Allein am Hoftor zurückgelassenPony abgemagert an Gnadenhof in Krefeld ausgesetzt – Team päppelt Wallach wieder auf

von Julia Haiminger

Ein kleines Schimmelpony stand angebunden am Tor eines Gnadenhofs in Krefeld – vom Besitzer fehlt jede Spur. Als Annemarie Hendricks den Wallach entdeckte, war er völlig abgemagert und geschwächt. Gemeinsam mit ihrem Team päppelt sie ihn jetzt wieder auf.

Allein am Hoftor zurückgelassen

Als Annemarie Hendricks ihren Gnadenhof öffnete, traute sie ihren Augen kaum: Am Eingang stand ein kleines Schimmelpony – angebunden am Türgriff, ganz allein. Der Wallach war nur noch Haut und Knochen, jede Rippe war zu sehen, die Hüfte stand hervor. Im Briefkasten fand die gelernte Landwirtin immerhin seinen Equidenpass – quasi der Personalausweis des Ponys. So erfuhr sie seinen Namen: King. Der kleine Wallach kommt vermutlich aus Belgien. Sein genaues Alter ist unklar. Geschätzt wird er auf etwa 26 Jahre. Wie King auf den Hof gebracht wurde, bleibt ein Rätsel. Annemarie Hendricks vermutet, dass er unbemerkt in einem größeren Fahrzeug transportiert und in einem passenden Moment abgesetzt worden sein könnte.

Ein neues Zuhause für King

Auf dem Oppumer Gnadenhof hat King jetzt erst einmal ein sicheres Zuhause gefunden. Gemeinsam mit rund 69 weiteren Pferden und Ponys lebt er dort. Die meisten Tiere kommen auf unterschiedlichen Wegen zu Annemarie Hendricks: Einige rettet sie vor dem Schlachter, andere werden ihr über Mundpropaganda gemeldet. Die Versorgung aller Tiere kostet den Verein rund 6.000 Euro im Monat – finanziert wird der Hof fast ausschließlich durch Spenden. Ein Tier einfach auszusetzen, ist kein Kavaliersdelikt. Wer einen Vierbeiner zurücklässt und ihm dadurch Leid zufügt, verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Es muss mit einer hohen Geldstrafe oder bis zu drei Jahren Haft gerechnet werden. Ein Gnadenhof ist außerdem nicht verpflichtet, ausgesetzte Tiere aufzunehmen. Ob ein sie bleiben dürfen, entscheidet allein der Betreiber. Für King ist der Gnadenhof jetzt ein Zuhause für immer.