Keine Nahaufnahmen vom Po mehr!Neue Kamera-Regeln für Sportwettkämpfe von Frauen

Sportliche Leistung soll im Vordergrund stehen – nicht der Körper!
Mit neuen Richtlinien will die Europäische Rundfunkunion (EBU) Athletinnen künftig besser vor sexualisierenden Kameraeinstellungen schützen. Die Übertragung von Wettkämpfen soll würdevoll und respektvoll sein und abbilden, worum es beim Sport eigentlich geht: Kraft, Schnelligkeit und Technik.
Fokus soll auf dem Sport liegen
Eine Kamera, die einen Moment zu lange verweilt, oder eine Nahaufnahme des Gesäßes – sexualisierte Darstellungen der Sportlerinnen soll es künftig nicht mehr geben. Die EBU hat dazu gemeinsam mit European Atheltics ein 23-seitiges Dokument mit dem Titel „Raise the Bar” veröffentlicht. Erklärt wird darin, wie Athletinnen gefilmt werden können, sodass die Aufnahmen ihre Kraft und ihr Können würdigen, anstatt ihre Körper zur Schau zu stellen.
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Die Richtlinien wurden unter Mitwirkung von Größen wie der sechsmaligen Hochsprung-Weltmeisterin Blanka Vlasic, der Weitsprung-Weltmeisterin Ivana Spanovic und der Stabhochsprung-Europameisterin Holly Bradshaw entwickelt, wie die Plattform AD berichtet.
Diese Aufnahmen soll es künftig nicht mehr geben
Alle EBU-Mitglieder werden angehalten, die neuen Regeln zu befolgen. Für Deutschland betrifft das die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Mit illustrierten Beispielen wird in „Raise the Bar” genau erklärt, welche Kameraeinstellungen und welche Bildauswahl die sportlichen Leistungen unterstützen und welche primär als ungeeignet oder unnötig angesehen werden.
Konkret werden laut Watson drei Kategorien von Aufnahmen genannt, die Produktionsteams künftig vermeiden sollen:
Aufdringliche Nahaufnahmen von spezifischen Körperteilen – Brust und Gesäß –, die den Fokus von der sportlichen Leistung ablenken.
Tiefe Rückansichten aus sehr niedrigen Winkeln, direkt von hinten oder von unten, besonders verbreitet und nun ausdrücklich unerwünscht bei Hoch- und Weitsprung sowie Sprintrennen.
Zwecklose Zeitlupenwiederholungen, die keinen technischen Mehrwert liefern, denn genau diese Clips werden, wie das Dokument festhält, aus dem Kontext gerissen und auf Social Media missbraucht, was zu Online-Belästigungen führt.

Stattdessen schlägt „Raise the Bar” vor, den Fokus auf Weitwinkelaufnahmen zu legen, die Anlauf, Absprung und Technik zeigen. Also den Sport zeigen, statt die Körper der Athletinnen.
Richtlinien sollen keine Verbote sein
Das Dokument richtet sich an alle großen und kleinen Produktionen und Crews und will einen klaren, gemeinsamen Standard schaffen. Betont werde laut Watson dabei ausdrücklich, dass es sich nicht um eine Liste von Verboten handeln solle. Die Richtlinien wollen zeigen, dass es sich nicht ausschließt, die Athletinnen mit Würde zu behandeln und gleichzeitig die Technik und Emotionen der Wettkämpfe darzustellen. (okr)


