Verhandlung nach tödlichem Streit im SauerlandWegen Mietschulden erstochen? Prozessauftakt gegen 61-Jährigen am Landgericht Hagen
Am Montag (20.04.) hat vor dem Landgericht Hagen der Prozess gegen einen 61-Jährigen begonnen. Er soll im Sauerland seine Vermieterin erstochen und ihren Ehemann schwer verletzt haben. Laut Anklage ging es bei der Tat um offene Mietschulden.
Angeklagter lebte in Einliegerwohnung der Vermieter
Zu seinem Platz im Sitzungssaal musste er sich zum Prozessauftakt am Montag (20.04.) am Landgericht Hagen schleppen. Dirk K. leidet an Atemnot. Angeklagt ist er unter anderem wegen Mordes. „Der Angeklagte wohnte bei den beiden Geschädigten in einer Einliegerwohnung, weswegen sie natürlich eine sehr persönliche Beziehung miteinander hatten. Soweit es bekannt ist, war die Beziehung über viele Jahre gut miteinander. Man hatte ein gutes Verhältnis. Dies hatte sich dann allerdings im Laufe der Zeit verschlechtert“, so Lotta Hakenberg-Monse vom Landgericht Hagen.
Ein Opfer tot, eins auf dem Wege der Genesung
Dirk K. soll im sauerländischen Schalksmühle im Oktober vergangenen Jahres bei seinen Vermietern in der Kreide gestanden haben. Der Angeklagte soll am Tattag zu ihnen gegangen sein und angeblich behauptet haben, dass er die Mietschulden bezahlt habe. Laut Anklage stach der 61-Jährige dann mit einem Messer auf das Vermieter-Ehepaar ein. Die Vermieterin starb, der Vermieter überlebte die Attacke. Der 75-jährige will sich möglicherweise später zum Geschehen äußern. Laut Anwalt Martin Duerkop hat er sich aber von dem Angriff wieder erholt. „Ihm geht es körperlich ganz gut. Er befand sich in der letzten Woche noch stationär im Krankenhaus, weil noch etwas gemacht werden musste. Das ist auch, glaube ich, ganz gut verlaufen.“
Lebenslange Freiheitsstrafe möglich
Der Angeklagte leidet an Depressionen infolge einer Nierentransplantation. Laut Gericht zeigte sich der gelernte Landwirt gegenüber der Polizei kooperativ. Gestanden habe er aber nicht. „Der Angeklagte ließ sich selbst auch zur Tat ein im polizeilichen Ermittlungsverfahren. Der eine Geschädigte hat die Tat auch überlebt. Er hat auch Angaben gemacht so wie auch weitere Zeugen“, so Lotta Hakenberg-Monse. Sollte Dirk K. wegen Mordes verurteilt werden, könnte das eine lebenslange Freiheitsstrafe für ihn bedeuten. Die Entscheidung soll Mitte Juni fallen.

































