Sogenannte Scheinkinder bei Landeskriminalamt NRW im EinsatzMehr Fälle von Cybergrooming - Pressekonferenz mit Innenminister Herbert Reul (CDU)

von Vanessa Brodka

Mal eben eine WhatsApp oder Snapchat-Nachricht: Chatten gehört für Kinder zum Alltag, aber Täter suchen genau dort gezielt nach jungen Opfern. Dann überreden sie sie zu Nacktbildern oder Treffen. Das nennt man Cybergrooming.

Einblick in die Arbeit der Ermittler

Oftmals kommen die Tatverdächtigen schnell zur Sache und schicken ungefragt ein Penis-Bild. Doch nicht immer schreiben sie wirklich mit Minderjährigen. Manchmal stecken auch Ermittler dahinter, ein sogenanntes Scheinkind. So sollen Täter von Cybergrooming geschnappt werden. Sie schreiben mit einer sexuellen Absicht Minderjährige an. Das erklärte der NRW-Innenminister (CDU) bei einem Pressegespräch im Landeskriminalamt in Düsseldorf. Die Beamten müssen beim Chatten einiges beachten, erklärte die Kriminaldirektorin des Landeskriminalamts NRW. Sie dürfen zum Beispiel sich nur passiv verhalten, damit eine Tat bei einem möglichen Gerichtsverfahren Bestand hat. Weiter erklärte Jessica Bouška, dass die Beamten mit KI-Bildern arbeiten. Es sind normale Fotos, um wie ein Kind zu wirken. Falls der Chatpartner nach intimen Aufnahmen fragt oder selbst welche schickt, kommt es zur Anzeige. Seit 2023 ist es so zu 674 Strafverfahren gekommen. 80% der Tatverdächtigen konnten ermitteln werden, so die Kriminaldirektorin.

Das ist das Täterprofil

Die Tatverdächtigen sind meistens männlich. Teilweise sind sie auch minderjährig. Oft sind sie Serientäter und wollen sich treffen. Sexueller Missbrauch an Kindern hat zugenommen, so neue Zahlen aus dem Bundeskriminalamt. Auch die Fälle von Cybergrooming steigen. Es sind aber auch mehr Kids auf Social Media, erklärt der Direktor der Landesanstalt für Medien NRW. Bei Cybergrooming schämen sich viele Kinder, einige werden erpresst. Deshalb ist die Dunkelziffer hoch. Dazu kommt: Künstliche Intelligenz macht es Tätern leichter, sich im Netz als Kinder auszugeben.

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Tipps für Eltern

Eltern sollten regelmäßig mit ihren Kindern behutsam über das Thema sprechen. Denn am meisten fürchten Täter Kinder, die einen engen Kontakt zu ihren Eltern haben. Außerdem sollten sie niemals Fotos öffentlich mit Fremden teilen. Eltern sollten darauf achten, dass das Profil ihrer Kinder privat ist und sie keine Nutzer annehmen, die sie nicht kennen. Über das Thema Cybergrooming hat RTL WEST Reporterin Vanessa Nikic mit dem NRW-Innenminister gesprochen.

Im Video: Interview mit Innenminister Herbert Reul (CDU)