Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzenLöschen und Retten! Training für Feuerwehrfrauen in Düren
Für viele ist es ein Kindheitstraum, bei der Feuerwehr zu arbeiten. Das bedeutet aber auch: rund um die Uhr einsatzbereit sein und sich in gefährliche Situationen begeben. Deswegen muss auch immer wieder für den Ernstfall trainiert werden. Im Kreis Düren gab es eine Übung in einer Brandsimulationsanlage – nur für Frauen.
Dürener Feuerwehrfrauen trainieren in Brandsimulationsanlage
Feuerwehrleute stürzen sich in die Flammen, kämpfen sich durch den Rauch, retten Leben. Im Einsatz muss jeder Handgriff sitzen. Jennifer Brauner aus Niederzier ist seit sechs Jahren hauptberuflich Feuerwehrfrau. Die 30-Jährige leitete das Training in der Brandsimulationsanlage. Die Anlage wird mit Gas betrieben und kann verschiedene Szenarien simulieren: zum Beispiel einen Küchen-, Sofa- und Werkstattbrand. Neben dem Löschen wird auch die Suche nach Vermissten und Menschenrettung trainiert. Spezielle Sensoren sorgen dafür, dass das Feuer erst erlischt, wenn genug Wasser abgegeben wurde. Temperaturmessgeräte schalten die Anlage ab, wenn die Deckentemperatur mehr als 400 Grad erreicht. Auch Notschalter gibt es. Einmal im Jahr ist so eine Übung unter realistischen Bedingungen Pflicht. „Wir sehen unsere Hand vor Augen nicht. Wir haben das Material dabei. Das sind so 30 bis 40 Kilo, die wir da mitschleppen. Mit Schlauch, mit Wasser im Schlauch, mit Axt, mit Pressluftatmer, mit den Klamotten. Man schwitzt unter den Klamotten. Das Adrenalin ist ganz weit oben, wenn man den Einsatzbefehl bekommt“, erzählt Jennifer Brauner.
Feuerwehrleute müssen sich vortasten
Der Befehl lautet diesmal: Brand und vermisste Person im Obergeschoss. Dann geht es rein, für die Feuerwehr bei jedem Einsatz eine Herausforderung. Sie kennt das Haus nicht, weiß nicht, was sie erwartet. Dazu kommt große Hitze und starker Rauch. Für die Einsatzkräfte gibt es verschiedene Suchtechniken. Zum Beispiel mit der linken oder rechten Hand immer an der Wand entlang, vortasten.
Kinderfinder-Aufkleber für Häuser mit Kindern
Übrigens: Wenn Kinder im Haus leben, empfiehlt die Feuerwehr sogenannte Kinderfinder. Das sind Aufkleber, die von außen an die Kinderzimmertür geklebt werden. Im Falle eines Feuers sehen die Einsatzkräfte sofort, dass dort möglicherweise Kinder sind und können gezielt nach ihnen suchen. Die Kleinen verstecken sich oft bei einem Brand und machen nicht auf sich aufmerksam. Außerdem sollte man nachts und wenn man nicht zu Hause ist, alle Zimmertüren schließen. So kann sich ein Feuer nicht so schnell ausbreiten.

































