Gewalt und Angriffe gegen Mitarbeiter und ReisendeSicherheit an Bahnhöfen – mehr Personal sorgt für mehr Schutz

von Julian Schlauch

Rund 90.000 Reisende nutzen täglich den Dortmunder Hauptbahnhof. Er ist ein Umschlagplatz im Osten des Ruhrgebiets und der viertgrößte Bahnhof in NRW. Laut Zahlen der Bundespolizei war er im vergangenen Jahr aber auch der Bahnhof mit den zweitmeisten Gewaltdelikten deutschlandweit. Schlimmer war es nur in Leipzig.

Veränderungen ab 2026

Die Deutsche Bahn reagierte im Januar auf die Zahlen der Gewaltdelikte und brachte ein Sofortprogramm für 50 Millionen Euro auf den Weg, mit dem Titel „Mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen”. Damit werden in 25 großen Bahnhöfen Bundesweit rund um die Uhr Sicherheitsstreifen eingesetzt. In NRW sind unter anderem die Bahnhöfe in Köln, Duisburg und Dortmund Teil des Programms.

Kein Job für schwache Nerven 

In Dortmund sorgen Florian Meyer und Alexander Bodenstein für die Umsetzung des Sofortprogramms. Die beiden Sicherheitskräfte patrouillieren gemeinsam durch den Bahnhof. Eine ihrer wichtigsten Fähigkeiten ist Fingerspitzengefühl, denn täglich müssen sie auf unterschiedliche Menschen und Situationen reagieren. Gelernt haben sie das in der dreijährigen Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Ihr Einsatzgebiet umfasst den gesamten Bahnhof. Der Bahnhofsvorplatz und die Gleise sind Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei. Die U-Bahn Stationen werden vom kommunalen Ordnungsdienst geschützt.

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Für den Notfall gewappnet

Wenn es für Florian Meyer und Alexander Bodenstein zu heikleren Einsätzen kommt, haben sie Schutzausrüstung: eine Stichschutzweste, Handschellen, ein Tierabwehrspray und einen EKA. Das ist die Abkürzung für „Einsatzstock Kurz Ausziehbar“, also ein Teleskopschlagstock. Konfliktsituationen können die beiden außerdem mit Bodycams aufzeichnen. Auch wenn sie ihre Ausrüstung nicht allzu oft brauchen, werden die beiden trotzdem immer wieder mit Respektlosigkeiten konfrontiert. Die beiden machen den Job trotzdem gerne. Sie wollen den Passagieren das Gefühl geben, an Bahnhöfen wieder sicherer zu sein.

Programm noch am Anfang

Für die Sicherheit ist das zusätzliche Personal ein erster Schritt. In Puncto Sauberkeit wird an 1.400 Bahnhöfen deutschlandweit gerade ein Frühjahrsputz durchgeführt. Aber erst die kommenden Monate können zeigen, ob sich das Bild der Bahnhöfe mit den neuen Maßnahmen verändert.