Prozess nach Attentat auf StadtfestMesserangriff in Solingen – Überlebender schildert die Tat vor Gericht
Ein Fest der Vielfalt – das war der Plan. Doch am 23. August 2024 verwandelt sich das Solinger Stadtfest in ein Blutbad. Ein Mann sticht wahllos auf Besucher ein. Drei Menschen sterben, viele werden verletzt. Jetzt stehen Überlebende dem mutmaßlichen Täter vor Gericht gegenüber. Einer von ihnen ist Siavash Hosseini.
Prozess kostet Zeugen Überwindung
Er überlebt den Angriff schwer traumatisiert. Jetzt, mehrere Monate später, steht der 34-Jährige im Gerichtssaal und schaut dem Täter in die Augen. „Ich habe wieder den Täter gesehen. Dann ich bekomme wieder die Erinnerungen, alles Schlechte, was ich erlebt habe. Ich hoffe, dass es das letzte Mal ist. Ich möchte das nie wieder sehen”, sagt er. Bilder vom Tatabend, die ihn nicht loslassen: Menschen, die eben noch lachten – und plötzlich tot am Boden liegen.
Festival der Vielfalt wird zum Tatort

Es ist ein lauer Sommerabend: Musik, Tanz, Familienfeeling. Doch dann eskaliert die Situation: Ein 27-jähriger Syrer zückt ein Messer und sticht wahllos auf Menschen ein. Darunter ein Ehepaar – die Frau stirbt, ihr Mann überlebt schwer verletzt. Die Stadt steht bis heute unter Schock. Ende Mai beginnt der Prozess vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf. Die Anklage: Dreifacher Mord, zehnfacher versuchter Mord und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Der Syrer Issa al H. gesteht die Tat, sagt aber, er habe Unschuldige getötet und keine Ungläubigen. Die Staatsanwaltschaft sieht das anders. Kurz vor der Tat habe es Bekennervideos an den IS gegeben.
Urteil Ende September erwartet
Noch bis Ende September wird verhandelt. Der Täter muss mit lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung rechnen. Für Menschen wie Siavash Hosseini wäre das ein kleiner Schritt zurück in ein normales Leben.

































