125 Kilometer entfernt, zwei GefühlsweltenPaderborn steigt auf, Essen bleibt in der 3. Liga – NRW-Clubs zwischen Aufstiegseuphorie und Enttäuschung

von Annalena Kirsten

Freud und Leid liegen im Fußball oft nah beieinander – in Nordrhein-Westfalen sogar nur rund 125 Kilometer Luftlinie entfernt. Während der SC Paderborn den Aufstieg in die Bundesliga feiert, herrscht bei Rot-Weiss Essen große Enttäuschung: Der Traditionsverein hat den Sprung in die 2. Bundesliga verpasst.

Bitterer Abend für Rot-Weiss Essen

Tausende Fans hatten beim Public Viewing in Essen mitgefiebert. Die Hoffnung war groß. Nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel am Freitag (22.05.) schien der Traum von der 2. Liga greifbar. Doch im Rückspiel am Dienstag (26.05.) machte Greuther Fürth vor heimischer Kulisse alles klar: Essen verlor 0:2 – und bleibt damit drittklassig. Die Enttäuschung bei den Fans ist entsprechend groß: Viele sprachen von einem „bitteren“ Abend, andere zeigten sich zwar enttäuscht, aber auch selbstkritisch: Die Chancenverwertung hat am Ende nicht gereicht.

Stolz trotz Niederlage

Trotz des verpassten Aufstiegs überwiegt beim Verein nicht nur Frust. Trainer Uwe Koschinat betont vor allem den Rückhalt der Fans und die Leistung seiner Mannschaft: „Es war gigantisch, mit welcher Lautstärke wir im Heimspiel unterstützt wurden. Aus meiner Sicht überwiegt der Stolz auf das Geleistete. […] Wir waren ein würdiger Relegationsgegner.“ Die Teams seien absolut auf Augenhöhe gewesen und am Ende habe der etwas Glücklichere gewonnen. Die Unterstützung der Fans – besonders rund um die Hafenstraße – bleibt auch nach der Niederlage ein starkes Signal für die kommende Saison. Viele Anhänger blicken schon nach vorne: „Wir greifen nächstes Jahr neu an.“

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Paderborn im Ausnahmezustand

Ganz anders die Stimmung rund 125 Kilometer entfernt in Ostwestfalen: In Paderborn gab es am Montag (25.05.) kein Halten mehr. Nach dem Sieg gegen Wolfsburg nach Verlängerung ist der SC Paderborn zurück in der Bundesliga. Vor dem Rathaus feierten 13.500 Fans am Mittwoch (26.05.) ihre Mannschaft ausgelassen – mit Gesängen, Tanz und viel Emotion. Für den SCP ist es schon der dritte Aufstieg ins Fußball-Oberhaus. Auch dort spielten die Fans beim Erfolg eine große Rolle. Einige nahmen sogar weite Wege auf sich, um ihr Team zu unterstützen – selbst Urlaube wurden dafür abgebrochen. Der Stolz in der Stadt ist riesig: Paderborn sieht sich als Underdog – und genau das macht für viele den Reiz aus. „Wir zeigen es den Großen“, sagt ein Fan selbstbewusst.