Angeklagte in Angst vor HintermännernJuwelier wehrt sich bei Überfall - Prozessauftakt nach Raub

von Rogatus Skanta

Mit seinem entschlossenen Widerstand überraschte er die Täter. Am Mittwoch (07.01.) saß der Inhaber des Juweliergeschäfts als Nebenkläger im Landgericht Mönchengladbach – knapp fünf Monate nach dem brutalen Überfall auf seinen Laden.

Er hatte sich im August mit aller Kraft zur Wehr gesetzt, als Bewaffnete mit einem Sturmgewehr seinen Laden überfielen. Die drei Täter gaben den Raub beim Prozessauftakt zu. Weil der syrische Ladeninhaber kein fließendes Deutsch spricht, sprach sein Anwalt Markus Kluck über die anhaltenden Folgen: „Er ist noch in Behandlung. Er hat immer noch Albträume, wacht nachts auf, weil es halt kein alltäglicher Überfall gewesen ist.“

Brutaler Raub am Mittag

Samstagmittag, Anfang August, Innenstadt von Mönchengladbach: Die drei Niederländer stürmen in dunkler Kleidung und Helmen den Juwelier - ausgerüstet mit einer geladenen Kalaschnikow-Nachbildung sowie einem Taser. Es entstand ein wildes Handgemenge mit dem Juwelier und seinen Mitarbeitern. Sogar ein Schuss löste sich und traf die Decke. Nach wenigen Minuten traf die Polizei ein und nahm die Angreifer fest. Die Beute wurde sichergestellt.

Geständnisse ohne Aufklärung

Vor Gericht räumten die Angeklagten die Tat ein, schwiegen aber zu möglichen Hintermännern – aus Furcht vor Rache, wie ein Anwalt berichtete. Die drei Niederländer deuteten zudem einen vierten Mittäter an, von dem die Polizei auch weiß. Die Ermittlungen gehen weiter. Die Angeklagten müssen mit einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren rechnen. Die Urteile sollen Anfang Februar fallen.