Europaweiter Einsatz!Razzia gegen mutmaßliche Handy-Betrüger - 15.000 Smartphones in Lagerhalle in Krefeld entdeckt

von Valerio Magno und Julia Haiminger

Knapp 15.000 Smartphones, zusammengesetzt aus gebrauchten und minderwertigen Teilen, sollen in einer Lagerhalle in Krefeld versteckt worden sein. Die Geräte sollten wohl später als angeblich neue Smartphones online verkauft werden. Der Schaden: mindestens 300 Millionen Euro.

Knapp 15.000 Smartphones in Krefeld

Bei einer europaweiten Razzia haben Fahnder am Dienstag (29.09.) auch in NRW zugeschlagen. In einer Lagerhalle in Krefeld sollen knapp 15.000 Smartphones zwischengelagert worden sein. Die Geräte sollen aus gebrauchten und minderwertigen Teilen zusammengesetzt und anschließend als Neuware verkauft worden sein. Hauptsächlich soll es sich dabei um Samsung-Geräte gehandelt haben.

Aus alten Teilen werden neue Smartphones

Laut Ermittlern soll die Bande gebrauchte Handyteile unter anderem in Asien und im arabischen Raum gekauft haben. In Werkstätten in Dubai und Hongkong wurden die Teile anschließend wohl aufbereitet und zu Smartphones zusammengesetzt, danach verpackt und versiegelt. Für Käufer sollen sie dabei kaum von einem neuen Smartphone zu unterscheiden gewesen sein. Der mutmaßliche Schaden ist enorm: Nach Angaben des Zollfahndungsamts Essen soll durch den Verkauf der Geräte ein Schaden von mindestens 300 Millionen Euro entstanden sein. Allein beim Umsatzsteuerbetrug in Deutschland soll es um rund 25 Millionen Euro gehen.

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Für Käufer ist der Betrug schwer zu erkennen

Ob ein Smartphone tatsächlich neu ist, lässt sich für Verbraucher offenbar nicht ohne Weiteres feststellen. Ein Handy-Experte aus Leverkusen erklärt, dass ein Gerät dafür unter Umständen geöffnet und zerlegt werden muss. Wer den Verdacht hat, ein betroffenes Smartphone gekauft zu haben, kann sich an die nächste Polizeidienststelle wenden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Geräte-Identifikationsnummer beim Hersteller überprüfen zu lassen.

Rechtsanwältin rät zu Käuferschutz

Sollte sich herausstellen, dass ein vermeintlich neues Smartphone tatsächlich aus gebrauchten Teilen besteht, kann es schwierig werden, das Geld zurückzubekommen. Rechtsanwältin Nicole Mutschke rät deshalb, beim Online-Kauf immer auf einen vorhandenen Käuferschutz zu achten. Diesen bieten unter anderem verschiedene Verkaufsplattformen und Zahlungsdienste an.

Sieben Haftbefehle bereits vollstreckt

Schon am Samstag (26.09.) hatten die Fahnder bundesweit 15 Objekte durchsucht und sieben Haftbefehle vollstreckt. Die beiden mutmaßlichen Anführer der Bande sollen aus dem Raum Düsseldorf kommen. Auf die Spur der Verdächtigen kamen die Fahnder wohl unter anderem durch Observationen und abgehörte Telefonate. Die Ermittlungen dauern an.