Angeklagter war zum Unfallzeitpunkt erst 16 Jahre altVier Freunde tot! Jugendlicher fährt Auto gegen den Baum – Prozessauftakt

von Anne Tafferner

Ein 17-Jähriger steht seit Donnerstag (03.09.) vor dem Amtsgericht Bergisch Gladbach. Er soll vier seiner Freunde in den Tod gerissen haben.

Vier junge Menschen sterben, Fahrer wird schwer verletzt

Am 16. August 2025 soll der Angeklagte mit einem Toyota zwischen Kürten und Overath unterwegs gewesen sein. An Bord waren vier Freunde – darunter zwei 19-Jährige sowie zwei Mädchen im Alter von 14 und 16 Jahren. Gegen 04:30 Uhr soll der Jugendliche mit hoher Geschwindigkeit einen Motorradfahrer überholt haben. In einer Kurve kam das Auto von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Alle vier Mitfahrer starben. Der Fahrer wurde herausgeschleudert und überlebte schwer verletzt.

Angeklagter könnte zu bis zu fünf Jahren verurteilt werden

Der damals 16-Jährige soll die Führerscheinprüfung zwar schon bestanden haben. Fahren durfte er den Toyota seiner Eltern aber trotzdem noch nicht. Das geht legal erst mit 17 Jahren und dann auch nur mit einer eingetragenen Begleitperson. Sie muss mindestens 30 Jahre alt sein und den Führerschein seit fünf Jahren besitzen. So jemand saß aber nicht im Wagen. „Das Gericht kann eine Jugendstrafe von bis zu fünf Jahren verhängen. Im Jugendstrafrecht steht allerdings nicht die Bestrafung, sondern vor allem der Erziehungsgedanke im Vordergrund. Wichtig zu betonen ist, dass bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung für den Angeklagten die Unschuldsvermutung gilt“, sagt Fabian Ricken vom Amtsgericht Bergisch Gladbach. Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Urteil wird Mitte September erwartet.