Nasen der Vierbeiner sind besser als jeder ScannerTraining für Sprengstoffspürhunde – Tiere helfen bei Gepäckkontrollen und Veranstaltungen

von Parviz Khosrawi

Egal ob Kanzlerbesuch, Gepäckkontrollen am Flughafen oder bei der Bombendrohung an einer Schule. Sprengstoffspürhunde sind eine wirksame Methode, explosive Stoffe zu erkennen.

Tiere müssen regelmäßig geschult werden 

Es sind meist Schäferhunde, die im Einsatz gegen Sprengstoff sind. Ihre Superkraft ist eine ganz feine Nase. Sie erschnuppern selbst kleinste Spuren Sprengstoff. Dafür müssen die Tiere regelmäßig geschult werden. In Zülpich gab es solch ein Training. Grit Becker aus Weilerswist ist mit ihrem fünf Jahre alten Holländischen Schäferhund Knox dabei. Beide sind ein super Team.

Feine Hundenase findet alles

Zuerst müssen die Hunde an sechs Boxen schnüffeln. Nur in einer ist Sprengstoff versteckt. Wenn der Hund etwas wittert, muss er erstarren. Das ist wichtig, denn es könnte sich auch um eine Sprengfalle handeln. Erst wenn der Hundeführer auf seinen Klicker drückt, darf der Vierbeiner sich wieder bewegen und bekommt eine Belohnung. Jeder Sprengstoffspürhund muss sich einmal pro Jahr einer Prüfung unterziehen. An jedem Arbeitstag gibt es ein vorgeschriebenes kleines Training und alle drei Monate gibt es eine große Wiederholungsschulung - sowie diesmal in Zülpich. Steffen Kuschnierzik veranstaltet sie dort in einer Lagerhalle. Der 44-Jährige Kölner ist zugelassener Ausbilder für Sprengstoffspürhunde-Teams durch das Luftfahrtbundesamt. „Der Hund ist halt flexibel“, sagt Steffen Kuschnierzik. „Er kann Frachtstücke absuchen, die für technische Kontrollmethoden nicht geeignet sind. Er kann schon kleine Mengen an Sprengstoff wahrnehmen und anzeigen.”

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Für den Hund wie ein Spiel

Im zweiten Teil der Übung hat Steffen Kuschnierzik Gegenstände mit Sprengstoffspuren in der ganzen Lagerhalle versteckt. Die Hunde müssen jeden einzelnen Köder aufspüren und dann erstarren. Um anzuzeigen, dass dort etwas ist. Erst wenn alle versteckten Dinge aufgespürt wurden, gilt die Übung als bestanden. Kommissar Knox mit der Lizenz zum Schnüffeln hatte auch diesmal wieder den richtigen Riecher. Alle drei Monate gibt es diese Trainings. Kosten entstehen keine, weil sich die Hundeteams immer abwechselnd gegenseitig schulen. Damit die feinen Nasen der Sprengstoffspürhunde getestet und geschult werden. Für das Tier selbst ist das wie ein Spiel. Der Hund hat Spaß bei der Übung und bekommt zur Belohnung sein Lieblingsspielzeug. Die Spürnasen sind ein wichtiger Bestandteil bei Gepäckkontrollen an Flughäfen und bei Events, denn sie arbeiten schneller und präziser als eine Maschine.