Mögliche Nachfolge für Friedrich Merz?Wüst in der Türkei – NRW-Ministerpräsident weist Kanzler-Spekulationen nach Erdoğan-Treffen zurück
Hendrik Wüst ist als erster NRW-Ministerpräsident zu einem offiziellen Besuch in die Türkei gereist. Nach einem Treffen mit Präsident Recep Tayyip Erdoğan führte der CDU-Politiker am Dienstag (29.09.) weitere politische Gespräche in Ankara. Dabei begleitet ihn auch die Debatte um seine mögliche Rolle als Nachfolger von Bundeskanzler Friedrich Merz.
Wüst trifft türkischen Präsidenten Erdoğan
Politischer Höhepunkt der dreitägigen Reise war bereits am Montag (28.09.) das Treffen mit Recep Tayyip Erdoğan. Wüst wurde im Präsidentenpalast in Ankara empfangen. Nach Angaben des NRW-Ministerpräsidenten ging es dabei unter anderem um die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei sowie um die politische Lage in Deutschland. Auch unterschiedliche Vorstellungen von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit seien Thema gewesen. Solche Fragen müsse man unter verlässlichen Partnern ansprechen, sagte Wüst im Interview mit RTL WEST.
Eine Million Menschen mit türkischen Wurzeln leben in NRW
Anlass für die Reise ist unter anderem der 65. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens. Rund eine Million Menschen mit türkischen Wurzeln leben heute in Nordrhein-Westfalen. Für Wüst können sie eine wichtige Brücke zwischen beiden Ländern bilden. Der Ministerpräsident betonte, eine solche Reise sei deshalb längst überfällig gewesen. Es ist der erste offizielle Türkei-Besuch eines nordrhein-westfälischen Regierungschefs.
Tag der Deutschen Einheit in Ankara gefeiert
Am Dienstag (29.09.) traf Wüst mehrere türkische Minister. Im Garten der deutschen Botschaft nahm er außerdem an einem Empfang mit rund 1.500 Gästen zum Tag der Deutschen Einheit teil. Gefeiert wurde bereits einige Tage vor dem eigentlichen Feiertag am 03. Oktober. Anschließend ging es für den NRW-Ministerpräsidenten weiter nach Istanbul. Dort stehen weitere politische und wirtschaftliche Termine auf dem Programm.
Wüst weist Spekulationen um Merz-Nachfolge zurück
Durch den Empfang bei Erdoğan rückte auch die innenpolitische Debatte um Wüsts Zukunft wieder in den Fokus. RTL WEST-Politikchefin Vanessa Nikic fragte den Ministerpräsidenten, ob er in der Türkei bereits als möglicher Nachfolger von Friedrich Merz wahrgenommen werde. Wüst wies das deutlich zurück: „Ich glaube, das ist Quatsch.“ Erdoğan wisse vielmehr um die engen Verbindungen zwischen Nordrhein-Westfalen und der Türkei und sei gut über die deutsche Innenpolitik informiert. Wüst hat zuletzt mehrfach betont, Ministerpräsident in NRW bleiben zu wollen.

































