Sinkende Pegel treiben Transportkosten für Unternehmen in die HöheNiedrigwasser auf dem Rhein wird für Betriebe in NRW zunehmend zum Kostenfaktor

Der Rhein führt immer weniger Wasser – und das hat spürbare Folgen für Unternehmen in Nordrhein-Westfalen. Wegen der niedrigen Pegelstände können Frachtschiffe deutlich weniger Ladung transportieren. Das verteuert den Warentransport erheblich und bringt viele Betriebe unter Druck.

Schiffe müssen mit weniger Ladung fahren

Am Freitagmorgen (31.07.) erreicht eine Lieferung Hafer aus Skandinavien den Düsseldorfer Hafen. Direkt anlegen kann das Schiff allerdings nicht. Wegen des Niedrigwassers ist der Rhein am Ufer zu flach. Für Robert Lamers, Geschäftsführer des Mühlenbetriebs Fortin, ist das inzwischen Alltag. Sein Unternehmen verarbeitet Getreide für den Einzelhandel im In- und Ausland. Die Rohstoffe kommen überwiegend per Schiff über den Rhein. Doch die niedrigen Pegel erschweren die Logistik erheblich. Statt eines Schiffes mit rund 3.000 Tonnen Ladung seien inzwischen mehrere kleinere Transporte nötig. Gleichzeitig seien die Frachtkosten auf bis zu 250 Prozent der ursprünglich vereinbarten Preise gestiegen.

Warum der Pegel so wichtig ist

Der Pegel eines Flusses beschreibt die Höhe der Wasseroberfläche an einer Messstelle – nicht jedoch die tatsächliche Wassertiefe. Die Fahrrinne des Rheins ist zwar deutlich tiefer, dennoch sorgt das Niedrigwasser dafür, dass Schiffe weniger tief im Wasser liegen dürfen und deshalb weniger Ladung aufnehmen können. In Düsseldorf lag der Pegel zuletzt bei nur noch 27 Zentimetern. An der flachsten Stelle der Fahrrinne beträgt die garantierte Wassertiefe derzeit rund 1,86 Meter. Für die Binnenschifffahrt bedeutet das bereits erhebliche Einschränkungen. Nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes können Schiffe bei Niedrigwasser deutlich weniger Fracht aufnehmen. Gleichzeitig steht ihnen weniger Platz in der Fahrrinne zur Verfügung, wodurch der Schiffsverkehr zusätzlich erschwert wird.

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Auch andere Rheinabschnitte betroffen

Nicht nur in Düsseldorf macht sich das Niedrigwasser bemerkbar. Am Rheinauhafen in Köln liegen einige Boote sozusagen schon auf Grund. In Emmerich an der deutsch-niederländischen Grenze rechnen Experten zwar vorerst nicht mit einem historischen Tiefstand. Wegen der dynamischen Entwicklung lassen sich die Pegelstände derzeit jedoch nur schwer vorhersagen.

Hoffnung auf Regen

Robert Lamers hofft deshalb auf Niederschläge im Einzugsgebiet des Rheins. Sollte der Wasserstand weiter sinken, müsste sein Unternehmen die Getreidelieferungen auf Lastwagen umstellen. Dafür wären nach seinen Angaben täglich rund 25 Laster erforderlich. Die zusätzlichen Kosten könnte der Betrieb nicht an seine Kunden weitergeben. Sollte sich die Situation künftig jedes Jahr wiederholen, könnte das nach Einschätzung des Unternehmers sogar existenzbedrohend werden. Vorerst bleibt ihm nur die Hoffnung auf Regen – denn jeder weitere Zentimeter weniger Wasser im Rhein kostet sein Unternehmen bares Geld.