Überlebende Tiere werden auf einer Farm aufgepäppeltSchlangen und Echsen am Flughafen Köln/Bonn - Zoll macht Rekordfund

von Rogatus Skanta und Marc Sommer

Bei einer Gepäckkontrolle am Flughafen Köln/Bonn haben Zollbeamte insgesamt 92 lebende Reptilien entdeckt. Die Schlangen und Echsen waren im Koffer eines 45-jährigen Mannes aus Mexiko versteckt. Unter den Tieren befanden sich auch hochgiftige Arten. Rund ein Drittel der Reptilien überlebte den Transport nicht.

Überraschender Fund bei der Gepäckkontrolle

Ein Koffer voller Schlangen und Echsen: Was Zollbeamte am Flughafen Köln/Bonn vor knapp drei Wochen entdeckt haben, ist selbst für erfahrene Ermittler außergewöhnlich. Bei der Kontrolle des Gepäcks eines 45-jährigen aus Mexiko stießen sie auf insgesamt 92 Reptilien. 55 Echsen und 37 Schlangen waren in kleinen Fläschchen und Socken versteckt. Für die Beamten ein Schock und sie wussten noch nicht, dass sich darunter auch hochgiftige Tiere befinden.

Positiver Drogentest führt zu den Tieren

Aufgefallen war der Mann den Zollbeamten zunächst wegen eines positiven Drogentests. Er schlug auf Kokain an. Deshalb kontrollierten die Beamten das Gepäck genauer. Drogen fanden sie im Koffer zwar nicht, dafür aber die lebenden Tiere. Der Reisende, ein Feuerwehrmann aus Mexiko, war über Istanbul nach Köln geflogen. „Wenn man den Deckel abschraubt und dann gucken einen mehrere Schlangen an – der Schreck war natürlich erst mal groß“, berichtet Jens Ahland vom Hauptzollamt Köln. Glücklicherweise sei zunächst kein Tier entwischt. Erst später stellte sich heraus, dass sich auch hochgiftige Schlangen unter den geschmuggelten Reptilien befanden.

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Ein Drittel der Tiere überlebt den Transport nicht

Der Fund ist für den Zoll ein außergewöhnlicher Fall. Unter den Tieren befinden sich unter anderem Salamander, Vipern und Klapperschlangen. Viele der Reptilien sind selten und stehen unter Artenschutz. Doch für zahlreiche Tiere kommt jede Hilfe zu spät: Rund ein Drittel der insgesamt 92 Reptilien hat den Transport nicht überlebt. Der Zoll geht von professionellem, gewerbsmäßigem Schmuggel aus. Dahinter stehe offenbar die Absicht, mit seltenen und geschützten Tieren Profit zu machen.

Überlebende Reptilien werden versorgt

Die Tiere, die den Transport überstanden haben, werden mittlerweile auf einer Schlangenfarm in Schladen bei Braunschweig versorgt und aufgepäppelt. Für den 45-jährigen Mexikaner ging es dagegen nicht weiter nach Deutschland: Die Bundespolizei untersagte ihm die Einreise. Am nächsten Morgen musste er nach Istanbul zurückkehren. Ihm drohen nach Angaben des Zolls eine hohe Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe. Es geht um gewerbsmäßigen Schmuggel. Die Ermittlungen dauern an.