Betrag begrenzt

ERGO rechnet die Zahnreinigung anders als der Rest des Feldes. Dental-Vorsorge Premium erstattet jede PZR zu 100 Prozent, zählt also die Sitzungen nicht, deckelt aber den Betrag: höchstens 100 Euro in den ersten zwei Jahren, danach höchstens 250 Euro pro folgendem Zwei-Jahres-Zeitraum. In den ersten beiden Vertragsjahren bekommen Sie damit weniger erstattet als in jeder DFV-Stufe, ab dem dritten Jahr liegen Sie mit durchschnittlich 125 Euro im Jahr im Mittelfeld.

Ein Tarif namens “ERGO Zahnreinigung-Flatrate” existiert nicht. Das ist der Punkt, an dem sich diese Suche und das Produktangebot nicht treffen, und Dental-Vorsorge Premium ist der nächstliegende Treffer: Was ERGO dort anbietet, ist ein festes Euro-Budget und keine feste Zahl gedeckter Sitzungen. Wie oft Sie zur PZR gehen, ist Ihre Sache, wie viel dafür zurückkommt, steht fest.

Jede PZR zu 100 Prozent erstattet
Dental-Vorsorge Premium zählt die Sitzungen nicht, sondern den Betrag: 100 Euro in den ersten zwei Jahren, danach 250 Euro pro Zwei-Jahres-Zeitraum.

HanseMerkur: zwei Sitzungen, jede mit eigenem Budget

Bei HanseMerkur hängt die Antwort an der Rechenweise, und die ist eine andere als im übrigen Feld. Zahnvorsorge Top Plus gibt Ihnen zweimal 100 Euro im Jahr, Zahnvorsorge Top zweimal 80 Euro. Sie haben also keinen gemeinsamen Jahrestopf, aus dem die erste Sitzung mehr nehmen kann, als ihr zusteht, sondern zwei getrennte Budgets. Bei zwei Terminen im Jahr ist das die planbarste Variante im ganzen Vergleich, bei nur einem Termin verfällt die Hälfte.

Zwei Einschränkungen gehören dazu: Beide Vorsorgetarife enthalten keinen Zahnersatz, und beide haben sechs Monate Wartezeit, außer bei einem Unfall. Gesundheitsfragen werden gestellt, und zwar bei allen HanseMerkur-Tarifen gleich. Wer keine Wartezeit will, findet sie bei den Kombitarifen: Zahnzusatz Komfort und Zahnzusatz Luxus erstatten die PZR mit bis zu 130 Euro im Jahr, und dort ist der erste Termin bereits ab Vertragsbeginn erstattungsfähig.

Tipp: Rechnen Sie vor dem Abschluss nach, wie viele PZR-Termine Sie im Jahr tatsächlich wahrnehmen. Bei einem Termin pro Jahr ist ein 130-Euro-Jahresbudget mehr wert als zweimal 100 Euro, weil Sie den zweiten Anteil nie abrufen.

Zwei Zahnreinigungen mit eigenem Budget pro Sitzung
In Zahnvorsorge Top Plus je 100 Euro für zwei Sitzungen im Jahr, in den Kombitarifen 130 Euro jährlich ab dem ersten Vertragstag.

BarmeniaGothaer Mehr Zahn 100: 80 Prozent bis 200 Euro, also höchstens 160 Euro

BarmeniaGothaer erstattet in Mehr Zahn 100 Zahnprophylaxe und professionelle Zahnreinigung mit 80 Prozent bis zu 200 Euro pro Kalenderjahr. Effektiv landen Sie damit bei maximal 160 Euro im Jahr, und die restlichen 20 Prozent jeder Rechnung bleiben bei Ihnen, auch wenn Sie das Budget nie ausschöpfen. Der Prozentsatz wirkt dabei auf jede einzelne Rechnung, unabhängig davon, wie viel vom Jahresbudget noch offen ist.

Dafür leistet der Tarif ab dem ersten Vertragstag und trägt 100 Prozent der erstattungsfähigen Zahnersatzkosten sowie 100 Prozent Ihres Eigenanteils bei Zahnbehandlungen. Beworben wird ein Einstieg ab 4,60 Euro monatlich; der Versicherer nennt dazu weder ein Alter noch eine Tarifstufe, behandeln Sie diese Zahl also als Werbeeinstieg und nicht als Ihren Beitrag. Der ergänzende Baustein Mehr Zahnvorsorge Bonus D ist optional und verschiebt die Grenzen in den ersten beiden Jahren auf 150 und 300 Euro.

Kurz gesagt: Für die Reinigung allein halten wir Mehr Zahn 100 nicht für die beste Wahl, weil Ihnen von jeder Rechnung 20 Prozent bleiben, auch bei einer günstigen Sitzung. Passend ist der Tarif für Sie, wenn Sie beides brauchen: ein Prophylaxe-Budget in der oberen Hälfte des Feldes und einen Zahnersatzschutz, der Ihre Krone ab dem ersten Vertragstag zu 100 Prozent trägt.

80 Prozent für Prophylaxe, ab dem ersten Vertragstag
Mehr Zahn 100 rechnet Prophylaxe und PZR mit 80 Prozent bis 200 Euro im Kalenderjahr ab und zahlt Zahnersatz zu 100 Prozent.

NÜRNBERGER Z100: die höchste PZR-Zahl im Feld, ohne veröffentlichten Beitrag

Die höchste Einzelzahl für die Zahnreinigung liefert nicht der Marktführer, sondern die NÜRNBERGER: In Z100 rechnen Sie die professionelle Zahnreinigung bis 200 Euro im Jahr ohne Prozentabzug ab, dieses Budget wird also in voller Höhe erstattet. Die Gesundheitsprüfung entfällt vollständig, eine Wartezeit gibt es nicht. Die Quote von 80 bis 100 Prozent, die je Tarifstufe im Tarifwerk steht, betrifft nicht die Reinigung, sondern Zahnersatz und Zahnbehandlung; dort greift zusätzlich eine Summenbegrenzung von 4.000 Euro in den ersten vier Kalenderjahren, die ab dem fünften Jahr und bei Unfällen entfällt.

Warum steht dieser Tarif trotzdem an dieser Stelle und nicht oben? Weil ein Reinigungsbudget allein keinen Vertrag trägt und die Z-Linie bei allem anderen weniger weit reicht als die Tarife über ihr. Ihre Krone und Ihre Wurzelbehandlung laufen hier gegen eine Quote von 80 bis 100 Prozent und gegen die gemeinsame 4.000-Euro-Grenze der ersten vier Kalenderjahre, während BarmeniaGothaer in Mehr Zahn 100 Zahnersatz zu 100 Prozent trägt und die PZR mit 80 Prozent bis 200 Euro dazurechnet. Wer wegen der Reinigung abschließt, behält den Vertrag wegen der Krone, und für diese Rechnung zählt beides. Bei der Wartezeit gibt es dagegen nichts abzuwägen: Z100 leistet ab Vertragsbeginn, genau wie DFV und BarmeniaGothaer.

Kurz gesagt: Wenn Sie die reine Leistungshöhe suchen, führt Z100 das Feld an. Wenn Sie vergleichen wollen, was Sie diese Leistung kostet, brauchen Sie zuerst ein persönliches Angebot.

PZR bis 200 Euro im Jahr, voll erstattet
Die 200 Euro für die PZR bekommen Sie ohne Prozentabzug; die Quote von 80 bis 100 Prozent je Stufe gilt für Zahnersatz und Zahnbehandlung. Ohne Gesundheitsprüfung, ohne Wartezeit.

Warum die Zahnreinigung der Baustein ist, den Sie am häufigsten abrufen

Zahnersatz brauchen Sie vielleicht drei- oder viermal im Leben. Eine Krone, später eine Brücke, irgendwann ein Implantat. Die professionelle Zahnreinigung steht dagegen ein- bis zweimal im Jahr im Kalender, ab dem Tag, an dem Ihre Praxis sie empfiehlt, und sie bleibt dort. Das macht sie zu dem einzigen Posten Ihres Vertrags, bei dem Sie jedes einzelne Jahr merken, ob der Tarif Sie trägt oder nicht.

Im Vertrag ist sie zugleich die kleinste Zahl. Neben Summen von mehreren Tausend Euro für Zahnersatz stehen 100 bis 200 Euro Prophylaxe. Gewichten Sie sie beim Vergleichen deshalb nicht nach ihrer Höhe im Leistungsverzeichnis, sondern nach der Zahl der Termine, die Sie im Jahr wirklich wahrnehmen. Bei zwei Sitzungen entscheidet dieses kleine Budget jedes Jahr neu, ob Sie die zweite selbst zahlen. Der Erstattungssatz für Zahnersatz und das Prophylaxe-Budget sind übrigens zwei getrennte Zahlen und keine gemeinsame Quote, was für Kronen, Brücken und Prothesen eine eigene Rechnung ergibt.

Zwei Sitzungen in einem Jahr: was die Tarife tatsächlich übernehmen

Was eine Sitzung kostet, entscheidet die Praxis, und der Preis für eine professionelle Zahnreinigung hängt an Umfang, Region und Aufwand. Rechnen wir das an einem realistischen Fall durch. Eine Erwachsene geht zweimal im selben Kalenderjahr zur PZR, ihre Praxis stellt pro Sitzung 110 Euro in Rechnung, macht 220 Euro im Jahr. Das ist die Situation, für die diese Budgets gedacht sind, und sie sortiert das Feld deutlicher als jedes Leistungsverzeichnis.

TarifBudget pro KalenderjahrErstattung bei 220 EuroIhr Eigenanteil
DFV Basis100 Euro100 Euro120 Euro
DFV Komfort140 Euro140 Euro80 Euro
DFV Premium160 Euro160 Euro60 Euro
DFV Exklusiv200 Euro200 Euro20 Euro
HanseMerkur Zahnvorsorge Top Plus2 x 100 Euro200 Euro20 Euro
BarmeniaGothaer Mehr Zahn 10080 Prozent, max. 160 Euro160 Euro60 Euro
NÜRNBERGER Z100200 Euro, voll200 Euro20 Euro

Kein Tarif in diesem Feld trägt zwei Sitzungen zu 110 Euro vollständig. Drei kommen bis auf 20 Euro heran, und in DFV Basis mit 100 Euro Jahresbudget zahlen Sie die zweite Sitzung praktisch allein. Die entscheidende Trennlinie liegt nicht zwischen “mit Zahnreinigung” und “ohne”, sondern zwischen einem Budget, das die erste Sitzung deckt, und einem, das für die zweite noch etwas übrig hat.

ERGO Dental-Vorsorge Premium fehlt in dieser Tabelle mit Absicht, denn der Tarif rechnet nicht pro Kalenderjahr: Die 100 Euro gelten für das erste und das zweite Vertragsjahr zusammen. Aus 220 Euro Reinigungskosten im Jahr werden damit 440 Euro in zwei Jahren, von denen in dieser Zeit einmalig 100 Euro zurückkommen. Ab dem dritten Jahr steht ein Deckel von 250 Euro pro Zwei-Jahres-Zeitraum dagegen, also rund 125 Euro im Jahr. Die Zusage “jede PZR zu 100 Prozent” trifft zu, sie endet nur früher, als sie klingt.

Tipp: Fragen Sie in Ihrer Praxis nach dem Preis pro Sitzung, bevor Sie einen Tarif wählen. Bei 80 Euro pro Sitzung reicht ein 160-Euro-Budget für beide Termine, bei 130 Euro reicht selbst das Spitzenbudget von 200 Euro nicht. Diese eine Zahl entscheidet, welche Tarifstufe für Sie die richtige ist.

Pro Kalenderjahr oder pro Sitzung: zwei Rechenweisen, zwei Ergebnisse

Zwei Tarife mit exakt 200 Euro Prophylaxe verhalten sich völlig unterschiedlich, je nachdem, worauf sich diese 200 Euro beziehen. Das ist der Unterschied, der in Vergleichstabellen verschwindet, weil beide dort dieselbe Zahl tragen.

Beim Jahresbudget, wie es DFV, BarmeniaGothaer und NÜRNBERGER führen, teilen sich alle Sitzungen eines Jahres einen Topf. Eine aufwendige erste Sitzung am oberen Ende der Preisspanne, also 150 Euro im März, zieht in DFV Exklusiv drei Viertel des Jahresbudgets ab, und für den Herbsttermin bleiben 50 Euro. Beim Budget pro Sitzung, wie bei HanseMerkur Zahnvorsorge Top Plus, kann das nicht passieren: Die erste Sitzung bekommt maximal 100 Euro, die zweite ihre eigenen 100 Euro. Dieselbe Märzrechnung wird dort nur zu zwei Dritteln erstattet, dafür steht im Herbst wieder der volle Betrag bereit.

Daraus folgt eine klare Zuordnung. Wer zuverlässig zweimal im Jahr zu einer normal kalkulierten Sitzung geht, fährt mit dem Budget pro Sitzung besser. Wer einmal jährlich, dafür ausführlich und teurer behandelt wird, oder wer die Termine unregelmäßig wahrnimmt, holt aus einem Jahresbudget mehr heraus, weil es sich nicht auf zwei Hälften verteilt.

Hinweis: Prüfen Sie zusätzlich, ob das Budget pro Kalenderjahr oder pro Versicherungsjahr läuft, denn das entscheidet über Ihr erstes Vertragsjahr. BarmeniaGothaer rechnet in Mehr Zahn 100 ausdrücklich pro Kalenderjahr. Schließen Sie einen solchen Tarif im Oktober ab, steht Ihnen für die restlichen drei Monate das komplette Jahresbudget zu, und am 1. Januar beginnt das nächste. Ein Budget pro Versicherungsjahr läuft dagegen bis zum nächsten Oktober, und ein Dezembertermin und ein Januartermin fallen dann in dasselbe Budget statt in zwei.

PZR-Flatrate: was hinter dem Begriff steckt

“Flatrate” ist in diesem Markt kein Tarifname, sondern eine Zuschreibung, und sie meint zwei völlig verschiedene Dinge. Die eine Variante ist das feste Euro-Budget: Der Tarif erstattet jede Sitzung, egal wie oft Sie kommen, deckelt aber den Betrag. So funktioniert ERGO Dental-Vorsorge Premium. Die andere Variante wäre eine feste Zahl gedeckter Sitzungen ohne Euro-Grenze, also zwei bezahlte Termine im Jahr, was sie auch kosten. Die gibt es in den geprüften Tarifen nicht.

Auch wo “unbegrenzt” steht, ist nicht die Zahnreinigung gemeint. Gemeint ist die Summenbegrenzung für Zahnersatz, die nach den ersten Vertragsjahren wegfällt: bei der NÜRNBERGER ab Jahr fünf, bei der DFV ab Monat 49. Die Prophylaxe behält ihren Deckel. Die höchste Zusage, die eine Zahnzusatzversicherung mit Zahnreinigung derzeit macht, sind 200 Euro im Kalenderjahr, und ob die zu 100 oder zu 80 Prozent ausgezahlt werden, macht 40 Euro Unterschied.

Kurz gesagt: Wer nach einer PZR-Flatrate sucht, sucht in der Praxis nach dem höchsten Jahresbudget mit voller Quote. Das ist eine Frage nach zwei Zahlen und nicht nach einem Produkttyp.

Zahlt die Kasse etwas zur Zahnreinigung dazu?

Manchmal, und zwar freiwillig. Die professionelle Zahnreinigung gehört nicht zu den gesetzlichen Regelleistungen der Krankenkassen, sondern ist eine Satzungsleistung, die jede Kasse für sich entscheidet. Die Zuschüsse reichen von 20 bis 100 Euro pro Zahnreinigung, einzelne Kassen übernehmen die vollen Kosten, meist begrenzt auf eine PZR pro Kalenderjahr und häufig gekoppelt an ein Bonusprogramm oder an eine Praxis aus einem bestimmten Netz. Verpflichtend zahlen alle Kassen nur die Entfernung von Zahnstein einmal im Jahr, und das ist rechtlich keine PZR, sondern eine andere Leistung mit deutlich kleinerem Umfang.

Für Sie hat das eine praktische Folge: Der Kassenzuschuss und das Prophylaxe-Budget Ihres Zusatztarifs decken meist unterschiedliche Sitzungen ab. Wenn Ihre Kasse die erste Reinigung im Jahr trägt, ist die zweite der Grund, warum Sie überhaupt ein privates Budget brauchen. Wenn Ihre Kasse nichts zahlt, entscheidet das Budget über beide.

Tipp: Rufen Sie vor dem Abschluss Ihre Krankenkasse an und fragen Sie drei Dinge ab: Höhe des Zuschusses, Anzahl der bezuschussten Reinigungen pro Kalenderjahr und ob eine bestimmte Praxis oder ein Bonusprogramm Voraussetzung ist. Erst danach wissen Sie, welches private Budget Sie wirklich brauchen, und sparen sich womöglich eine Tarifstufe.

Kassenzuschuss und Tarifbudget zusammen nutzen

Die Frage, an der die meisten hängen: Bekomme ich beides? Ja, aber nicht doppelt. Sie erhalten die PZR als private Rechnung, zahlen sie zunächst selbst und reichen sie dann ein. Erstattet wird jeweils nur, was Sie tatsächlich gezahlt haben, und nicht mehr als die Rechnungssumme. Reichen Sie zuerst bei der Krankenkasse ein, sofern Ihre Kasse einen Zuschuss gewährt, und danach den verbleibenden Betrag beim Zusatztarif, mit dem Nachweis über den Kassenzuschuss.

Für Ihr Jahresbudget ist diese Reihenfolge Geld wert. Belastet wird das Budget nur mit dem Betrag, den der Zusatztarif tatsächlich auszahlt. Übernimmt Ihre Kasse einen Teil der ersten Sitzung, geht auch nur der Rest dieser Sitzung vom Jahresbudget ab, und für den zweiten Termin bleibt entsprechend mehr übrig. Wer die Rechnung ausschließlich beim Zusatztarif einreicht, verschenkt den Kassenzuschuss und verbraucht sein Budget schneller.

Hinweis: Klären Sie vorher, welcher Kostenträger das Original der Rechnung verlangt und wem eine Kopie genügt, und lassen Sie sich in der Praxis gleich eine Zweitausfertigung geben. Das kostet nichts und erspart Ihnen die Nachforderung, die bei zwei Einreichungen sonst fast immer kommt.

Reicht die Zahnreinigung als Grund für einen Vertrag?

Nein, und diese Rechnung sollten Sie kennen, bevor Sie einen Tarif nur wegen der Prophylaxe abschließen. DFV Basis kostet 9,10 Euro im Monat, also 109,20 Euro im Jahr, und stellt 100 Euro Budget bereit. Sie zahlen also mehr ein, als Sie im besten Fall herausholen. In Premium sind es 171,60 Euro Beitrag im Jahr gegen 160 Euro Budget, und auch das ist ein Verlustgeschäft, wenn Sie im Vertrag nichts weiter nutzen als die Reinigung.

Genauso muss die Rechnung auch aussehen. Kein Versicherer verschenkt eine Leistung, die jeder Kunde zweimal jährlich planbar abruft. Der Vertrag rechnet sich über das, was Sie nicht planen können: eine Krone, eine Wurzelbehandlung, eine Brücke, wo aus einem Jahresbeitrag von unter 200 Euro eine Erstattung von mehreren Tausend wird.

Kurz gesagt: Das Prophylaxe-Budget ist ein sehr gutes Kriterium, um sich zwischen zwei Tarifen zu entscheiden, und ein schlechter Grund, überhaupt einen abzuschließen. Wenn Sie ohnehin einen Tarif suchen, weil Zahnersatz absehbar teuer wird, dann nehmen Sie den, der die Reinigung mitbezahlt: BarmeniaGothaer Mehr Zahn 100 trägt Zahnersatz zu 100 Prozent und rechnet die PZR mit 80 Prozent bis 200 Euro im Kalenderjahr dazu, ab dem ersten Vertragstag. Wenn die Reinigung Ihr einziges Motiv ist, legen Sie den Beitrag besser direkt für die zwei Sitzungen zurück.

So holen Sie Ihr Prophylaxe-Budget wirklich ab

Ein Budget, das Sie nicht abrufen, ist verschenkter Beitrag, und die Fehler dabei sind immer dieselben. Vier Punkte, die in der richtigen Reihenfolge Geld sparen:

  1. Lassen Sie sich in der Praxis vor dem Termin sagen, was die Sitzung kostet und was sie umfasst.
  2. Reichen Sie die Rechnung in dem Jahr ein, in dem sie ausgestellt wurde. Was Sie im Kalenderjahr nicht abrufen, ist weg: Einen Übertrag ins Folgejahr sieht keines der hier genannten Tarifwerke vor.
  3. Wenn Ihr Budget pro Kalenderjahr läuft und Ihre Praxis beim Terminieren flexibel ist, legen Sie zwei Sitzungen auf Dezember und Januar. Dann trifft jede ein eigenes Jahresbudget, statt beide dasselbe.
  4. Prüfen Sie vor dem ersten Termin, ob der Tarif eine Wartezeit vorsieht: bei den HanseMerkur-Vorsorgetarifen sind es sechs Monate außer bei Unfall, während DFV, BarmeniaGothaer und NÜRNBERGER sofort leisten. Welche Anbieter vollständig darauf verzichten, steht in der Übersicht dazu.

Hinweis: Wenn Ihre Zähne bereits behandlungsbedürftig sind oder eine Sanierung angeraten wurde, ändert das die Ausgangslage für den ganzen Vertrag, nicht nur für die Prophylaxe. Wie Tarife mit dokumentierten Vorschäden umgehen und welche Anbieter ganz auf Gesundheitsfragen verzichten, entscheidet dann mehr über Ihre Erstattung als das PZR-Budget.

Was bei der Reinigung selbst passiert, wie oft sie sinnvoll ist und woraus sich der Preis zusammensetzt, steht im Ratgeber zur professionellen Zahnreinigung. Wenn Sie einen Tarif suchen, der neben der Prophylaxe auch Kronen, Brücken und Prothesen tragen soll, gilt dort eine eigene Erstattungsquote, und der Tarifvergleich zeigt beide Werte nebeneinander.

Häufige Fragen zur Zahnzusatzversicherung für Zahnreinigung

Wer zahlt die professionelle Zahnreinigung?

Zunächst Sie selbst, danach greifen zwei Zuschüsse. Eine PZR kostet marktüblich 80 bis 150 Euro pro Sitzung. Die gesetzliche Kasse zahlt freiwillig 20 bis 100 Euro dazu, eine Zahnzusatzversicherung erstattet je Tarif überwiegend 100 bis 200 Euro pro Kalenderjahr, bei ERGO Dental-Vorsorge Premium in den ersten beiden Vertragsjahren zusammen 100 Euro. Der Rest bleibt Ihr Eigenanteil.

Gibt es eine Zahnzusatzversicherung mit unbegrenzter Zahnreinigung?

Nein. Kein geprüfter Tarif erstattet Prophylaxe ohne Euro-Grenze. Die höchsten Zusagen liegen bei 200 Euro pro Kalenderjahr, bei NÜRNBERGER Z100 und DFV Exklusiv voll, bei BarmeniaGothaer mit 80 Prozent Quote. Unbegrenzte Erstattung bezieht sich in Tarifwerken fast immer auf Zahnersatz nach Ablauf der Summenbegrenzung.

Welche Zahnversicherung zahlt die Zahnreinigung am besten?

Nach reiner Leistungshöhe NÜRNBERGER Z100 mit 200 Euro voll erstattet. Nach Planbarkeit HanseMerkur Zahnvorsorge Top Plus, weil dort jede der zwei Sitzungen ihr eigenes 100-Euro-Budget hat. Nach Preis-Leistung DFV Premium mit 160 Euro Budget für 14,30 Euro Beitrag im Monat.

Rechnet sich ein Tarif, wenn ich nur zur Zahnreinigung gehe?

Nein, in keiner Tarifstufe. Selbst in DFV Exklusiv stehen 213,60 Euro Jahresbeitrag gegen 200 Euro Prophylaxe-Budget, in Basis 109,20 Euro gegen 100 Euro. Der Vertrag verdient sich über Zahnbehandlung und Zahnersatz; die Prophylaxe ist die Leistung, die Sie in der Zwischenzeit jedes Jahr abrufen.

Zählt die Zahnsteinentfernung als Zahnreinigung?

Nein. Die Entfernung von Zahnstein ist die einzige Pflichtleistung, die alle gesetzlichen Kassen einmal im Jahr übernehmen, und sie ist rechtlich keine PZR. Die professionelle Zahnreinigung umfasst deutlich mehr Arbeitsschritte, wird privat abgerechnet und ist deshalb der Posten, für den Sie ein Budget brauchen.