25 Jahre leer – aber kein Lost PlaceSchnäppchen in Windeck- Waldkrankenhaus steht für einen Euro zum Verkauf
Seit 25 Jahren liegt das Waldkrankenhaus in Windeck-Rosbach (Rhein-Sieg-Kreis) im „Dornröschenschlaf“. So beschreibt es Sigrid Krebs von den Kliniken der Stadt Köln. Sie suchen nun einen neuen Investor für die Immobilie. Rund 6.000 Quadratmeter mit zahlreichen Zimmern stehen zum Verkauf – und das zu einem symbolischen Preis: gerade einmal ein Euro.
Kein klassischer Lost Place
Einst wurden im Waldkrankenhaus Tuberkulose-Patienten behandelt – mit frischer Waldluft, eigenem Gemüseanbau und viel Bewegung. Später kamen auch Menschen mit Staublunge aus dem Bergbau zur Genesung. 2002 schloss die Lungenheilanstalt nach genau 100 Jahren ihre Türen. Das Gebäude galt zu diesem Zeitpunkt als veraltet und medizinisch nicht mehr zeitgemäß. Ganz aufgegeben ist es jedoch nicht: Die Kliniken der Stadt Köln kümmern sich weiterhin um die Anlage, sorgen für Strom und Heizung und beheben Schäden. Ein klassischer „Lost Place“ ist das Gebäude also nicht – auch wenn der Charme vergangener Zeiten geblieben ist.
Kulisse für Film und Fernsehen
Genau dieser Charme macht die Immobilie bis heute besonders. Immer wieder dient sie als Drehort für Film- und Fernsehproduktionen. So wurden unter anderem Szenen für den Film „Barfuß“ von Til Schweiger dort gedreht. Ein echtes Highlight ist der Speisesaal: gestaltet im Jugendstil, mit Holzvertäfelungen und Bleiglasfenstern mit Blumendekor. Besonders auffällig ist ein großes Stirnfenster, das das Kloster St. Cäcilien in Köln zeigt.
Symbolischer Euro mit hohen Kosten
Der Kaufpreis von einem Euro ist lediglich symbolisch, denn mit dem Gebäude gehen erhebliche Verpflichtungen einher: Der künftige Eigentümer muss für den Unterhalt sorgen und die Immobilie umfassend sanieren. Die Kosten dafür werden auf einen zwei- bis dreistelligen Millionenbetrag geschätzt. Hinzu kommt der Denkmalschutz – ein Abriss ist ausgeschlossen, Veränderungen sind nur eingeschränkt möglich. In der Gemeinde Windeck hofft man dennoch auf eine neue Zukunft für das Gelände. Die Bürgermeisterin und die Verwaltung sehen großes Potenzial in der Immobilie und wünschen sich, dass das historische Gebäude weiterentwickelt wird. Potenzielle Investoren will die Gemeinde dabei aktiv unterstützen und bei Gesprächen begleiten.

































