Warum Autofahrer jetzt sogar ins Ausland ausweichenTanken wird weiter teurer - neue Spritpreis-Regel sorgt für Kritik
Die Spritpreise steigen – und mit ihnen der Ärger der Autofahrer: Seit dem 01. April gilt eine neue Regelung in Deutschland. Doch statt Entlastung sorgt sie offenbar für das Gegenteil. An Tankstellen wird schnell klar: Viele verlieren langsam die Geduld – und suchen Alternativen im Ausland.
Preise steigen – Frust auch
Kurz nach 12 Uhr an einer Tankstelle in Meerbusch: Die Preise springen nach oben. Für viele Autofahrer ein gewohntes, aber trotzdem ärgerliches Bild. Eigentlich sollte das sogenannte Kraftstoff-Maßnahmenpaket der Bundesregierung für Entlastung sorgen. Seit dem 01. April dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen. Senkungen sind jederzeit möglich. Die Idee: weniger Preissprünge, mehr Wettbewerb, am Ende günstigere Preise. Doch genau das scheint nicht zu funktionieren. Für Herbert Rabl vom Tankstellen-Interessenverband ist die Bilanz eindeutig: „Wir sind maßlos enttäuscht. Wir haben gedacht, es entsteht ein Preiskampf – aber der findet nicht statt.“ Statt sinkender Preise beobachten Experten eher das Gegenteil. Gerade an stark frequentierten Tagen wie Ostern greifen Autofahrer besonders tief in die Tasche. Teilweise wurden Preise von bis zu 2,50 Euro pro Liter Diesel erreicht – regional sogar noch mehr.
Tanken im Ausland boomt
Die Konsequenz: Immer mehr Autofahrer weichen ins Ausland aus. Besonders an Grenzregionen wie bei Aachen wird das sichtbar. In Belgien bilden sich Schlangen an den Tankstellen. „20 bis 30 Cent Unterschied lohnen sich einfach“, sagen viele. Selbst wenn auch dort die Preise gestiegen sind – sie liegen oft noch deutlich unter dem deutschen Niveau.
Deutschland im Preisvergleich
Im europäischen Vergleich gehört Deutschland aktuell zu den teureren Ländern – ähnlich wie die Niederlande oder Dänemark. Deutlich günstiger ist es dagegen in Osteuropa, aber auch in Belgien oder Luxemburg. Ein Grund: unterschiedliche staatliche Eingriffe. In Luxemburg etwa werden die Preise zentral mit den Mineralölkonzernen verhandelt oder festgelegt. Zusätzlich sind die Steuern niedriger. Für Experten ein mögliches Vorbild – auch für Deutschland.
Mehrheit für Preisdeckel
Auch politisch wird die Diskussion lauter. Laut einer aktuellen RTL/ntv Forsa-Umfrage sprechen sich 67 Prozent der Befragten für einen staatlichen Preisdeckel bei Benzin und Diesel aus. Für Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ist das derzeit jedoch keine Option. Stattdessen bringt sie eine höhere Pendlerpauschale ins Spiel – eine Maßnahme, die kurzfristig kaum Entlastung bringen dürfte. Klar ist: Rund die Hälfte des Spritpreises in Deutschland besteht aus Steuern und Abgaben. Eine Senkung ist aktuell nicht geplant.

































